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Freudenstadt Nur wegen Paranoia erwischt

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Wegen Drogenbesitzes wurder Angeklagte verurteilt. Foto: © adobe.stock.com mistiquefilm Foto: Schwarzwälder Bote

Freudenstadt. Sieben Monate ins Gefängnis muss ein 27-Jähriger für den Besitz von knapp 40 Gramm Marihuana und eine geringe Menge Kokain. Dazu verurteilte ihn das Freudenstädter Schöffengericht.

Der 27-Jährige, der bereits seit Jahresbeginn inhaftiert ist, wurde in Fesseln vorgeführt. Ihm wurde vorgeworfen, im vergangenen Sommer Marihuana und Kokain besessen zu haben. Die Summe der weichen und harten Drogen überschritt dabei knapp – um sieben Prozent – die sogenannte geringe Menge. Eine Urinprobe erbrachte den Nachweis über den Konsum des hochwertigen Kokains. Ebenso wurde THC nachgewiesen.

Eine 40-jährige Zeugin, die ehemalige Freundin des Angeklagten, berichtete, dass der Angeklagte bei ihr zuhause war und in einem Rucksack Drogen mit sich führte. Der unter ADHS leidende Mann war, so die Zeugin, an diesem Tag "völlig durch den Wind" und verhielt sich paranoid. Der Angeklagte rief selbst einen Polizeibeamten in die Wohnung der Frau. Dieser traf den jungen Mann aufgebracht an. Auf dem Boden verstreut hätten Alupäckchen gelegen und es habe sehr nach Cannabis gerochen. Der Mann gab den Kokaingenuss zu und wurde ins Krankenhaus gebracht. Ein weiterer Polizeibeamter hatte den Mann zu dem Vorfall vernommen. Der Angeklagte habe von einer Vergiftung durch seine Ex-Freundin gefaselt, weil er Aufnahmen von ihm und ihrer Tochter beim Geschlechtsverkehr haben solle. Laut Polizeiaussagen handelte es sich um Sprachaufzeichnungen, die sich wie schlafende Personen anhörten. Der Angeklagte habe zunächst behauptet, dass ihm nur die Hälfte der Drogen gehöre.

Seit Jahren polizeibekannt

Der 27-Jährige, so ein Polizist, sei seit vielen Jahren polizeibekannt und hochgradig drogensüchtig. Er habe deswegen auch schon einige Aufenthalte in einer psychiatrischen Klinik hinter sich. Momentan verbüße er wegen gefährlicher Körperverletzung und Betrugs eine 26-monatige Freiheitsstraße in der Justizvollzugsanstalt Offenburg.

Über seinen Verteidiger gestand der Angeklagte den Besitz der Drogen. Der Staatsanwalt nahm wegen der minimalen Überschreitung der Mengengrenze einen minderschweren Fall an. Da der 27-Jährige sich von den vorherigen Strafen nicht beeindruckt gezeigt habe, forderte der Staatsanwalt eine siebenmonatige Freiheitsstrafe ohne Bewährung. Es sei davon auszugehen, dass weitere Straftaten folgen könnten. Der Verteidiger sprach ebenfalls von einem minderschweren Fall und machte mildernde Umstände geltend. Die Drogen seien für den Eigenbedarf gewesen, der Mann habe unter Suchtdruck gestanden. Außerdem sei sein ADHS schwer therapierbar. Der Anwalt stellte das Strafmaß in das Ermessen des Gerichts.

Das Schöffengericht verhängte eine siebenmonatige Freiheitsstrafe. Eine verminderte Schuldfähigkeit verneinte es, das Gericht ging jedoch von einem minderschweren Fall aus. Aufgrund der vorherigen Strafen und da dem Mann eine schlechte Prognose gestellt worden sei, sei die Verurteilung ohne Bewährung tatangemessen, hieß es weiter. Der Angeklagte nahm das Urteil in geknickter Haltung entgegen.

Richterin Jennifer Dallas-Buob sagte, er habe den Fall selbst ins Rollen gebracht. Ohne seinen Anruf bei der Polizei wäre die Tat wahrscheinlich nie ans Licht gekommen.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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