Der Lotharpfad war im Nationalpark wieder der Anziehungspunkt Nummer eins. Foto: Michel

Erneute Besucherzählung. Am Huzenbacher See ist es am ruhigsten.

Freudenstadt/Ruhestein - Nach einer weiteren großen Besucherzählung im Nationalpark liegen erste Ergebnisse vor. Der Lotharpfad an der Schwarzwaldhochstraße ist bei den Gästen besonders beliebt.

Im ganzen Schutzgebiet verteilt hatten Nationalpark-Mitarbeiter, unterstützt vom Freundeskreis des Nationalparks, mit Stift und Statistikbogen am Wegesrand gestanden und vorbeikommende Besucher gezählt. Der Nationalpark möchte so einige bislang unzureichend beantwortete Fragen klären: Wie verteilen sich die Gäste in verschiedenen Jahreszeiten im Park? Wo sind besonders viele, wo nur wenige Menschen unterwegs?

"Die Helfer waren an mehr als 70 Punkten im gesamten Gebiet postiert – an jeder Station wurden in der Hauptbesuchszeit von 10 bis 16 Uhr alle vorbeikommenden Gäste gezählt", erklärt Dominik Rüede, der den Sachbereich regionale Entwicklung im Nationalpark leitet. Unterschieden wurde zudem, ob die Menschen zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs waren.

"Da das Wetter gut war, haben wir eine ausreichend breite Datenbasis geschaffen", so Rüede. Die stichprobenartigen Erhebungen seien wichtig, um eine Vorstellung zu bekommen, wo im Gebiet des Nationalparks viel oder wenig los ist. Je nach Standort konnten die Zähler nach einer ersten Auswertung der Daten in den sechs Stunden rund 70 bis 95 Prozent aller Gäste an diesem Tag erfassen, meist sogar um die 90 Prozent. "Das können wir recht genau sagen, weil es an ein paar wenigen Standorten auch Zählschranken gibt, die automatisch ganztägig zählen", erläutert Dominik Rüede. Die Zahl der Statistikstriche variiert je nach Standort stark.

Am Buhlbachsee wesentlich ruhiger

Vom Seibelseckle zum Dreifürstenstein oder Kieneck waren beispielsweise rund 400 Gäste unterwegs. Auf den Wegen vom Ruhestein Richtung Bannwald, vom Parkplatz Plättig Richtung Luchs- und Wildnispfad sowie von den Allerheiligen-Wasserfällen aufwärts in Richtung Kloster wanderten jeweils zwischen 600 und 800 Personen.

"Die meisten Gäste konnten wir aber am Parkplatz Lotharpfad zählen, von dem aus es mehr als 1100 Besucher in das Gebiet des Nationalparks zog", sagt Rüede. Auch bei früheren Zählungen landete der Erlebnispfad oft oben in der Gästestatistik. Sehr viel ruhiger war es am Buhlbachsee mit rund 100 Passanten, zwischen Herrenwies und der Badener Höhe mit gut 70 Personen und am Huzenbacher See mit nur 50 Besuchern.

"Erfreulich war für uns, dass bei dieser Zählung nur noch rund ein Fünftel der Hunde nicht angeleint waren, schon weniger als bei der letzten großen Zählung. Diese Tendenz ist uns sehr wichtig, da Wildtiere nur bei striktem Einhalten des Wegegebotes die Schutzzonen abseits der Wege auch wirklich als stressfrei und geschützt erleben können", so Rüede. In den kommenden Wochen will er mit seinem Team die Daten nun weiterverarbeiten.

Auch Zählung im Winter geplant

Jetzt wird versucht, die Gesamtbesucherzahl zu ermitteln. Das sei allerdings schwieriger, als das Besucheraufkommen an einzelnen Punkten zu zählen. Beispielsweise könne man auf einer Route an mehreren Zählpunkten vorbeikommen – speziell Fahrradfahrer legen große Strecken zurück. Wenn jemand entlang der Grenze des Gebiets wandere, dann gehe er meist auch mehrfach in den Park hinein und wieder hinaus, erläutert der Nationalpark-Mitarbeiter.

Anfang kommenden Jahres plant Rüede außerdem noch eine Zählung im Winter, denn "schließlich wird der Nationalpark da nochmal ganz anders genutzt", sagt er.

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