Foto: Riesterer

Neuer Entwurf des Bebauungsplans wird ausgelegt. Gebiet soll als Mischgebiet ausgewiesen werden.

Freudenstadt - Der neue Entwurf des Bebauungsplans Sonneneck wird ausgelegt. Einige Änderungen waren in der Vergangenheit nötig, bis der Gemeinderat Freudenstadt in seiner jüngsten Sitzung zustimmte.

Insbesondere der geplante Umzug des Discounters Aldi und des Drogeriemarkts dm aus dem Gewerbegebiet Wittlensweiler ins "Sonneneck" an der Stuttgarter Straße gegenüber der Einmündung der Musbacher Straße hatte bei einigen Stadträten, den Bewohnern von Wittlensweiler und dem Handels- und Gewerbeverein (HGV) für Ärger gesorgt. Schließlich wurde der Bebauungsplanentwurf gekippt, mit dem eine solche Ansiedlung möglich gewesen wäre.

Nun soll das Gebiet als Mischgebiet ausgewiesen werden. Die möglichen Verkaufsflächen wären damit für einen Discounter zu klein, betonte Oberbürgermeister Julian Osswald. Es sei ein völlig anderer Planentwurf, die Anregungen und Bedenken seien in Abstimmung mit dem Investor umgesetzt worden.

An der Außenansicht wird sich dabei nicht viel ändern: Es wird nach wie vor drei Gebäude und eine Tiefgarage geben, erläuterte Rudolf Müller, Leiter des Amts für Stadtentwicklung. Die maximale Verkaufsfläche liege bei 650 Quadratmeter in der Ebene 0. Eine weitere Verkaufsfläche von maximal 150 Quadratmetern gebe es in Ebene 1.

Nach wie vor ist geplant, dass sich im "Sonneneck" eine Systemgastronomie und ein Café niederlassen können. Außerdem sollen Büros und Wohnungen entstehen. Dafür sind die Ebenen 2 bis 4 vorgesehen.

Strenge Vorschriften in Sachen Lärm

Insbesondere für die Wohnungen kämen strenge Lärmschutzvorschriften zum Tragen. Mit Laubengängen, die der Investor plane, sei aber schon einiges an Schutz geboten, so Müller. Es sei kein einfacher Prozess gewesen, sagte Müller am Schluss seiner Ausführungen.

SPD-Fraktionsvorsitzender Eberhard Haug betonte, die Beharrlichkeit des Gemeinderats habe sich ausgezahlt und er sei glücklich mit der neuen Lösung. Ohne das Gremium sei sie aber nicht möglich gewesen. Schon als es vor fast einem Jahr um das Thema gegangen war, hatte sich seine Fraktion gegen den damaligen Plan ausgesprochen.

Sein Fraktionskollege Karl Müller konnte sich ihm nicht anschließen. Er bemängelte, dass zwar alles für den Autoverkehr geregelt sei, er vermisse aber eine Lösung für den Radverkehr.

Dem widersprach Rudolf Müller vehement. Der Radverkehr solle über die geplante Kärntnerstraße durch das Wohngebiet Sonnenhalde und dann zur Bacherkreuzung geleitetet werden, sobald es erschlossen sei. Und das Wohngebiet werde gebraucht – vor allem im Hinblick auf den Kohlstätter Hardt, auf dem es langsam eng werden würde, betonte Osswald.

Kritik an Einzelhandel ärgert Osswald

Insbesondere an der Nutzung als Wohngebäude äußerte Elisabeth Gebele (BA) Zweifel. Manche Fenster würden sich dann doch gar nicht öffnen lassen, habe sie in der Sitzungsvorlage gelesen. Wer wolle in so einer Wohnung leben, fragte sie. Man habe es in den Entwurf schreiben müssen, mit den Laubengängen werde das aber nicht nötig sein, sagte Osswald. Und letztlich sei es Sache des Investors, dieses Risiko zu tragen.

Allerdings wurde in der Sitzung Kritik am Einzelhandel im "Sonneneck" laut. Dies sorgte bei Osswald sichtlich für Ärger. Der Gemeinderat habe den Einzelhandel als Nahversorger für das geplante Wohngebiet Sonnenhalde selbst ins Gespräch gebracht. Und der Einzelhandel sei auch notwendig für die Nahversorgung, in der "Sonnenhalde" würden bis zu 1000 neue Bewohner erwartet. Nun wieder am neuen Konzept zu rütteln, sei unanständig. Man solle sich nicht unglaubwürdig vor dem Investor machen und anderen, die möglicherweise in Freudenstadt investieren wollen. Als Investor würde er nicht in Freudenstadt investieren, sagte Osswald.

Dem hielt Regine Haug (SPD) entgegen, sie lasse sich von Osswald kein schlechtes Gewissen machen. Sie sei den Bürgern verpflichtet und nicht den Investoren.

Beate Gaiser (FWV) sprang dem OB bei. Das Gremium habe wirklich einen Lebensmittelhandel gewollt, aber von der Entwicklung sei es überrascht worden und habe die Notbremse gezogen. Es sei gut, dass der Investor auf die Forderungen eingegangen sei. CDU-Fraktionsvorsitzender Andreas Bombel schloss sich der Argumentation Beate Gaisers an.

Bei fünf Gegenstimmen wurde die Auslegung des Bebauungsplans beschlossen.

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