Die zweiarmige Variante der neuen Leuchten kommt noch am besten weg. Foto: Breitenreuter

Modelle für Leuchten auf Marktplatz fallen bei Freudenstädtern durch. Im Netz hagelt es Kritik.

Freudenstadt - Drei neue Lampenmodelle stehen derzeit auf dem Marktplatz, eines davon wird die jetzigen Lampen nach und nach ersetzen. In den sozialen Netzwerken kommen die modernen Designs nicht sonderlich gut weg.

Im Ausschuss für Infrastruktur und Umwelt wurden vergangene Woche drei mögliche Modelle für neue Leuchten auf dem Marktplatz vorgestellt. Rückmeldungen aus der Bevölkerung seien durchaus erwünscht, hieß es in der Sitzung.

Bei den Facebook-Nutzern fallen die Vorschläge größtenteils durch. Am ehesten macht noch der zweiflammige Ausleger das Rennen. Die meisten Nutzer können sich mit keinem der drei Modelle anfreunden. Hauptkritikpunkt: Die Leuchten seien zu modern und würden daher nicht zum Marktplatz passen. "Keine der Lampen passt zum Ambiente der Arkaden. Da zeigt sich ein peinlicher Fehlgriff an!", ist ein Freudenstädter überzeugt. "Kann man nicht was schickes Altes ins Moderne verwandeln, etwas was zur Stadtgeschichte passt?", fragt ein anderer. Das moderne Aussehen der Leuchten passe seiner Meinung nach nicht zu einer Stadt wie Freudenstadt.

Das Argument, die Leuchten seien "zu modern", passt jedoch nicht allen. "Wenn ich mir die Kommentare so durchlese... Einen Schritt vor und zwei zurück", schreibt ein weiterer Nutzer. Sicher nicht ganz ernst gemeint fügt er hinzu, wenn den Leuten die modernen Lampen nicht passten, sollten sie doch Tranlampen aufstellen. Die habe ja vielleicht noch jemand zu Hause im Keller.

Lichtkonzept ist für die ganze Innenstadt geplant

Und manche Facebook-Nutzer glauben gar nicht erst, dass ihre Meinung überhaupt gehört wird. "Ich bin mal gespannt, was der Gemeinderat zu diesen Lampenvorschlägen sagt. Ich hoffe, dass wenigstens einige die Kommentare des Nichtgefallens gelesen haben", lässt sich eine Frau aus. "Stellt doch einfach Heizstrahler auf, entschieden wird eh auf höherer Ebene", heißt es an anderer Stelle.

Während viele Nutzer einfach nur "hässlich" schreiben oder ihrer Meinung mit entsetzt schauenden oder sich übergebenden Smileys Ausdruck verleihen, finden sich auch einige durchaus differenzierte Kommentare. Ein Freudenstädter schreibt, es komme doch auf das gesamte Konzept an, nicht auf die einzelnen Leuchten. Den Lichtfarbton, zum Beispiel, oder die Helligkeit kenne man ja noch gar nicht. Und was die Neuinstallation koste, wäre auch noch interessant zu wissen. Ein Freudenstädter zeigt sich besonders engagiert und fordert alle, die ihre meist negative Meinung kundgetan haben, auf, sich die Modelle vor Ort anzuschauen, sowohl am Tag als auch bei Nacht. Bei Tageslicht habe er die Modelle bereits angeschaut, und ihn überzeuge die schmale Stele.

Auch richtet der Nutzer direkt an Oberbürgermeister Julian Osswald die Frage, wer denn die Vorauswahl getroffen habe. Und Osswald antwortet ihm: "Die Vorauswahl hat der Planer getroffen, der das Lichtkonzept für die ganze Innenstadt geplant hat. Entscheidend ist nämlich, dass die Leuchten bestimmte Eigenschaften haben müssen." So könne man in die Stele zum Beispiel WLAN und Fassadenstrahler einbauen, bei anderen Leuchten müsse man so etwas zusätzlich montieren. Außerdem sollten die Leuchten an sich ja nicht im Vordergrund stehen, sondern eben eine Beleuchtungsfunktion erfüllen. "Der Marktplatz soll wirken, nicht die Lampen!", fügt Osswald hinzu.

Austausch soll etwa zwei bis drei Jahre dauern

Ein weiterer Kritikpunkt der Nutzer war, dass einige Leuchten ja erst im vergangenen Jahr neu gestrichen worden seien. Rudolf Müller, Leiter des Amts für Stadtentwicklung, erklärt, dass momentan die Leuchten in den Straßenzügen ausgetauscht werden. Die neu gestrichenen Leuchten kämen selbstverständlich erst später dran, insgesamt werde der Austausch der Lampen zwei bis drei Jahre dauern. Die derzeit noch verwendeten, goldbedampften Glühlampen seien zudem nur noch schwer zu beschaffen.

Man hätte auch nicht einfach, wie einige Facebook-Nutzer es forderten, LED-Leuchtmittel in die jetzigen Lampen einbauen können, erklärt Müller. Die LEDs müssten schließlich auch richtig ausgerichtet sein. Mit den neuen Leuchten sei das problemlos möglich. "Ich will ja nicht den Himmel anstrahlen", sagt Müller.