Ursula Cantieni. Foto: dpa

Fallers-Darstellerin Ursula Cantieni unterstützt Befürworter. "Nationalpark ist für mich wie Kirche".

Freudenstadt - Ein Nationalpark im Schwarzwald ist umstritten. Nun haben die Befürworter prominente Unterstützung bekommen. Bei einer Veranstaltung des Freundeskreises Nationalpark Schwarzwald in Baiersbronn stellte sich Schauspielerin Ursula Cantieni, bekannt aus der Fernsehserie »Die Fallers« und der TV-Ratesendung »Sag die Wahrheit«, als Befürworterin des Projekts vor. Wir sprachen mit ihr über den Nationalpark.

Frau Cantieni, Sie möchten in der Öffentlichkeit für die Einrichtung eines Nationalparks im Schwarzwald werben. Warum engagieren Sie sich für dieses Projekt?

Ich bin eine begeisterte Wanderin und kenne den Schwarzwald sehr gut. Wir haben hier eine fantastische Landschaft, die wir erhalten und optimieren sollten. Der Südschwarzwald ist schon viel zu zersiedelt. Im Nordschwarzwald sieht es noch besser aus, aber es ist auch hier höchste Zeit, mehr für den Naturschutz zu tun. Ein Nationalpark bietet die Chance, der Natur wenigstens einen Teil der Fläche wieder zurückzugeben und ein Projekt zu starten, von dem viele Generationen profitieren können. In Deutschland wird an jedem einzelnen Tag ein Quadratkilometer Fläche zubetoniert. 100 Quadratkilometer Nationalpark wären folglich nur 100 Tage Verzicht auf Beton.

Das sehen im Nordschwarzwald nicht alle Bewohner so. Hier gibt es auch Kritiker, die einen Nationalpark ablehnen. Haben Sie Verständnis für die Gegner des Projekts?

Ich verstehe, dass es manchmal schwierig ist, sich auf etwas Neues einzulassen. Aber man muss auch über den eigenen Gartenzaun hinaus schauen und sachlich über die Risiken und Chancen von Veränderungen diskutieren. Das wünsche ich mir von den Projektgegnern. In anderen Regionen Deutschlands sehen wir, dass der Nationalpark-Zug dort nach ähnlichen Startschwierigkeiten zwischenzeitlich gut rollt. Ich bin mir sicher, dass wir auch hier viele begeisterte Mitreisende finden werden und die Region durch das Projekt profitieren wird – durch mehr Touristen und neue Arbeitsplätze.

Was fasziniert Sie an einem Nationalpark?

Ein Nationalpark ist für mich ein bisschen wie Kirche. Ein beeindruckender Ort, an dem man innehalten und die Schöpfung bestaunen kann. Ich denke, diese Faszination teilen viele Menschen, dafür sprechen auch die Besucherzahlen in anderen Parkregionen. Der Status Nationalpark ist heute für viele Touristen ein Markenzeichen, das Naturerlebnisse garantiert, und ursprüngliche Natur ist immer ein magischer Anziehungspunkt. Außerdem stelle ich es mir spannend vor, das Projekt Nationalpark zu begleiten und zu beobachten, wie der Wald sich entwickelt, wenn der Mensch ihn nicht nach seinen Interessen gestaltet und benutzt.

- Die Fragen stellte Sylvia Wiegert.

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