Gibt es in Zukunft wieder nur einen Park? (Symbolfoto) Foto: dpa

Grüne wollen wieder eine Fläche. Goll: "Zweiteilung war von Anfang an kleinkariert und Murks"

Freudenstadt - Die Grünen in der Landesregierung wollen die beiden bisher getrennten Teile des Nationalparks Schwarzwald verbinden. Forstminister Peter Hauk (CDU) will davon jedoch nichts wissen.

"Es ist absolut wünschenswert, dass der Nationalpark zu einer Fläche zusammenwächst", sagte Umweltminister Franz Untersteller (Grüne) unserer Zeitung. Dadurch könnte er "besser genutzt, bewirtschaftet und vermarktet werden". Bisher trennt ein fünf bis sechs Kilometer breiter Waldstreifen den Nord- vom Südteil des Parks.

Vorangetrieben wird die Diskussion vom Vorsitzenden des Nationalparkbeirats, dem früheren EnBW-Chef Gerhard Goll (CDU). "Die Zweiteilung war von Anfang an kleinkariert und Murks", schrieb er in einem Brief an Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) – und fordert eine Korrektur noch in dieser Legislaturperiode.

Ob es dazu kommt, ist aber fraglich. Denn aus dem Umfeld von Forstminister Peter Hauk (CDU) heißt es, er werde eine Zusammenlegung nur billigen, wenn die Parkfläche sich insgesamt nicht ausdehne. Das bewirtschaftete Waldstück, das den Lückenschluss ermöglicht, umfasst 2900 Hektar und hat einen Schätzwert von 60 Millionen Euro.

Unterdessen haben sich Wildtierexperten bei einer Tagung in Freudenstadt für deutschlandweit einheitliche Strukturen beim Umgang mit den Raubtieren Luchs und Wolf ausgesprochen. Was viele Wanderer und Landwirte ängstigen dürfte: Die Rückkehr eines Bären nach Deutschland steht offenbar unmittelbar bevor – allerdings vorerst nicht im Schwarzwald.