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Freudenstadt Kreis will kommunale Pflegekonferenz einberufen

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Der Landkreis Freudenstadt stellt sich auf das Unvermeidliche ein: Der Anteil der Senioren steigt. Eine kommunale Pflegekonferenz soll helfen, die Städte und Gemeinden dafür fit zu machen. (Symbolbild) Foto: dpa

Kreis Freudenstadt - Der Landkreis Freudenstadt stellt sich auf das Unvermeidliche ein: Der Anteil der Senioren steigt. Eine kommunale Pflegekonferenz soll helfen, die Städte und Gemeinden dafür fit zu machen.

Der Einrichtung des neuen Netzwerks stimmte der Kreistag bei vier Enthaltungen zu. Außerdem wird zum 1. Januar 2021 eine Halbtagsstelle in der Verwaltung geschaffen, sofern das Land sie mit 60.000 Euro bezuschusst. Angegliedert wird die neue Runde der bereits bestehenden kommunalen Gesundheitskonferenz, die sich teils jetzt schon mit Fragen beschäftigt, die vor allem ältere Menschen betreffen. Dazu zählen das Demenz-Netz und der Runde Tisch zur Palliativ-Versorgung im Landkreis.

Aus Sicht des Landratsamts ist die politische und gesellschaftliche Aufgabe, die die Alterung der Gesellschaft mit sich bringt, so groß, dass sie nicht einfach von der Gesundheitskonferenz mitbearbeitet werden könnte. Auch andere Kreise hätten bereits solche Pflegekonferenzen gegründet. Die Pflegequote im Kreis Freudenstadt liege um vier Prozentpunkte über dem Landesschnitt. Und der Bedarf dürfte weiter steigen. Jeder fünfte Einwohner des Kreises ist laut statistischem Landesamt 65 Jahre und älter. Sechs Prozent gelten als "Hochbetagt", also über 80 Jahre. Bis 2030 werde ein Anstieg auf 7,2 Prozent prognostiziert.

Droht bei Ärztedichte "mittlere Katastrophe"?

Die Pflegekonferenz als Netzwerk soll Probleme aufzeigen und Lösungen finden, auch im Verbund mit anderen Kreisen. Einerseits sollen Strukturen geschaffen werden, die es Senioren erlauben, so lange wie möglich zu Hause zu leben. Auch sollen die Wohnbezirke in den Städten und Gemeinden entsprechend gestaltet werden. Dennoch werde der "bereits jetzt hohe Bedarf an Pflegekräften" in den nächsten Jahren weiter steigen. So soll es auch Aufgabe der Konferenz sein, junge Menschen für einen Pflegeberuf zu interessieren. Außerdem sollen Pflegehelfer zu Pflegefachkräften weitergebildet werden.

Laut Landratsamt sei die Bereitschaft von Ehrenamtlichen groß, sich in einer Pflegekonferenz zu engagieren. Eingebunden werden sollen außerdem alle "lokalen Akteure", die sich in diesem Bereich betätigen, also auch Pflegeheime und -dienste. Es gehe um eine abgestimmte und bedarfsgerechte Weiterentwicklung von ambulanter, teilstationärer und stationärer Pflege sowie ergänzender Hilfen für Senioren und deren Angehörige. Auch bürgerschaftliches Engagement sei gefragt.

Das Projekt - vielmehr die Förderzusage des Landes - ist zunächst auf 18 Monate befristet. Das weckte ungute Erinnerungen bei manchem Kreisrat. Julian Osswald (CDU) sagte, das Land schiebe mit Zuschüssen gerne neue Vorhaben an, um sich dann wieder aus der Finanzierung zu verabschieden. Dann blieben die Kosten an den Kreisen und Kommunen hängen. Landrat Klaus Michael Rückert schob nach, wahrscheinlich sei Baden-Württemberg in dieser Disziplin "sogar Weltmeister".

Diabeteswochen wieder im Herbst

Zwischenbilanz der Arbeit der Kommunalen Gesundheitskonferenz zog in der Sitzung Anja Ruf von der dortigen Geschäftsstelle. Sie beackter unter anderem Themen wie Gesundheit von Kindern durch Ernährungs- und Bewegungskurse, Weiterbildungen von Ärzten, die Anwerbung von jungen Medizinern und Hebammen und betreut Selbsthilfegruppen. Wegen Corona seien viele der Aktivitäten zuletzt zum Erliegen gekommen. Ziel sei es, deren Arbeit nun bald wieder "hochzufahren", wie es der Landrat formulierte. Die Diabeteswochen werde es im Herbst wieder geben, sagte Anja Ruf. Die Veranstaltungsreihe ist geplant vom 9. bis zum 20. November.

Heinz Hornberger (CDU) sagte, Ziel müsse es sein, junge Ärzte und Zahnmediziner für die Region zu gewinnen, was Margarete Rebholz (FDP) ebenfalls so unterstrich. Denn wenn in naher Zukunft viele ältere Ärzte in Ruhestand gingen, drohe dem Landkreis "eine mittlere Katastrophe". Laut Landrat Rückert seien die Möglichkeiten für den Kreis jedoch begrenzt, niedergelassene Ärzte anzuwerben.

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