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Freudenstadt Pulsierendes Leben im Grandhotel

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[Bildunterschrift] Foto: Keck

Freudenstadt - Die Denkmalfreunde Waldlust hatten gerufen, und viele kamen: Am Wochenende pulsierte beim "Treffen der Weltenbummler" im historischen Gemäuer das Leben im ehemaligen Grandhotel Waldlust in Freudenstadt.

Bei der Veranstaltung kam es zum Stelldichein von Menschen, die mit Kunsthandwerk, großartiger Kostümierung, Modeschau und Konzert eine Epoche von Glanz und Gloria wieder auferstehen ließen. Sie machten sich damit zu Fürsprechern einer Zeit, in der auch Freudenstadt vor vielen Jahrzehnten mit der einstmals sehr noblen Hoteladresse global von sich reden machte.

Petra Haller von der historischen Event- und Modeagentur in Villingen führte in Zusammenarbeit mit dem hiesigen Denkmalfreunde-Verein Regie über das Kulturereignis, das Publikum weit über die Kreisgrenzen hinaus bis ins benachbarte Ausland anzog. Zu ihren Arbeitsprinzipien zählen die Restaurierung von bereits abgelegter Mode aus verschiedenen Epochen. Dabei geht es nicht nur um eine deckungsgleiche Wiederherstellung. Vielmehr befördert Fantasiekleidung den Reiz, sich zu schmücken und zu zeigen, und da machen auch Männer von sich reden, beispielsweise mit Cut, Gehrock und Zylinder.

Kenntnisreich und charmant führte Petra Haller durch eine Modeschau im ehemaligen Ballsaal. Besucherinnen, die Lust verspürten, einmal mit einem solchen Prachtgewand durch das Haus zu schreiten, konnten sich es sich für zwei Stunden mieten. Was wäre ein solche Aufmachung ohne die Accessoires. Dementsprechend wurden auch Hüte, Taschen und Schmuck feilgeboten.

Grundätzliche Gedanken um das Erscheinungsbild der Frau bewegen Hutmacherin Ulrike Hofmockel aus Dietenhofen. Ihre Domäne ist die historische Mode. Sie sieht eine "Abhängigkeit der ästhetischen Silhouette von der Hutform". Anschaulich stellte sie in ihren Erläuterungen die Entwicklung der Mode von 1860 bis etwa 1910 dar – von der typisch weiblichen Linie bis zur Gebrauchskleidung für die Arbeitswelt. Wer Lust verspürte, konnte sich über Stunden hinweg an dem runden Dutzend Stände in die Details vertiefen. Vieles lag aus, was das Herz eines Sammlers höher schlagen lässt. Dazu zählten die mechanischen Wunderwerke von Erhard von Umtrieb mit ihren verblüffenden Möglichkeiten.

Exotisch gaben sich auch die "Steampunk Maker" Victoria & Victor sowohl in der Aufmachung als auch im Angebot. Vor acht Jahren haben sie sich der Technik verschrieben und pflegen ihren Erfindergeist, der beispielsweise in höchst ungewöhnlichen Produkten wie Grammofon, Spieluhr, Zahnrädern und Schmetterlingsflügel sichtbar wird – eine Reminiszenz an die Industrialisierung.

Hochwertige Woll-, Strick- und Häkelarbeiten fanden sich am Stand von Sandra Nübel, die aufwendig Alpaka-Wolle von eigenen Tieren verarbeitet. Die Wählervereinigung "Frauen in den Kreistag" hatte sich gleich neben dem Haupteingang auf breitem Raum niedergelassen. Entsprechend ihrem politischen Anspruch bot sie Second-Hand-Kleidung und Zubehör ausschließlich für Frauen an. Schauen, probieren und fachsimpeln machen hungrig und durstig. Auch daran hatten die Verantwortlichen gedacht. Im Festsaal konnte man in gediegener Atmosphäre speisen oder lässig an der Bar einen Drink nehmen.

Siegfried Schmidt, Vorsitzender des Denkmal-Vereins, war mit mehreren gut nachgefragten Führungen durchs Haus beschäftigt. Einer der Höhepunkte des Programms ging am Samstagabend über die Bühne: Die Steam-Folk-Band Tales of Nebelheym aus Stuttgart mischte mit ihrem ganz eigenen Musikstil das zahlreiche Publikum so richtig auf und beförderte damit die Wohlfühl-Atmosphäre der Gesamtveranstaltung.

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