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Freudenstadt Reise in die Zeit der Bauernkriege

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Die Theatertruppe Dietersweiler mit der Vorsitzenden Verena Braun (links), der ehemaligen Museumsleiterin Maria Frick (Dritte von links), Regisseur Rainer Lernhardt (Vierter von rechts) und Museumsleiterin Elfriede Huß (rechts). Fotos: Günther Foto: Schwarzwälder Bote

Geradezu ins Mittelalter zurückversetzt fühlt man sich derzeit in Dietersweiler, zumindest, wenn man dienstagabends beim Dorfmuseum vorbeischaut.

Freudenstadt-Dietersweiler. Dort sind Mägde anzutreffen, die am Brunnentrog beim alten Fruchtspeicher Wäsche waschen. Dort hält die stolze Elisabeth von Neuneck Hof und verblüfft die versammelte Dorfbevölkerung mit einer Schenkung, während nebenan eine besorgte Ehefrau vergeblich versucht, ihren Mann von der Teilnahme am Bauernaufstand abzuhalten.

Seit einigen Wochen proben zwölf Aktive des Vereins Dorfmuseum Dietersweiler an einem historischen Theaterstück, das am 1. September anlässlich des 40-jährigen Bestehens des Vereins im Museumshof aufgeführt wird.

Fruchtspeicher steht im Mittelpunkt

Die Idee für dieses große historische Sommertheater hatte Maria Frick. Dabei war ihr wichtig, dass das einzige erhaltene historische Gebäude des Orts, der Fruchtspeicher, im Mittelpunkt steht. Über ihre Intention berichtet die ehemalige langjährige Museumsleiterin: "Unser Museum kommt ins Schwabenalter. Wwas lag da näher, als nach einer historischen Vorlage für ein Theaterstück zu suchen?" Hierfür hat Maria Frick lange, auch mit Hilfe eines Historikers, recherchiert. Entstanden ist daraus ein spannendes Theaterstück, das die Zuschauer mitnimmt in die Zeit der Bauernkriege, die auch in der hiesigen Gegend blutige Opfer forderten, und in eine Zeit, als Dietersweiler Lehensort der Adelsherren von Neuneck war.

Entstanden ist dabei vor allem auch ein Gemeinschaftswerk zahlreicher ehrenamtlicher Helfer und Theaterbegeisterter, die zusammen eindrücklich beweisen, zu welchen großartigen schauspielerischen Leistungen Laienschauspieler fähig sind. Wie diese Leistungen zustande kommen, zeigt sich bei einem Besuch der wöchentlichen Proben: Da wird nicht nur jede einzelne Szene, sondern jeder Satz, jedes Wort, jede Bewegung, Mimik und Geste unzählige Male eingeübt. Da wird festgelegt, wer wo stehen oder wer aus welcher Richtung und mit welcher Geschwindigkeit die Szene betreten muss. Zu beobachten und ob seiner Spielkunst zu bewundern ist ein bedauernswerter Dorfbewohner, der sich einem gräflichen Befehl nicht widersetzen kann und seine Ohnmacht, Verzweiflung und Wut nur mühsam unterdrückt.

Verblüffend ist, mit welcher Akribie und Sorgfalt eine Keilerei zwischen mehreren Bauern eingeübt wird. Derjenige, der da so großen Wert auf jedes kleinste Detail legt und seine zwölfköpfige Schauspieltruppe unnachgiebig und geduldig korrigiert, ist Rainer Lernhardt, Autor, Drehbuchschreiber und Regisseur des Stücks in einer Person. Lernhardt gilt in der gesamten Region als Garant für gelungene Theaterproduktionen, zuletzt inszenierte er mit großem Erfolg das Dornstetter Sommertheater. Ihm zur Seite steht mit Verena Braun eine rührige neue Vereinsvorsitzende, die im Hintergrund souverän alle Fäden zusammenhält.

Viele Helfer hinter den Kulissen

Und da gibt es noch viele weitere Helfer, die sich um die passenden Kostüme oder um die benötigten Requisiten kümmern. Denn bis zum großen Festwochenende gibt es noch viel zu tun. Besonders für die Schauspieler, für die im August eine "Urlaubssperre" verhängt wurde und die noch manche Proben zu absolvieren haben.

Was seine Arbeitsbedingungen beim Sommertheater anbelangt, ist Rainer Lernhardt voll des Lobes. Zwar hätten fast alle Schauspieler, so verrät er, noch nie zuvor Theater gespielt. Dies sei aber, so Lernhardt, "absolut nichts Schlechtes. Im Gegenteil, alle sind unverbraucht und unverdorben." Wie sich beim Probenbesuch weiter zeigt, scheinen seine Schauspieler mit seiner bewährten Methode, die Details möglichst vieler Szenen gemeinsam mit dem Ensemble festzulegen, sehr zufrieden zu sein. Überhaupt ist das Sommertheater Dietersweiler eine Gemeinschaftsleistung. Da legt Museumsleiterin Elfriede Huß die letzten fehlenden Kostüme bereit, während Maria Frick spontan einspringt und die Rolle eines verhinderten Schauspielers vorliest und Vorsitzende Verena Braun schnell noch die Einladungen für das Festwochenende fertigstellt.

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