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Freudenstadt Pädagoge: Digitale Medien erst für Schüler ab zwölf Jahren

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Peter Hensinger. Foto: BUND Foto: Schwarzwälder-Bote

Freudenstadt. Digitalfreie Oasen in Kindergärten und Grundschulen – diese Forderung stammt vom Mannheimer IT-Professor Gerald Lembke. BUND, Naturheilverein und die Bürgerinitiativen Mobilfunk hatten sich bei einer Veranstaltung in Freudenstadt auf den Schwerpunkt psycho-soziale Folgen und die Auswirkungen digitaler Medien auf die geistige Entwicklung von Kindern und Jugendlichen festgelegt.

Grund war der Bericht der Bundesdrogenbeauftragten über die negativen Auswirkungen digitaler Medien und das Ansinnen der Kultusminister, Kinder bereits die Grundschüler mit diesen Medien arbeiten zu lassen. Zu Gast in Freudenstadt war Peter Hensinger, studierter Pädagoge, ehemaliger Gruppenleiter in einer psychiatrischen Einrichtung, Vorstandsmitglied des BUND Stuttgart und Leiter des Vereins Diagnose Funk für den Bereich Wissenschaft.

Hensinger präsentierte eine Fülle von Arbeiten, die den Zeitgeist widerlegen. Um die Jugend auf die technologische Zukunft vorzubereiten, brauche Schule keine optimale Ausstattung mit digitaler Technik. Im Gegenteil. Er führte eine Fülle pädagogischer Forschungsarbeiten an, wonach eine frühzeitige Konzentration auf das Virtuelle die Gehirnreifung blockiere. Viele Autoren würden deshalb empfehlen, digitale Medien erst bei Schülern ab dem zwölften Lebensjahr einzusetzen, so Hensinger. Dabei sei aber bereits unterstellt, dass die Heranführung an den Computer pädagogisch betreut und mit seriösen Inhalten erfolge. Als wesentlich verheerender wertete der Experte die Auswirkung der hemmungslosen Verwendung sozialer Medien und von "Spieleinhalten mit Suchtpotenzial" bereits in der Kindheit. Die Entwicklung der Software forciere den Suchtcharakter durch Belohnungen für immer intensivere Beschäftigung mit dem Medium in fataler Weise.

In die Online-Welt dürfe erst eintauchen, wer in der Lage sei, die Vereinnahmung des digitalen Menschen in die "BigData"-Welt zu erkennen, hob Hensinger hervor. Längst sei die Informationsvermittlung nicht mehr das Hauptanliegen der Internet-Welt, sondern die Vereinnahmung des Nutzers in das System der vollkommenen digitalen Kontrolle. Für die Lebensfähigkeit des digitalen Menschen sei künftig eine lückenlose Netzabdeckung eine Voraussetzung.

Schädlichkeit ist erwiesen

Obwohl inzwischen eindeutige medizinische Erkenntnisse über Auswirkungen der Mobilfunkstrahlung auf Erbgut, Blut-/Hirnschranke und Fertilität/Fruchtbarkeit vorlägen, dass sie sowohl von der Europäischen Umweltagentur als auch von der WHO als signifikant anerkannt werden, spielten sie in der öffentlichen Diskussion keine Rolle, so der Referent. Die wirtschaftliche Bedeutung der IT-Branche verhindere, dass die belegten schädlichen Auswirkungen in politischen Entscheidungen eine Rolle spielen.

In der Diskussion fasste Walter Trefz zusammen: "Wenn man die Entwicklung über Jahre verfolgt, ist vor allem unfassbar, in welchem Tempo die Veränderung der Gesellschaft durch die digitale Vereinnahmung erfolgt." Hans Lambacher stellte fest, dass es mehrere Stellungnahmen gebe, in denen selbst die Bundesregierung den negativen Folgen nicht widerspreche, jedoch im Interesse der IT-Branche nichts dagegen unternehme, was auch bei den Kommunen der Fall sei.

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