Der älteste Traktor, den die Besucher in Dietersweiler bestaunen konnten, war der Lanz Glühkopfbulldog Baujahr 1936 von Karl Mayer aus Bösingen. Foto: Günther

Schleppertreffen in Dietersweiler stößt trotz kühlen Wetters auf große Resonanz. Ganzer Ort auf Beinen. 

Freudenstadt-Dietersweiler - Das vom Förderverein Dorfmuseum Dietersweiler im zweijährigen Turnus organisierte Schleppertreffen mit Museumsfest hat bereits Tradition. Trotz kühlen und regnerischen Wetters kamen auch diesmal zahlreiche Besucher.

Betagte Traktoren begeistern Jung und Alt. Dies zeigte sich wieder am Wochenende, als sowohl in Schwarzenberg als auch in Dietersweiler große Traktortreffen stattfanden. Immer am letzten Augustwochenende kommen in Dietersweiler rund um das Dorfmuseum Besitzer und Liebhaber alter und neuer Traktoren zusammen, um ihre Lieblinge zu präsentieren, gemeinsam ihrem Hobby zu frönen, um als Krönung rund um den Ort eine Traktorrundfahrt zu unternehmen und um anschließend im Dorfmuseum zu feiern.

Eines allerdings war in diesem Jahr anders: Statt des gewohnt sonnigen und warmen Wetters hatten die Besucher und vor allem die Traktorfahrer mit Regen und kühlen Temperaturen zu kämpfen. Der guten Laune, der Freude an dem gemeinsamen Hobby und am gemütlichen Zusammensitzen im Dorfmuseum tat dies allerdings keinen Abbruch. Die Fahrer und die zahlreichen Mitfahrer auf den Traktorgespannen hatten sich entsprechend mit Regenjacken und Schirmen – teilweise wurden auch große Sonnenschirme zweckentfremdet eingesetzt – und wärmerer Kleidung passend ausgestattet.

An der Schlepperrundfahrt beteiligten sich mehr als 60 Fahrer mit ihren Traktoren – vom ältesten und beeindruckend gut erhaltenen Oldtimer, einem Lanz Glühkopfbulldog Baujahr 1936, den Kurt Mayer aus Bösingen präsentierte, bis zum neuesten und nicht minder beeindruckenden Schlepper, einem 2016 erbauten, 78 PS starken Claas Elios von Gerald Wölfel aus Wittlensweiler.

Kinderparcours und Geschicklichkeitsfahren

Die Vielfalt der Traktoren zeichnet das Dietersweiler Schleppertreffen aus, wie Bettina Bauer vom Organisationsteam bestätigte: "Wir haben ein Schleppertreffen, bei dem alle Traktoren mitmachen dürfen."

Im Auftrag von Friedrich Teufel sowie Vater und Vereinsvorsitzendem Fritz Wolf war sie gemeinsam mit ihrer Schwester Margit Fritz für die Anmeldungen der Schlepper und die Organisation der Rundfahrt zuständig. Durch Dietersweiler tuckerten sowohl Traktoren von Herstellern, die die Produktion längst eingestellt haben, neben solchen, die in der modernen Landwirtschaft eingesetzt werden. Zu sehen waren Traktoren der Marken Hela, Ford, Steyr, Kramer, Porsche, Allgaier, Fend, IHC, Case, Deutz und Same.

Für die Organisation der Bewirtung im Dorfmuseum sorgte in bewährter Weise Bernd Bauer. Und wie bei den vielen anderen Veranstaltungen, die der Förderverein Dietersweiler das ganze Jahr über veranstaltet, zeigte sich auch am Samstag wieder, dass es dabei gelingt, die gesamte Bevölkerung mit einzubeziehen und dass dabei das ganze Dorf auf den Beinen ist. Das Schleppertreffen mit anschließendem Museumsfest gestaltete sich kurzweilig. Nach der Schleppervorstellung und der Dorfrundfahrt sorgten ein Kinderparcours und das Geschicklichkeitsfahren für Unterhaltung, während parallel dazu im Dorfmuseum selbst gebackene Kuchen, Bauernhofeis und zünftige Vesper zum Verweilen einluden. Vor allem aber auch der kleine Handwerkermarkt, den die rührigen Vereinsmitglieder organisiert hatten.

Traditionsreiches Handwerk demonstriert

Da fertigte Bürstenmacher Andreas Kaupp aus Lützenhardt aus vorbereiteten Holz-Rohlingen Bürsten jeglicher Art, Handfeger und Straßenbesen. Zur Auswahl standen dabei Rosshaar, Ziegenhaar und verschiedenen Pflanzenfasern.

Kaupp zog das Material von Hand in die Rohlinge ein und band es mittels eines Knebelbrettchens mit Draht fest. Kaupp hat das Handwerk von seinem Vater gelernt. Obwohl in seiner Familie bereits seit vier Generationen Bürsten gemacht werden, betreibt er es nur noch im Nebenerwerb. Dies trifft auch auf Schindelmacher Hans Würth aus Baiersbronn zu. "Man hat früher im Winter Schindeln gemacht", berichtet er. Heute fertigt Würth, von Beruf Zimmermeister, Schindeln lediglich als Hobby an. Wie er sagte, ist der Weg vom Fichtenstamm bis zur hangefertigten Schindel an der Hauswand mühsam, zumal man für einen Quadratmeter Schindelfassade bis zu 500 Holzschindeln braucht.

Doris Vogt aus Ottenhöfen zeigte, welche Kunstwerke man mit Brandmalerei herstellen kann. Daneben nutzten viele Besucher die Gelegenheit, das Dorfmuseum samt angeschlossenem Schäferhaus ausgiebig zu besichtigen. Zur guten Stimmung trug der Auftritt des Musikvereins Dettingen bei.