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Freudenstadt Nach 17 Jahren kann es endlich losgehen

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Beteiligte und Vertreter von Stadt und Landratsamt waren zum symbolischen Spatenstich für das Zusammenlegungsverfahren gekommen. Foto: Schwarz Foto: Schwarzwälder Bote

Mit dem Spatenstich wurde der Startschuss zum Bau der gemeinschaftlichen und öffentlichen Anlagen im Zusammenlegungsverfahren Dietersweiler-Kniebis gesetzt.

Freudenstadt (mos). "Im Flurneuordnungsverfahren gehen die Dinge nicht in Lichtgeschwindigkeit, weil es um Eigentum geht". Dies war der Satz, mit dem der Erste Landesbeamte Reinhard Geiser die Historie des Verfahrens zunächst zusammenfasste. Tatsächlich hatte es mehrere Jahre gedauert, bis das Verfahren mit dem Spatenstich nun auch in Gang gesetzt wurde.

Bereits im Juli 2003 war der entsprechende Antrag der Stadtverwaltung für ein Neuordnungsverfahren eingegangen. In der Folge hatte es aber einige Jahre gedauert, bis im Jahr 2010 endlich die Zustimmung des Landesamts vorlag und mit der Verfahrensvorbereitung begonnen werden konnte. Am 16. Juli 2010 folgte der Anordnungsbeschluss und der Vorstand wurde gewählt. Im Anschluss wurde ein Ausbaukonzept erarbeitet.

Mehrere personelle Wechsel im Landratsamt während der Vorbereitung hätten die Maßnahme mit einem finanziellen Volumen von immerhin 4,3 Millionen Euro und 17 Kilometern Wegebau in die Länge gezogen, sagte Geiser. Die Stadt Freudenstadt nutze die Maßnahmen gleichzeitig für den Breitbandausbau und investiere dafür ebenfalls 1,1 Millionen Euro. Seit Januar liege nun auch der Bewilligungsbescheid vor.

Abteilungsleiter spricht von "Mammutprojekt"

Abteilungsleiter Dieter Ziesel vom Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung sprach in Anbetracht des 2000 Hektar großen Gebiets von einem "Mammutprojekt". Trotz ihrer unterschiedlichen Interessenslagen hätten alle Träger öffentlicher Belange der Planung zugestimmt. Die erste Tranche der Finanzierung habe man noch im Dezember bewilligt. Die Arbeiten selbst wurden aufgrund der Gebietsteilung in zwei Lose unterteilt. Ziesel dankte allen Beteiligten, die immer die bestmögliche Lösung gesucht hätten. "Behalten Sie das Ziel immer klar vor Augen, den Teilnehmern, den Land- und Forstwirten sowie den Bürgern und der Natur für die nächsten Jahrzehnte eine chancenreiche Ausgangsposition zu schaffen, damit sie alle gute Lebens-und Arbeitsbedingungen haben werden", sagte er am Ende.

Oberbürgermeister Julian Osswald lobte insbesondere das Engagement von Amtsleiter Andreas Oeynhausen sowie der leitenden Ingenieurin Janina Friedrich von der Flurneuordnungsstelle. "Bei der langen Geschichte des Verfahrens hatten wir den Eindruck, dass hier wirklich etwas gegangen ist, seitdem Sie da sind", so das Stadtoberhaupt. Oswald benannte die Ziele des Verfahrens wie etwa den Ausbau der Wege zur besseren Erschließung der Betriebe, der Flur und des Waldes, den Erhalt der Kulturlandschaft sowie Naturschutz, Landschafts- und Denkmalpflege. All das bringe aber nicht nur Pflichtaufgaben, sondern viele Vorteile für die Bewohner mit sich. Der geplante Maßnahmenkatalog eröffne jedenfalls ein ganzes Portfolio an Entwicklungsmöglichkeiten. Auch an die Themen Naherholung und Tourismus habe man mit neuen Wanderparkplätzen sowie Grill- und Schutzhütten gedacht – all dies im Einklang mit der Natur- und Kulturlandschaft. Osswald dankte Ziesel für die gewährte Unterstützung seitens des Landes. Auch die Stadt Freudenstadt trage ihren finanziellen Anteil gerne bei.

Der Vorsitzende der Teilnehmergemeinschaft, Hubertus Jörg, dankte allen Verfahrensbeteiligten. Gut Ding brauche halt lange Weile, sagte Jörg mit Blick auf die Verfahrensdauer. Abschließend präsentierte Janina Friedrich die wichtigsten Fakten (siehe Info). Das Projekt werde in drei Tranchen, voraussichtlich in den kommenden drei oder vier Jahren, realisiert. Mit der ersten und umfangreichsten Tranche werde nun in beiden Gebietsteilen begonnen.

 Maßnahmen in Dietersweiler: Erneuerung von insgesamt vier Asphaltwegen. Erneuerung eines Fuß- und Wanderwegs mit Sandsteinplatten.

  Maßnahmen Kniebis (Flurneuordnung 2020): Erneuerung von drei Asphaltwegen, Bau von drei Wanderparkplätzen. Errichten einer Grill-und Schutzhütte. Ausstockungen in zwei Bereichen mit einer Fläche von 132 Ar.  Maßnahmen Kniebis, Stadt Freudenstadt (Ausbau 2021): Erneuerung von fünf Asphaltwegen, Erneuerung und Verbreiterung eines Durchlassbauwerks. Besondere Herausforderungen sind die zahlreichen Schutzgebiete, die betroffen sind, und deshalb eine intensive Umweltbaubegleitung erfordern.

 Maßnahmen im gesamten Verfahren: Erneuerung von 28 Asphaltwegen, Erneuerung von 16 Schotterwegen, Bau von Maßnahmen für Freizeit- und Erholungszwecke. Landschaftspflegerische Maßnahmen als Ausgleich wie Rekultivierung eines Asphaltwegs, Freilegung eines ehemaligen Eiskellers zur Einrichtung eines Fledermaus-Refugiums, Obstbaumaktion mit 500 Obstbäumen. Bereitstellung von 200 Vogel- und Fledermausnistkästen. Die Bautranche eins kostet etwa 1,6 Millionen Euro, bei Zuschüssen von rund 1,2 Millionen Euro.

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