So sollen die bunten Pergolen an den Häusern auf dem oberen Marktplatz aussehen. Foto: Zeichnung: MPS

Ausschuss beschließt Anschaffung von Pergolen. Frage des Brandschutzes noch offen.

Freudenstadt - Die Arbeiten zur Herstellung von Pergolen, die ab dem nächsten Jahr auf dem oberen Marktplatz für ein ganz neues Stadtfest-Ambiente sorgen sollen, wurden zwar vergeben. Es bleiben aber noch viele Fragen offen.

Durch die bunt bespannten Pergolen auf dem oberen Marktplatz, die an die Arkadenbögen anschließen, soll das neue Stadtfest ein südländisches Flair bekommen. Die Gastronomen, die auf dem oberen Marktplatz für die Bewirtung vorgesehen sind, sollen unter Pagodenzelten ihre Speisen und Getränke zubereiten und anbieten.

Die Vergabe der Herstellung von 23 Pergolen, die in mit Beton ausgegossenen Holzkübeln stehen, jeweils sechs Meter lang und nicht mit den Wänden der Häuser verbunden sind, stand auf der Tagesordnung des Ausschusses für Verwaltung, Tourismus uns Soziales (VTS). Bürgermeisterin Stephanie Hentschel erläuterte, dass man heimischen Firmen den Vorzug geben wollte und daher die Arbeiten beschränkt ausgeschrieben habe. Als Gründe dafür nannte sie die Optionsmöglichkeit für die Lagerung der Pergolen und Vorteile beim Auf- und Abbau sowie die schnellere Abwicklung der erforderlichen Arbeiten.

Der günstigste Anbieter war die Firma Holzbau Klumpp aus Lauterbad mit rund 68 000 Euro. Vor der Zustimmung zur Vergabe hagelte es von den Stadträten viele Fragen. Verwunderung gab es zunächst über die Aussage von Stadtrat Michael Kaltenbach (Freie Wähler). Er sagte, dass die Gastronomen gegen das Konzept des Stadtfests seien, weil sie es personell nicht umsetzen könnten. "Wir erkaufen uns eine Manege ohne Akrobaten", betonte er. Die "Urgesteine" des Stadtfests hätten eigene Wagen oder Stände. Wenn die Firma MPS, die für die Konzeption zuständig ist, das Ruder übernehme, sei das Stadtfest kein Stadtfest mehr. Er forderte zunächst weitere Gespräche, um noch einige Fragen zu klären, zum Beispiel, wer mitmacht.

Aus den Gesprächen mit den Gastronomen hatte Tourismusdirektor Michael Krause einen ganz anderen Eindruck gewonnen. 14 Gastronomen hätten signalisiert mitzumachen. Das sei genau die Zahl, die man wolle. Das bestätigte Stadträtin Beate Gaiser (Freie Wähler), den neuesten Stand kannte sie jedoch nicht.

Nach den Kosten für den Auf- und Abbau fragte Stadtrat Stefan Langrehr (CDU). Krause nannte den Betrag von 10 000 Euro pro Fest. Das erschien Stadträtin Bärbel Altendorf-Jehle (Bürgeraktion) teuer. Sie wollte zudem wissen, wo die Pergolen gelagert werden können. Die Lagerung sei bei der Firma Klumpp geplant, erläuterte Krause. Die Kosten für den Auf- und Abbau seien ähnlich wie beim Weihnachtsmarkt.

Beate Gernsheimer (Freie Wähler) wollte wissen, ob das Vorhaben mit den Hauseigentümern abgestimmt ist. Dies verneinte der Tourismusdirektor, denn die Pergolen würden ja nicht an die Häuser angeschraubt.

Stadtrat Hermann John (Freie Wähler) fand das Konzept schön, sprach aber mit dem Brandschutz ein heikles Thema an. Die Feuergasse sei bisher immer entlang der Häuser verlaufen, erinnerte er. Beim Frühlingsfest hatte deshalb sogar ein Autoscooter abgebaut werden müssen. Michael Krause und Bürgermeisterin Stephanie Hentschel gaben zu, dass dieses Thema noch abgeklärt werden muss.

Stadträtin Anita Zirz (SPD) wollte wissen, ob die Pergolen auch beispielsweise beim Schlussverkauf von den Geschäften verwendet werden können. Grundsätzlich könnten die Pergolen auch für andere Anlässe verwendet werden, erläuterte Bürgermeisterin Hentschel, doch sie könnten nicht den ganzen Sommer stehen bleiben.

Stadtrat Günter Braun (SPD) tat sich schwer zuzustimmen, wenn mit den Gastronomen nicht geklärt ist, wer mitmacht, und meinte, dass die Pergolen zudem sehr windanfällig sind. Die Windanfälligkeit sei minimiert, beruhigte Michael Krause, denn die Tröge, in denen die Pfosten stehen, würden 1400 Kilogramm wiegen. Stadträtin Carola Broermann (CDU) wollte wissen, ob es die Pergolen standardisiert gibt, dann könnten sie eventuell billiger sein. Doch Krause betonte, dass sie eigens angefertigt werden. "Entscheiden wir jetzt auch für die Vereine mit?", fragte Anita Zirz und meinte die Pagodenzelte, die die Vereine auf dem unteren Marktplatz für das Stadtfest verwenden sollen. Diese Zelte würden angemietet, erläuterte Krause, die Pergolen dagegen würden vom Eigenbetrieb Freudenstadt Tourismus gekauft, der auch die Kosten für den Auf- und Abbau übernehme. Bezüglich der Pagodenzelte seien noch Gespräche mit den Gastronomen und Vereinen notwendig, gab Krause zu.

Bei zwei Gegenstimmen und drei Enthaltungen stimmte der Ausschuss der Vergabe der Pergolen zu. Im Vorfeld müssenjedoch noch der Brandschutz und die Punktbelastung des Platzes mit den zuständigen Fachbehörden abgeklärt werden.

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