Die Lauterbader Runde mit Hans-Joachim Fuchtel (Mitte), Siegmar Nesch von der AOK (Dritter von links), DRV-Präsident Herbert Rische (Sechster von links), Hubert Seiter (Erster Direktor der RV Baden-Württemberg), Oberbürgermeister Julian Osswald (Dritter von rechts) und IHK-Hauptgeschäftsführer Martin Keppler (Zweiter von rechts) Foto: Privat Foto: Schwarzwälder-Bote

Lauterbader Runde mit DRV-Präsident Herbert Rische befasst sich mit Reha-Fragen

Freudenstadt-Lauterbad. Gesundheitsvorsorge und Rehabilitation werden wichtigste "Beiboote für den Arbeitsmarkt der Zukunft" sein. Darauf wies der parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel zum Abschluss der Lauterbader Runde in Freudenstadt hin.

Bereits zum sechsten Mal trafen sich die Vertreter der Reha-Kliniken aus dem Nordschwarzwald mit der Spitze der Deutschen Rentenversicherung (DRV) Bund und der Rentenversicherung Baden-Württemberg. Erstmals nahm mit Siegmar Nesch ein Vorstandsmitglied der AOK Baden-Württemberg teil. Nesch forderte wechselseitige Hilfestellung, um die Versorgungsstrukturen weiterentwickeln zu könnent.

Gemeinsam mit Präsident Herbert Rische und Direktor Hubert Seiter werden einmal im Jahr die wichtigsten Reha-Fragen erörtert. In der vierstündigen Debatte kamen die Sorgen der Region nicht zu kurz. Vor allem wurde die Bedeutung der Reha-Einrichtungen für die Region deutlich. Nicht zuletzt zeige das starke Interesse an der Lauterbader Runde, an der über 30 Klinik-Vertreter teilnahmen, dass die Themen angesichts der demografischen Entwicklung zunehmend an Bedeutung gewinnen, betonte OB Julian Osswald. Er signalisierte großes Interesse an der Weiterentwicklung der Region als Gesundheitsregion. Die klassische Kur habe zwar an Bedeutung verloren, doch rücke die Vorsorge stärker in den Fokus der Übernachtungen.

Auch Landrat Klaus Michael Rückert sieht die klassische Kur zunehmend unter Druck. Umso wichtiger sei, mit den Entscheidungsträgern im Gespräch zu bleiben. Der Landrat stellte bald schon Ergebnisse der Kreis- Gesundheitskonferenz in Aussicht.

Der Mittelstand erkenne, wie wichtig die Entwicklung der Gesundheitsbranche sei, so Klaus Krebs, Geschäftsführer des Berufsförderungswerks Schömberg. IHK-Hauptgeschäftsführer Martin Keppler ermunterte die Reha-Branche, Netzwerke zu bilden. Die Region stehe vor neuen Herausforderungen wie Fachkräftemangel, ärztliche Versorgung und Strukturproblemen.

Die Bewusstseinsentwicklung schreite nicht so rasch voran wie die Wirklichkeit, betonte Fuchtel, der die IHK noch intensiver mit der Reha-Branche verknüpft sehen möchte. Der Gesundheitsmarkt werde lebendiger, weshalb man sich frühzeitig Gedanken machen müsse.

Hubert Seiter forderte, mit entsprechenden Angeboten auf die demografische Entwicklung zu reagieren. Schließlich sei Prävention die "beste Art, Menschen länger im Arbeitsleben zu halten". Selbst die Reiseanbieter würden erkennen, wie wichtig die Gesundheitsbranche sei, so Stadträtin Carola Broermann.

Gerade die kleineren Einrichtungen könnten schneller auf Herausforderungen reagieren, machte Rische Mut, den großen Anbietern Paroli zu bieten. Der Bedarf für Prävention steige vor dem Hintergrund alternder Belegschaften, weshalb die medizinisch-berufliche Reha einen hohen Stellenwert einnehme.

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