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Freudenstadt Stimmen wie vibrierende Saiten

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Präsentierten sich als stimmliche Einheit: der Deutsch-Deutsche Kammerchor in der Freudenstädter Stadtkirche Foto: Adrian Foto: Schwarzwälder-Bote

Von Gabriele Adrian Freudenstadt. Chorgesang ganz besonderer Güte bot der Deutsch-Deutsche Kammerchor in der Freudenstädter Stadtkirche mit geistlicher a-capella-Literatur unter der Leitung von Professorin Hannelore Pardall.35 Sänger boten mit vollendeter Professionalität, bestens ausgebildeten Stimmen und herzerfrischend großem inneren Engagement ein Konzert, das den Zuhörern lange in Erinnerung bleiben wird.

Der Deutsch-Deutsche Kammerchor gründete sich im geschichtsträchtigen Frühjahr 1989 noch vor der Wende aus Mitgliedern der Kirchenchöre in Herford in Westfalen und Halle an der Saale. Trotz deutscher Teilung plante man eine gemeinsame Konzertreise durch den Norden der DDR, und auch nach der Wiedervereinigung Deutschlands traf man sich einmal pro Jahr unter der Leitung von Hannelore Pardall zu einer Probenphase, der sich eine Konzertreise anschloss. So auch in diesem Jahr.

Die Organisation der diesjährigen Konzerte hatte Bezirkskantor Jörg-Michael Sander von der Freudenstädter Stadtkirche übernommen, ein ehemaliger Schüler der Professorin, der zur Überraschung und Freude des Publikums auch selbst im Chor mitsang. Auf dem Programm standen zunächst die Motette "Singet dem Herren ein neues Lied" von Johann Sebastian Bach (1685 bis 1750) für zwei vierstimmige Chöre, gefolgt von einem feierlichen achtstimmigen Sancuts des 1978 geborenen norwegischen Komponisten Ola Gjeilo und endend mit dem Cantus Missae, einer Messe für zwei vierstimmige Chöre von Josef G. Rheinberger (1839 bis 1901).

Jubel und Bitten

Eine wohltuende Atempause gönnte der Konzertorganist Stefan Kießling dem Chor zwischen den stilistisch und zeitlich so unterschiedlichen Kompositionen mit Orgelwerken von J. S. Bach, einer anspruchsvollen Partita über den Choral "Sei gegrüßt Jesu Christ" und einer Triosonate Nr. 2, kunstvoll interpretiert im Vivace, Largo und Allegro.

"Singet, singet" klang es in der Bach’schen Motette anspornend und ermunternd von den Chorsängern, die in den verschiedenen Stimmen immer wieder fröhlichen Jubel ertönen ließen, übergehend in ein bittendes "Gott nimm dich ferner unser an" und endend mit einem feierlichen "Lobet den Herren".

Innig und voll Glaubensüberzeugung sang der vielstimmige Chor, stets behutsam, aber auch, wenn nötig energisch, temperament- und kraftvoll geleitet von seiner zierlichen Dirigentin. Einen großen musikalischen Kontrast stellte das Sanctus von Ola Gjeilo dar, einem Zeitgenossen, der unbekümmert musikalische Kontraste setzte. Sanctus und Hosanna erklangen in vielstimmigen Variationen. Manchmal imponierten die Stimmen wie schwingende und vibrierende Saiten eines Streichinstrumentes, aber auch in fremd anmutenden Tonfolgen, bis hin zu schmerzhaft empfundenen Dissonanzen.

Als Abschluss hatte man die große Rheinberger-Messe gewählt, komponiert zum ausgehenden 19. Jahrhundert, klassisch-romantisch und überzeugend. Der Chor und seine Leiterin boten große, wundervolle Musik, die mit begeistertem Applaus vom Publikum gewürdigt wurde, bevor mit einer feierlichen Zugabe "Bleib bei uns, denn es will Abend werden" das Konzert endete.

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