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Freudenstadt Referent schlägt St. Gallener Modell als Lösung vor

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Jörn Gutbier bei seinem Vortrag Foto: Bürgerinitiative Foto: Schwarzwälder-Bote

Freudenstadt. Jörn Gutbier vom Verein "Diagnose: Funk" hat auf Einladung der Bürgerinitiative Mobilfunk, des Naturheilvereins und des BUND im Kurhaus über das St. Gallener Modell in Sachen Mobilfunkstrahlung referiert.

Alle Menschen seien einer energiereichen Mobilfunkstrahlung ausgesetzt, die laut einigen Forschungsarbeiten zu Gesundheitsschäden führen könne, sagte Gutbier. Dabei wäre eine flächendeckende mobile Kommunikation auch bei viel geringeren Strahlungsintensitäten möglich. Aber der Gesetzgeber erlaube eine Belastung bis zu zehn Millionen Mikrowatt pro Quadratmeter. In anderen Ländern lägen die Grenzen deutlich niedriger: in der Schweiz bei 100 000 Mikrowatt und im österreichischen Bundesland Salzburg bei 10 Mikrowatt. Die WHO halte eine krebsauslösende Wirkung ab 100 Mikrowatt pro Quadratmeter für möglich, sagte Gutbier. Mobile Kommunikation funktioniere sogar bereits bei 0,00005 Mikrowatt.

Wirksame Maßnahmen zur Reduzierung gebe es zuhauf. Sie beginnen bei einer optimierten Standortwahl für Sendeantennen für eine Strahlungsausbreitung ohne Funkschatten und beinhalten den Vorschlag, mit Mobilfunknetzen nur den Außenbereich zu versorgen. Wer Verfügbarkeit in Häusern wolle, könne dies über einen Router gewährleisten, so Gutbier.

Die Schweizer Stadt St. Gallen hat ein lückenloses freies WLAN-Netz installiert, das mit minimalsten Leistungsdichten arbeitet. Die Lösung sind sogenannte Femtozellen. Das sind Sendeanlagen minimalster Sendeleistung, die in optimaler Verteilung eine lückenlose Flächenversorgung ermöglichen. Außerdem könne die Beschränkung auf ein Netz für alle Diensteanbieter die Strahlungsbelastung bei flächendeckender Netzversorgung auf die vom Verein "Diagnose: Funk" angestrebten ein Mikrowatt pro Quadratmeter senken, so Gutbier.

Eine Belastung innerhalb der eigenen Wohnung wäre fast vollständig zu vermeiden, wenn zur Datenübertragung eine Frequenz von 60 Gigahertz verwendet würde, statt bislang 0,9 bis 2,4 Gigahertz. Die hochfrequente Strahlung durchdringe kaum Gebäudewände, sagte Gutbier.

 

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