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Freudenstadt Sie sieht, was niemand sehen möchte

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Nach der zweistündigen Aufführung nehmen das Ensemble und Else Schwenk-Anger den nicht enden wollenden Applaus des Publikums entgegen. Fotos: Adrian Foto: Schwarzwälder-Bote

Nahezu voll besetzt war das Freudenstädter Kur-theater, wurde doch Premiere gefeiert: "Apovilya" – eine musikalische Geschichte über die weit über die Grenzen Alpirsbachs hinaus bekannte Kinderbuchautorin Else Schwenk-Anger stand auf dem Programm.

Freudenstadt. Aber nicht nur als Kinderbuchautorin ist Else Schwenk-Anger bekannt, sondern auch durch ihr enormes Engagement für rumänische Waisenkinder und die Gründung des Vereins Kinderreigen, mit dessen Hilfe viele Spendengelder für "ihre" Waisenkinder gesammelt wurden. Und genau diese Geschichte, die folgerichtig starke autobiografische Züge trägt, war das Thema des Abends. Musik, Gesang, viel schauspielerisches Talent und eine beeindruckende Bilderinstallation im Bühnenhintergrund prägten den Gesamteindruck.

Die Geschichte handelt von einer ganz normalen Alpirsbacher Familie, die mit der trostlosen Situation von rumänischen Waisenkindern konfrontiert wird. Spontan macht sich die Mutter, wunderbar und authentisch dargestellt von Anita Steiner, auf den Weg, um selbst zu sehen, was eigentlich niemand sehen möchte. Sie fährt nach Apovilya und begegnet im dortigen Waisenhaus völlig traumatisierten, einsamen und ungeliebten Kindern, meisterhaft gespielt von Jungen und Mädchen der Waldorfschule und auch aus dem eigenen Familien- und Freundeskreis der Autorin.

Tief geschockt kehrt die Mutter nach Hause zurück, nachdem sie den Waisenkindern versprochen hatte: "Ich komme wieder." Von zu Hause aus wird Hilfe organisiert. Die Mutter kommt zurück nach Apovilya, es wird ein neues Kinderheim gebaut, liebevolle Pflegeeltern betreuen künftig fröhliche Kinder, und alles findet ein glückliches Ende.

Freude und Trauer, Glück und Leid und vor allem der Mut, scheinbar Unmögliches zu wagen, prägen die Geschichte von einer Frau, die mit Herz und Verstand zu Werke geht. Die Hauptdarstellerin Anita Steiner hatte auch Regie geführt und mit großem Talent das Geschriebene zusammen mit Musik ins Darstellerische umgesetzt. Am Flügel begleitete Sebastian Knab höchst gefühlvoll die verschiedenen Sänger, imponierte aber auch mit eigenen Texten und Improvisationen.

Schön waren der Gesang der Waisen- und Straßenkinder, das "Lied des Waisenkindes", das Lia Weyer solistisch eindrucksvoll untermalte und auch das berührende "Schutzengel-Lied", von der Mutter der Kinder gesungen.

Die siebte von insgesamt 13 Szenen war rein musikalisch gestaltet. Der Pianist Michael Grüber spielte Werke von Peter Kleckner, den Else Schwenk-Anger einst in Rumänien kennengelernt hatte und dessen Weisen im gesamten Musical immer wieder zu hören waren. Die Sopranistin Henrike Nonnenmann sang eindrücklich und mit Hingabe Lieder dieses Komponisten.

In der Trostlosigkeit konnten die Kinder wenigstens träumen, und Karin Olsen ließ im Schleiertanz vor stimmungsvollem Hintergrund ihre Schleier wehen. Immer wieder klang Hoffnung auf, die sich letztlich ja auch erfüllte. Voller Freude tanzten die Kinder ihren Kinder-Reigen.

Als nach gut zwei Stunden das Licht auf der Bühne erlosch, ertönte lauter, stürmischer Applaus, der nicht enden wollte, und als Else Schwenk-Anger sichtlich beglückt auf die Bühne gelockt wurde, kannte der Jubel keine Grenzen.

 
 

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