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Freudenstadt Pfarrer findet Morddrohung im Briefkasten

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Pastor Christoph Fischer hat Anzeige bei der Polizei erstattet. (Symbolbild) Foto: Mehlis

Freudenstadt - Mit "Warnung!" ist der Brief überschrieben, der in der vergangenen Woche bei Christoph Fischer, Pastor der Volksmission Freudenstadt, im Briefkasten lag. Darin stellt der anonyme Verfasser zunächst fest, dass "in diesem Haus" noch nie homosexuelle Paare getraut worden seien – um sich dann mit der Drohung an Fischer persönlich zu wenden: Sobald er das erste gleichgeschlechtliche Paar traue, sei er "ein toter Mann". Diese Pointe der Drohung ist zudem unterstrichen und mit dem Einschub versehen, dass der Urheber dieser Zeilen seine "Informanten" habe und Fischer "genau beobachten" lasse.

Den Pastor, selbst Ehemann und Vater von drei Kindern, lässt die Drohung an sich kalt: "Wir haben natürlich auch in der Familie darüber gesprochen, aber Angst habe ich keine", sagt er. Stattdessen habe er den Fall bei der Polizei angezeigt. Außerdem postete er nun eine Fotografie des Briefs auf Facebook und teilte seine Gedanken dazu mit. "Indem man so was in der Öffentlichkeit teilt, nimmt man dem Verfasser ja auch die Macht", findet Fischer. Deshalb hat der Pastor auch auf Facebook eine persönliche Stellungnahme zu dem Vorfall und ein Foto von dem Drohbrief veröffentlicht.

Zwar beängstige ihn diese Drohung in keiner Weise, doch zeigt er sich schockiert über den "Unwillen, zivilisiert über dieses Thema zu reden". Und als Pastor sei er traurig über das "Gottesbild, das ein Mensch mit sich herumtragen muss, wenn er meint, Gott durch die Beseitigung eines als Sünder wahrgenommenen Pastors zu helfen".

So kann sich Fischer nicht erklären, wie der Autor des Briefs darauf kommt, dass er homosexuelle Paare trauen würde. Als Auslöser vermutet er aber die Bundestagsabstimmung Ende Juni zur Einführung der Ehe für alle. "Anschließend haben wir auch in der Gemeinde darüber diskutiert", sagt Fischer. Dabei seien verschiedene Meinungen deutlich geworden. Im Vergleich zu den Christen, die in Homosexualität eine Sünde sehen, sehe er persönlich das "offener", sagt Fischer. Als Gemeinde habe man aber eine klare Position: Die Volksmission Freudenstadt traut keine gleichgeschlechtlichen Paare.

Juristisch ist die Ehe für homosexuelle Paare aber seit Sommer möglich. Im Freudenstädter Rathaus gab es laut Pressesprecher Patrick Birnesser zwar bisher noch keine Trauung von Homosexuellen. Auf Nachfrage unserer Zeitung berichtet Birnesser aber, dass diese Woche in Freudenstadt die erste "Umwandlung" einer eingetragenen Lebenspartnerschaft zweier Männer in eine rechtmäßige Ehe stattfindet.

 
 

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