Projekt BioWIN kostet 3,9 Millionen Euro. Vorbehalt: Entscheidung im landesweiten Wettbewerb.
Kreis Freudenstadt - Die Wirtschaftsregion Nordschwarzwald will eine Leitbranche zu biobasierten Werkstoffen aufbauen und zur Modellregion für "Nachhaltigkeit, Energie- und Ressourceneffizienz" werden.
Dafür wurde im Haushalt 2015 des Landkreises ein Zuschuss von 85.000 Euro bewilligt. Außerdem werden jährlich Zuschüsse von 14.166 Euro nötig. Der Kreistag hat dem so zugestimmt. Andere Projektpartner und Unternehmen aus der Region finanzieren das 3,9 Millionen Euro schwere Projekt mit.
Allerdings wird das Geld erst fällig, wenn das Land Baden-Württemberg im Januar einen positiven Bescheid schickt. Das Land hat den Wettbewerb "Regionale Wettbewerbsfähigkeit durch Innovation und Nachhaltigkeit – RegioWIN" aufgelegt. Damit sollen auch ländliche Gebiete Strategien für die Zukunft ihrer Wirtschaft entwickeln. Die Region Nordschwarzwald nimmt an diesem Wettbewerb teil. Am 16. Januar wird das Ergebnis verkündet, ob man ins Förderprogramm aufgenommen wird.
Das vorgeschlagene Projekt aus dem Nordschwarzwald heißt BioWIN. Diese Abkürzung steht für Biobasierte Werktstoffe im Nordschwarzwald. Das Projekt würde vom Technologiezentrum Horb (Förderung technologieorientierter Unternehmen) und dem Innonet Kunststoff (Netzwerk von Firmen, die mit Kunststoff arbeiten, und Hochschulen) getragen. Über 20 Unternehmen aus der Region wären daran beteiligt. Darunter die Großen wie Arburg oder fischer, aber auch die baden-württembergische Landesgesellschaft für Biotechnologie "BioPro".
Markus Wexel, Geschäftsführer der IHK Nordschwarzwald, sagt: "Wir würden was herholen, was es bundesweit mit dieser Kompetenz noch nicht gibt."
Auch die Landkreisverwaltung bewertet das Projekt positiv: "Das Kompetenz- und Transferzentrum für biobasierte Werkstoffe im Nordschwarzwald bietet die Chance, die bislang unzureichende Forschungs- und Entwicklungsinfrastruktur im Landkreis Freudenstadt aktiv auszubauen. Damit entsteht ein positiver Mehrwert für den Standort", heißt es in der Sitzungsunterlage.
Über das Förderprogramm des Landes würde das Projekt eine Finanzspritze erhalten. Allerdings konkurrieren dort 100 Projekte um EU-Fördermittel in Höhe von 65 Millionen Euro.