Gegen den Kopf der Interessengemeinschaft "Unser Nordschwarzwald", Andreas Fischer, wurde auf facebook Stimmung gemacht. Während die Gegner von einem "Aufruf zum Mord" sprechen, sehen es die Befürworter gelassen. Man habe Gleiches mit Gleichem quittiert. (Symbolfoto) Foto: Haier

Andreas Fischer von "Unser Nordschwarzwald" wird angegriffen. Rückzug aus der Öffentlichkeit bis zur Klärung des Vorfalls.

Freudenstadt - Gegner gegen Befürworter, Befürworter gegen Gegner: Im Nordschwarzwald eskaliert kurz vor der Entscheidung zum Nationalpark am Donnerstag im Landtag die Diskussion. Diesmal im Mittelpunkt: Andreas Fischer. Gegen den Kopf der Interessengemeinschaft "Unser Nordschwarzwald" wurde auf facebook Stimmung gemacht. Während die Gegner von einem "Aufruf zum Mord" sprechen, sehen es die Befürworter gelassen. Man habe Gleiches mit Gleichem quittiert.

Was war passiert? Auf der anscheinend von Nationalparkbefürwortern manipulierten Facebook-Seite "Nationalpark? Nein, danke! Keine grüne Diktatur im Nordschwarzwald" geht ein Mitglied unter falschem Namen mit Fischer hart ins Gericht, schreibt gar "totgeschlagen gehört der". Für die Gegner kommt das einem Aufruf zum Mord gleich, was sie auf ihrer Homepage mit einem Screenshot der Facebook-Diskussion und Auszügen aus dem Strafgesetzbuch kommentieren.

Fakt ist: Für Andreas Fischer ist das keine Lappalie. "Herr Fischer hat Anzeige erstattet", sagt Dieter Geißler, Sprecher des Vereins, gestern unserer Zeitung. Man habe eine rote Linie überschritten.

Fischer, der bislang in der Öffentlichkeit als Kopf der Nationalparkkritiker wahrgenommen wurde und sich zuletzt für den Bürgernationalpark der CDU-Landtagsfraktion starkgemacht hatte, äußert sich nicht zu dem Vorfall. Er ist nicht zu erreichen.

Freundeskreis versucht umgehend die Wogen zu glätten

Auf der Homepage ist zu lesen: Andreas Fischer werde sich und seine Familie zum Schutz bis zur Klärung des Vorfalls aus der Öffentlichkeit zurückziehen. "Er steht im Außenverhältnis momentan nicht für Interviews und Anfragen zur Verfügung", erklärt auch Geißler.

Schon wird gemunkelt, Fischer ziehe sich aus Angst vor der eigenen Courage zurück, habe in den eigenen Reihen nach dem Bürgerpark-Vorstoß mit Lücken zu kämpfen. Von einem Rücktritt sei keine Rede, versichert Geißler.

Auslöser dieser ganzen Misere soll ein Befürworter der ersten Stunde sein, heißt es von Seiten der Nationalparkgegner. Und auch der Freundeskreis Nationalpark bestätigt dies. Der Mann habe sich bereits auf derselben Seite entschuldigt, versucht ein Sprecher des Freundeskreises Nationalpark die Wogen zu glätten und relativiert die ganze Geschichte. So habe besagter Befürworter die Diskussion zwar angeheizt, das Wörtchen "totschlagen" sei aber von einem anderen User gekommen – und der ist bislang anonym.

"Da muss jetzt die Staatsanwaltschaft Licht ins Dunkel bringen", sagt der Sprecher des Freundeskreises, der das Vorgehen Fischers für ziemlich überzogen hält. "Da hat sich etwas auf facebook hochgeschaukelt".