Wo bislang noch die Remondis-Container gelagert werden, entsteht das neue Recycling-Center. Foto: Breitenreuter

Suche hat ein Ende: Neue Einrichtung entsteht im Gewerbegebiet Hochgerichtsäcker nebem dem neuen Bauhof.

Freudenstadt - Aufatmen bei der Stadtverwaltung und auch bei vielen Gemeinderäten: Freudenstadt hat einen neuen Standort für das Recycling-Center. Es entsteht an der Heinrich-Hertz-Straße im Gewerbegebiet Hochgerichtsäcker, gegenüber des neuen Bauhofs.

Geraume Zeit es gedauert, bis der neue Standort gefunden war. Das bisherige Recycling-Center im Bauhof muss verlegt werden, wenn im Sommer der Bauhof in den Neubau umzieht und die alten Hallen an der Ludwig-Jahn-Straße einem Einkaufszentrum weichen müssen. Der ursprünglich von der Verwaltung vorgeschlagene Platz für das neue Recycling-Center auf den Bärenwiesen nahe dem Kreisverkehr beim Friedhof war umstritten und hatte im Gemeinderat keine Mehrheit gefunden. Deshalb hatte die Stadt den Prüfauftrag für ein Gelände an der Bacherkreuzung beim Restaurant Mc Donald’s erhalten.

In der jüngsten Gemeinderatssitzung legte die Verwaltung jetzt das Ergebnis vor, das schlichtweg lautete, dass der Standort ungeeignet ist. Vorausgegangen waren laut OB Julian Osswald mehrere Termine mit dem Abfallwirtschaftsamt des Landkreises, das das Recycling-Center betreibt und baut, und dem Planungsbüro.

Ausschlaggebend für die Ablehnung des Standorts an der Bacherkreuzung durch das Landratsamt waren laut Sitzungsvorlage des Gemeinderats die kritische Zufahrtssituation für die Abholung der Container und Behälter, der relativ große Eingriff in das Gelände und der damit verbundene hohe finanzielle Aufwand, die nicht mögliche Überwachung des Recycling-Centers wegen der isolierten Lage und die schlechte Erreichbarkeit für Fußgänger.

Doch auch die Suche nach weiteren Alternativen blieb erfolglos. Übrig blieb eine Fläche im Gewerbegebiet Hochgerichtsäcker, die von SPD-Stadtrat Karl Müller schon in einer früheren Sitzung vorgeschlagen worden war. Es handelt sich dabei um eine private Gewerbefläche neben einem Baugeschäft, das von der Stadt angepachtet werden muss. Die Verhandlungen mit dem Grundstücksbesitzer ergaben, dass eine Pacht auf 20 Jahre möglich wäre.

Oberbürgermeister Julian Osswald ließ keinen Zweifel daran, dass ein Recycling-Center in Freudenstadt ein wichtiger Bestandteil der Infrastruktur ist. Dies untermauerte Eugen Haizmann vom Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises mit Zahlen. So seien im vergangenen Jahr in Freudenstadt 300 Tonnen Gartenabfälle, 140 Tonnen Papier und 40 Tonnen Schrott abgegeben worden.

In der Gemeinderatsdiskussion fragte Stadtrat Eberhard Haug (SPD), ob man in den nächsten 20 Jahren überhaupt noch ein Recycling-Center brauche. Dies beantwortete Eugen Haizmann mit einem klaren Ja. Das neue Kreislaufwirtschaftsgesetz fordere noch mehr Recycling. An der Wiederverwertung von Stoffen werde sich in den nächsten Jahren nicht viel ändern.

Mit dem neuen Standort nicht anfreunden konnte sich Stadträtin Beate Gaiser (Freie Wähler). Sie sehe nicht ein, dass die Stadt Pacht zahle, wenn eigene Grundstücke vorhanden sind, sagte sie und spielte damit noch mal auf den ursprünglich vorgeschlagenen Platz am Kreisverkehr an. Dieses Thema sei vom Tisch, bemerkte der OB, denn der Gemeinderat habe diesen Platz abgelehnt. Nach der Eignung des neuen Standorts fragte auch Stadträtin Kerstin Forster (Freie Wähler). Eugen Haizmann erläuterte, dass der Standort günstig zu erschließen und bautechnisch umsetzbar sei.

Die Abstimmung fiel deutlich aus. Mit 17 Stimmen wurde der neue Standort an der Heinrich-Hertz-Straße abgesegnet. Sechs Gegenstimmen und zwei Enthaltungen kamen von der Fraktion der Freien Wählervereinigung. Das neue Recycling-Center soll nun zügig umgesetzt werden. Zurzeit stehen noch Container der Firma Remondis auf der Fläche, die nach Aussage des Unternehmens noch verlagert werden müssen. Doch bis zum Umzug des Bauhofs und dem Abriss der alten Gebäude wird das neue Recycling-Center wohl noch nicht fertig sei und Freudenstadt muss wahrscheinlich eine zeitlang ohne auskommen.