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Freudenstadt Stadt wird Teil des Baumhaus-Wanderpfads

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Hoch hinaus muss Baumkletterer Gabriel Weber. Forstwirt und Baumpfleger Michael Weik sorgt für seine Sicherheit. Foto: Sannert

Freudenstadt - In einem Baumhaus mitten im Wald übernachten – dieses Erlebnis können Familien und Wandergruppen bald im Teuchelwald genießen. Freudenstadt wird Teil des Baumhaus-Wanderpfads, der von Bad Herrenalb ausgeht.

Angefangen hat alles vor sieben Jahren, als der Sozial- und Religionspädagoge Tobias Weißenmayer mit einer Calwer Pfadfindergruppe eine mehrtägige Wanderung durch die Wildnis unternahm. Sie übernachteten in kleinen Hütten, die Wandergruppen kostenlos zur Verfügung standen. "Im Schwarzwald gibt es so etwas nicht", sagte sich Weißenmayer, der ähnliche Übernachtungsmöglichkeiten anbieten wollte. Doch die hierzulande geltenden baulichen Vorschriften standen dem im Weg. Die Vorschriften gelten jedoch nicht für ein Baumhaus, da es nicht mit dem Erdboden verbunden ist.

Tourismusdirektor von Idee begeistert

Fünf Jahre später entstand der erste Prototyp in Zusammenarbeit mit dem Calwer Pfadfinderstamm "Sternfahrer" und mit Jugendlichen aus Bad Herrenalb. Vor zwei Jahren wurde dann der Verein "Bund für Baumhaustechniker – Bildung, Forschung, Natur, Sport und Jugend" aus der Taufe gehoben, um das Baumhausprojekt weiterzuentwickeln.

Das erste Baumhaus wurde 2017 in Bad Herrenalb aufgebaut. Noch in diesem Sommer sollen in Bad Teinach und in Freudenstadt zwei weitere dazukommen und im nächsten Jahr noch eins in Bad Wildbad. In Calw ist die Planung für das fünfte Objekt abgeschlossen.

Alle Baumhäuser liegen am Ostweg. "Unser großes Ziel ist ein Baumhaus-Wanderpfad für Mehrtageswanderungen", erklärt Weißenmayer, der sich vorstellen kann, entlang der Route weitere Baumhäuser zu bauen. Mit der Idee, von Bad Herrenalb bis nach Freudenstadt einen Baumhaus-Wanderpfad einzurichten, ist der Pädagoge auf Michael Krause zugegangen. Der war begeistert. "Ich hatte sofort gedacht, da sollten wir dabei sein", sagt der Freudenstädter Tourismusdirektor, der sich auf die Suche nach einem geeigneten Standort machte, zunächst beim Trekkingcamp Kniebis, dann beim Panorama-Bad. Am Ende entschied man sich für den Teuchelwald.

Nach Gesprächen mit Claudia und Franz Tremmel vom Waldcafé war die Standortfrage geklärt. Die Wirte werden den Übernachtungsgästen das Außen-WC des Waldcafés zur Verfügung stellen und auch eine kleine Hütte, in der sie nachts bei Starkregen oder Gewitter Schutz finden. "Der Platz ist für uns bestens geeignet", freut sich Weißenmayer.

Inzwischen sind die behördlichen Hürden genommen und die drei großen Weißtannen vermessen. Störende Bäume wurden beseitigt und das Totholz in den Baumkronen entfernt. Die Vorarbeiten hat Weißenmayer mit einem ganzen Team an Seilklettertechnikern sowie einem Forstwirt und Baumpfleger erledigt. Demnächst soll es richtig losgehen. Weißenmayer will in der letzten Woche der Sommerferien das Baumhaus bei einer erlebnispädagogischen Woche mit Jugendlichen aus Freudenstadt sowie Betreuern und Fachpersonal aufbauen. Sobald das Baumhaus steht, können die ersten Übernachtungsgäste einziehen.

Fernwanderwege sollen aufgewertet werden

Interessenten gibt es bereits, denn das Baumhaus in Bad Herrenalb ist mit etwa 500 Übernachtungen pro Jahr ausgebucht. Weißenmayer ist sich sicher: "Wir werden mit unserem Angebot die Fernwanderwege aufwerten und die Wanderinfrastruktur verbessern, und wir werden Menschen mit geringerem Einkommen ein Naturerlebnis bieten." Zudem werde die Infrastruktur vor Ort gestärkt. Weil sich in Freudenstadt Westweg, Ostweg und der Mittelweg kreuzen, sei der Standort ein wichtiger Knotenpunkt.

"Wenn es uns gelingt, den Tourismus mit diesem Projekt zu fördern und Menschen in unsere Region zu bringen, ohne große Hotelanlagen zu bauen und die Natur zu zerstören, dann haben wir unser Ziel erreicht", sagt der Sozial- und Religionspädagoge. Auch Michael Krause ist sich sicher: "Wir haben hier ein ganz neues, attraktives Angebot."   An der Natur interessierte Jugendliche ab zwölf Jahren, die beim Aufbau des Baumhauses mit dabei sein wollen, können sich unter info@baumhaustechniker.de bewerben.

Das von Tobias Weißenmayers Firma Baumhaustechnik entworfene Baumhaus wird an drei großen Bäumen in zehn bis 15 Metern Höhe mit einem speziellen, auf die jeweiligen Bäume angepassten patentierten System befestigt – und zwar so, dass die Bäume weiter wachsen können. Das achteckige Baumhaus aus Weißtannenholz aus nachhaltigem Anbau hat einen Durchmesser von fünf Metern und schwebt etwa drei Meter über dem Boden. In ihm können bis zu acht Personen mit Schlafsack und Isomatte übernachten. Eine Nacht im Baumhaus kostet je Gruppe 89 Euro. Ins Baumhaus gelangen die Gäste nach der Online-Buchung über eine Leiter und durch eine mit einem Code-Schloss versehene Luke. Dank einer Solarzelle gibt es im Inneren Licht und eine Handyladestation. Die Hülle des tippiartigen Baumhauses besteht aus Plexiglas-Elementen aus UV-beständigem Sicherheitskunststoff. Die Elemente lassen sich verschieben und erlauben, das Baumhaus teilweise zu öffnen. Die Baukosten inklusive einem Teamevent für Jugendliche belaufen sich auf 22 000 Euro. Die Mieteinnahmen werden unter Investoren, Verein und Waldbesitzer aufgeteilt. Unterstützt wird das Baumhausprojekt von der Tourismus GmbH Nördlicher Schwarzwald, vom Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord und von Leader plus. Bauherr in Freudenstadt ist Freudenstadt Tourismus.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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