Am Stand des Landkreises Freudenstadt bei der CMT in Stuttgart (von links): der Freudenstädter Tourismusdirektor Michael Krause, Regisseur Rainer Lernhardt und Hotelier Steffen Schillinger. Foto: Hopp

Bei der Urlaubsmesse in Stuttgart präsentiert Tourismusdirektor Michael Krause die Karte "Schwarzwald+".

Freudenstadt/Stuttgart - So schlecht kann "Schwarzwald+" nicht sein, wenn die Schwarzwald Tourismus GmbH mit Sitz in Freiburg sauer darauf ist… Freudenstadts Tourismusdirektor Michael Krause stellte das Bonus-Programm bei der Urlaubsmesse CMT in Stuttgart vor. Ein Journalist fragte dabei, was die Schwarzwald Tourismus GmbH (STG) davon hält. Im Publikum saß Wolfgang Weiler, Leiter der Öffentlichkeitsarbeit der STG. Er sagte: "Wir sind unglücklich über die Namensgebung. Das verhindert eine gemeinsame Karte." Kann aber auch daran liegen, dass die "Schwarzwald Card" der STG für Erwachsene ab 35 Euro verkauft wird und sich nicht einmal 10 000 Mal im Jahr verkaufen soll, wie der Schwarzwälder Bote erfuhr. "Schwarzwald+" ist dagegen kostenlos. Eingeführt wird die Karte im Februar. Wie "Schwarzwald+"-Entwickler Andreas Feustel sagt, habe man die Karte technisch so konzipiert, dass sie mit anderen Karten gemeinsam genutzt werden könnte: "Damit man die vielen Karten irgendwann einmal zusammenschließen kann."

Baiersbronn und Freudenstadt, die gemeinsam 700 000 Euro in "Schwarzwald+" investiert haben, gehen jedenfalls davon aus, dass sich das lohnt. Feustel: "Diesen Kartenbonus gibt es in Bad Hindelang, in Oberstauffen und im Hochschwarzwald. In den Jahren 2011 und 2012 haben sich die Übernachtungszahlen bei allen teilnehmenden Betrieben um acht Prozent erhöht. Bei den Nicht-Teilnehmern sind sie konstant geblieben." Steffen Schillinger vom Waldhotel Zollernblick sagt: "Wir wollen weg von den Gästen, die nur im Hotel ›All-Inclusive‹ nutzen. Für uns als Hoteliers ist das eine tolle Marketing-Idee, die Mehrwert bringt. Auch wenn ich da 2,50 Euro pro Gast abführe – es erhöht die Chance, dass er sagt: ›Ich habe so tolle Schnäppchen gemacht, dass ich noch eine Flasche Wein bestelle.‹"

Bisher haben sich 50 Hoteliers und Gastgeber gefunden, die bei "Schwarzwald+" mitmachen. Bei seinem neuesten Projekt, der Lauterbad-Hütte, sitzt Steffen Schillinger auf heißen Kohlen. Er sagt: "Der Förderbescheid von der L-Bank ist immer noch nicht da. Ich hoffe, der kommt noch diese Woche oder spätestens nächste Woche. Am 2. August habe ich meine erste Hochzeit da oben – dann muss alles laufen." Nachdem der Gastronom gemeinsam mit Freudenstadts OB Julian Osswald die formalen Hürden wie die teilweise Rodung des Stokinger- Hangs genommen hatte, will er jetzt so schnell wie möglich die Bodenplatte, die Wände und das Dach aufstellen. Schillinger: "Die Handwerker werden sich da stapeln, damit alles rechtzeitig fertig wird." Dann verspricht er einen Mix zwischen "Omas Rockzipfel und Victorias Secret" sowie 67 Sitzplätze innen und 80 außen.

Auch Rainer Lernhardt ist noch ein bisschen im Stress: Zwar hat er schon die 80 Seiten für das Freudenstädter Sommertheater fertig geschrieben, doch jetzt ist ihm einer der Amateurschauspieler abgesprungen. Lernhardt: "Ich suche dringend jemanden, der sich vorstellen kann, als Bergmann in ›Die Silbermine‹ aufzutreten."

Auch eine Regie-Assistenz fehlt noch. Lernhardt: "Wir machen das Stück im Bärenschlössle im Christophstal." Eigentlich wollte er den Krimi um den mysteriösen Silberschwund im Bergstollen direkt am Eingang des Bergwerks aufführen, doch dort gibt es keinen Strom. Die Proben sollen schon Anfang Februar starten.

Und was hat Freudenstadt noch Neues zu bieten? Der Tannenriesenweg wird ab dem Frühjahr ebenso zu entdecken sein wie der Wildpfad und der Klostersteig am Kniebis. Der sportliche Höhepunkt ist der "Intersport K30 Run" am 30. August. Laut Tourismusdirektor Krause ist auch Thomas Hellriegel, der erste deutsche Ironman-Sieger, auf der 30-Kilometer-Strecke am Start.

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