Straßenbeleuchtung: Bürgeraktion fordert den Erhalt einzelner Kandelaber vom Marktplatz.
Freudenstadt - Die Umstellung der Straßenbeleuchtung im Marktplatzbereich und die drei Musterleuchten beim Spielplatz sind Gesprächsthema in der ganzen Stadt. Bei der Monatsversammlung der Bürgeraktion war das nicht anders.
Am Ende spazierten die Mitglieder der Bürgeraktion (BA) zu vorgerückter Stunde mit ihren Gemeinderätinnen zu den Musterleuchten, wo die BA-Mitglieder zufällig auf die Fraktion der Freien Wähler stießen, bei der an dem Abend auch über die neuen Leuchten diskutiert wurde.
Das Herz vieler BA-Mitglieder hänge an den alten Kandelabern, die – so Kurt Breuer – "einfach nur schön sind und einst speziell für Freudenstadt angefertigt wurden, damit also ein Alleinstellungsmerkmal darstellen", heißt es in der Pressemitteilung der BA.
Ihm blute das Herz, wenn diese nun durch Beleuchtungskörper aus dem Katalog ersetzt werden. Die Gemeinderätinnen Elisabeth Gebele und Bärbel Altendorf-Jehle erläuterten den Lichtmasterplan der Stadt Freudenstadt und die Intention des Planers, der nicht mehr die Leuchten im Mittelpunkt sieht, sondern die Besonderheiten der Stadt durch "Lichtblicke" hervorheben möchte.
Das bedeute, dass einzelne markante Gebäude, die Arkaden, Plätze und Gässchen angestrahlt werden. Das Ganze soll dezent mit warmem Licht und blendfrei geschehen. Die Straßenbeleuchtung selbst soll dadurch in den Hintergrund treten, ohne aber die Verkehrssicherheitspflicht zu vernachlässigen. Die Besichtigung vor Ort am späten Abend verdeutlichte dieses Ansinnen, vor allem durch die schlanke Säule, in deren Mast nicht nur die Beleuchtung untergebracht ist, sondern bei der auch Strahler eingebaut werden können, die die Gebäude anstrahlen.
Die Bürgeraktion diskutierte ausführlich das Für und Wider, heißt es weiter. Unter dem Aspekt, dass die alten Leuchten sehr störungsanfällig seien, es dafür auch keine Ersatzteile mehr gebe und das Beleuchtungskonzept der Planungsfirma grundsätzlich nicht in Frage gestellt werde, kristallisierte sich ein Kompromiss heraus und damit die Bitte an die Stadt und den Stadtrat, ein oder zwei der alten Leuchten an einem dafür geeigneten Ort aufzustellen und so zu platzieren, dass sie in das Konzept passen und der nachfolgenden Generation zeigen, wie diese ganz besondere Leuchte, die extra für Freudenstadt gebaut wurde, ausgesehen hat.
Doris Breyer sagte, sie würde diese Lampen auch ihren Enkelkindern noch zeigen können. Ein weiterer Vorschlag war, die restlichen Leuchten an interessierte Bürger zu verkaufen. Stefan Vögeli meinte schmunzelnd, dass die alten Lampen derart eigenartig und skurril seien, dass einige Exemplare schon aus diesem Grund erhalten bleiben sollten.
Weitere Themen bei der Monatsversammlung waren die Bürgermesse, an der sich die Bürgeraktion wie in jedem Jahr beteiligen wird. Außerdem ist ein Vortragsabend mit Friedrich Volpp zur Stadtgeschichte geplant.
Das kommunalpolitische Gespräch in Musbach wird im September stattfinden. Außerdem wird sich die Bürgeraktion am Samstag, 23. Juni, mit dem Thema Stadtwald und seiner Zukunft beschäftigen. Wie alle Veranstaltungen der Bürgeraktion ist auch diese öffentlich. Treffpunkt ist um 11 Uhr am Lauferbrunnen. Die Veranstaltung wird bis um 17 Uhr andauern. Die Teilnehmer sollten ihr eigenes Vesper mitbringen. Für Getränke ist gesorgt.