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Freudenstadt Stadt will Anschluss nicht verlieren

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Die Anbindungen sind für Reisende aus Freudenstadt bislang recht gut. Mit einer Verlängerung der S-Bahn-Linie 1 nach Nagold könnte sich das ändern. Foto: Fritsch

Freudenstadt - Das Thema ist kompliziert, der Wunsch dafür eindeutig – wird Nagold an die S1 angehängt, will Freudenstadt nicht auf der Strecke bleiben. Was hat die S-Bahn in Nagold mit Freudenstadt zu tun?

Ulrich Grosse, Nahverkehrsberater aus Tübingen, sollte in der Sitzung des Ausschusses für Infrastruktur und Umwelt Licht ins komplexe Geflecht aus Fahrtakten und Haltepunkten bringen. Das Problem: Erfährt Nagold eine Verbesserung in der Anbindung nach Stuttgart, könnte das auf der vielbefahrenen Strecke zu einer Verschlechterung der Anbindung nach Freudenstadt führen. Und das sieht man in der Nordschwarzwald-Metropole natürlich nicht gerne. Zumal der Freudenstädter Stern (das Zusammentreffen der Bahnlinien aus dem Kinzigtal, dem Murgtal und dem Gäu) bislang eine gute Anbindung für Reisende nach und ab Freudenstadt gewährleistet, und sich die Stadt zudem finanziell an der Elektrifizierung der Murgtalbahn beteiligt hatte. Da kommt eine Verschlechterung der Anbindung einem Rückschritt gleich.

Laut Grosse sei eine Verlängerung der S-Bahn-Strecke bis Nagold theoretisch machbar, praktisch allerdings ein Problem. "Die Stabilität des Fahrplans leidet. Die Gäubahn südlich von Horb sowie die Strecken nach Nagold und nach Freudenstadt sind nur eingleisig befahrbar", gibt Grosse zu bedenken. Unterm Strich bedeute dies: Sämtliche Strecken südlich von Herrenberg würden in Mitleidenschaft gezogen, Verspätungen seien die Folge – und: "Die Fehlerquote ist jetzt schon beachtlich", so Grosse.

Fernbusse seien im Kommen

Freudenstadt müsse den Blick darauf richten, was in den kommenden Jahren bei der Gäubahn passiere, so der Experte. Ein Ausbau der Strecke Singen – Horb entzerre den dichten Zeitplan um zehn Minuten. Der kostet allerdings 134 Millionen Euro. Angesichts der Kostenexplosion bei Stuttgart 21 sei ein Ausbau nicht vor 2022 zu realisieren. So lange halte der Fernverkehr auf der Gäubahn aber nicht durch. Fernbusse seien im Kommen, das erhöhe den Handlungsdruck auf die Bahn. Also muss eine kurzfristige Strategie her.

Die Lösung könnte so aussehen: Eine "Ringbahn Nordschwarzwald" könne ab Nagold mit allen Halten über Hochdorf, Eutingen bis Herrenberg fahren, dann weiter als Regionalbahn nach Stuttgart-Vaihingen und bis Feuerbach als S-Bahn. Von dort als Regionalbahn nach Weil der Stadt und als Ringbahn über Calw zurück nach Nagold. Hier wäre eine stündliche Taktung möglich und die Anbindung würde Freudenstadt keine Probleme bereiten, so Grosse.

Die Ausschussmitglieder interessierte vor allem das Zeitfenster, in dem der Nagolder Anschluss optimiert werden soll. Eine genaue Antwort gab Grosse hier nicht: "Es gibt ein Finanzierungsproblem. Wir reden hier von einem Zeitraum von zehn Jahren plus x." Das Hauptaugenmerk auch aus Freudenstädter Sicht müsse zunächst auf der Gäubahn liegen. Doch welche Einflussmöglichkeiten haben hier Stadtverwaltung und Gemeinderat überhaupt? Das wollte auch Andreas Bombel (CDU) wissen. Was das Schienennetz betrifft, so sei, bis auf einen Abschnitt, den der Landkreis Calw gekauft hat, das Land zuständig und somit auch Entscheidungsträger. Dennoch werde der Kreis Freudenstadt bei den Verhandlungen, auch im Hinblick auf die Gäubahn, seine Stimme erheben. Bürgermeister Gerhard Link: "Über die Veränderungen wird im Januar der Kreistag diskutieren. Im Frühjahr werden wir im Ausschuss nochmals über das Thema sprechen."

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