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Freudenstadt Schauspieltruppe versinkt im Chaos

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Die Badische Landesbühne belegte mit ihrem Auftritt im Kurtheater: Ein Chaos darstellen zu können, erfordert ein Höchstmaß an schauspielerischer Disziplin. Foto: Empl Foto: Schwarzwälder Bote

Mit dem Finale des Stücks "Der nackte Wahnsinn" fiel auch der letzte Vorhang der abgelaufenen Theaterspielzeit im Kurhaus in Freudenstadt. Mit der Badischen Landesbühne hatte der Reigen der Veranstaltungen begonnen, und mit ihr endete er.

Freudenstadt. Die Bruchsaler Truppe holte nochmals zum großen Wurf aus. Der Titel des Stücks, vom Engländer Michael Frayn verfasst, trifft voll ins Schwarze. Es ist ein wirklicher Wahnsinn, der sich fast drei Stunden lang über die Theaterbühne breitet – als Spaß und zugleich Zumutung für das Publikum, das diesem Irrwitz ausgeliefert ist.

Doch das Chaos ist kalkuliert: es treibt die Protagonisten an den obersten Level ihrer Leistungs- und die Besucher an die Grenze ihrer Aufnahmefähigkeit. Im Kern geht es um die Generalprobe eines Tourneetheaters. Die Premiere der Komödie "Nackte Tatsachen" steht bevor, die handelnden Personen geraten in Panik. Der Hintergrund: Im selben Haus prallen verschiedene Interessen aufeinander. Eine Haushälterin will mal so richtig ausspannen, ein Paar ist auf einen Quicky aus, ein anderes verbirgt sich vor der Steuerfahndung, und ein Einbrecher möchte sich am Vermögen anderer bedienen.

Ein Boulevardstück verläuft nach bestimmten Regeln und diese aufeinander abzustimmen, stellt die Truppe vor ein enormes Problem: Zu unterschiedlich sind die Charaktere, so manche Macke schleppen sie mit sich herum. Da mag der Regisseur der "Nackten Tatsachen" einen Schreikrampf nach dem anderen kriegen. Es läuft nichts so, wie es soll.

Zauberwort Sardinen

Arne Retzlaff hat die Farce beziehungsweise Parodie mit der Ausstattung von Franziska Smolarek für den Theaterbetrieb inszeniert. Mit Evelyn Nagel, Martin Behlert, Sina Weiß, David Meyer, Cornelia Heilmann, Hannes Höchsmann, Markus Hennes, Elena Weber und Tobias Kern sind ausgewiesene Charakterdarsteller am Werk, die nach vielen Auftritten im Theater im Kurhaus die Bühne kennen wie ihre Westentasche. Anders hätten sie sich gewiss den Hals gebrochen bei ihrem Körpereinsatz. Auch die Stimmbänder der Darsteller hatten fortwährend Höchstleistungen zu erbringen.

Aber auch das Publikum hatte sein Päckchen zu tragen: Das stakkatoartige Türenschlagen auf der Bühne ging auf die Gehörknöchelchen, die Lautstärke der Auseinandersetzungen, Regieanweisungen und Textpassagen legten sich schwer auf das Gemüt so manchen Besuchers, der vor Ende des Stücks den Rückzug antrat. Der Wechsel von Perspektiven – aus der Sicht des Zuschauerraums, dann der Blick auf die Hinterbühne und schließlich wieder die Sicht des Zuschauers – stellte besondere Anforderungen an das Ensemble.

Der Regisseur findet Autor Michael Frayn, die Grundidee des Stücks und seine Konstruktion "genial". Sie zeugten von einem "tiefen Theaterverständnis". Eine Art Zauberwort begleitete den "Nackten Wahnsinn" durchgehend: Sardinen. Der Zuschauer fragte sich, was es wohl damit auf sich habe. Die Erklärung liefert Michael Frayn selbst: "Es ist als Witz gedacht. Wenn Sardinen involviert sind und den Leuten die Hosen herunterrutschen und Wörter wie ›Sittenstrolch‹ erwähnt werden, dann ist das irgendwie witzig."

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