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Freudenstadt Paralympicsieger erklärt Karriereende

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Eine von sechs Medaillen bei Paralympics holte Tobias Graf mit seinem zweiten Platz in der 3000 m-Verfolgung 2012 im Velodrom von London. Gold im Straßen-Zeitfahren sollte folgen. Foto: Brady Foto: Schwarzwälder-Bote

Von Arno Schade

Im Schatten der Akropolis hat seine internationale Karriere bei den Paralympics 2004 mit einem Paukenschlag begonnen, am Fuße des Zuckerhuts sollte sie im nächsten Jahr mit einem weiteren Höhepunkt enden. Doch eine schwere Knieverletzung bedeutet jetzt das Ende der sportlichen Laufbahn des Behinderten-Radsportlers Tobias Graf aus 24-Höfe.

Ein Knorpelschaden im Knie machte bei dem seit einem Unfall vor 21 Jahren Oberschenkelamputierten bereits Anfang des letzten Jahres eine Operation notwendig, die zunächst auch gut verlaufen war. Wegen der Schwere der Verletzung hatte es allerdings bereits Befürchtungen gegeben, ob der 31-Jährige seine alte Leistungsfähigkeit würde wieder erreichen können. Und sie sollten sich auch bewahrheiten. "Ich muss mir eingestehen, dass ich nach dieser Verletzung und der langen Pause an meine Erfolge vermutlich nicht mehr anknüpfen kann. Daher war schon Anfang des Jahres eigentlich klar, dass ich meine Karriere beenden werde. Schade, dass es mit einer Teilnahme an den Paralympics 2016 in Rio de Janeiro jetzt nicht mehr klappen wird", bedauerte Tobias Graf.

"Die Gesundheit geht vor", so der Loßburger weiter, "und das Knie ist soweit auch wieder ganz o.k." Allerdings seien größere Belastungen noch nicht möglich, "es zwickt schon manchmal noch, und so richtig gut ist es noch nicht". Hobbymäßig könne er weiterhin auf dem Rad unterwegs sein, meinte Tobias Graf, der nach vielen Trainingskilometern ohnehin nicht von heute auf morgen den Körper ganz auf Null herunter fahren kann.

Die Bronzemedaille bei den Straßen-Weltmeisterschaften 2013 im kanadischen Baie-Comeau bleibt damit das letzte Edelmetall in einer umfangreichen Sammlung von Tobias Graf, der seit 2004 Erfolg an Erfolg reihte und praktisch bei jeder internationalen Meisterschaft auf dem Siegerpodest stand. Sechs Medaillen bei seien drei Teilnahmen an Paralympics in Athen (Silber und Bronze), Peking (Bronze) sowie London (Gold, Silber und Bronze) stehen unter anderem in der sportlichen Vita des bei Arburg beschäftigten Behindertensportlers, der im Vorjahr seine Technikerprüfung erfolgreich absolviert hat. Dazu war das Mitglied des SV Mitteltal-Obertal mehrfach Weltmeister auf der Bahn und Straße in seiner Wettkampfklasse C2, in der er schon im vergangenen Jahr seinen Konkurrenten unter anderem aus China, Frankreich und Spanien das Feld überlassen musste.

Aus dem Jahr 2014 datiert auch der letzte Kontakt zum Para-Radsportteam des Deutschen Behindertensportverbandes und Bundestrainer Patrick Kromer. "Das ist relativ lang her, und auch zum Trainingslager bin ich schon nicht mehr eingeladen worden; so schnell kann es gehen", lässt Tobias Graf eine leichte Enttäuschung durchklingen. Sie wird allerdings überlagert durch die Erinnerung an viele erfolgreiche Stunden und Erfolge, die unter anderem mit der Verleihung des Silbernen Lorbeerblatts, der höchsten deutschen Sportauszeichnung durch den Bundespräsidenten gewürdigt worden sind.

Von Arno Schade

Nicht nur einer der erfolgreichsten, sondern auch sympathischsten Sportler der Region muss den Anstrengungen langjährigen Trainings und harter Wettkämpfe Tribut zollen. Die Diagnose Knorpelschaden im Knie bei Tobias Graf ließ bereits nichts Gutes erahnen, nun ist es Tatsache: Noch vor den nächsten Paralympics in Rio de Janeiro ist Schluss mit dem Leistungssport. Mit dem Loßburger verlässt ein langjähriger Leistungsträger des deutschen Para-Radsportteams und des Deutschen Behindertensportverbands die große Bühne, der maßgeblich an vielen Erfolgen beteiligt war. Dass man von dieser Seite zuletzt den vielfachen Medaillengewinner nach der Operation in seiner Rehaphase fast unbeachtet ließ, ihn fast sang- und klanglos insgeheim ausmusterte, ist stillos. Einen wie auch immer gearteten offiziellen Abschied hat er mehr als verdient.

 
 

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