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Freudenstadt Mord und Totschlag vor der Haustür

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Imposant und abgewetzt: Das ehemalige Hotel Waldlust zeigt sich im Horror-Film »Bela Kiss« von seiner unheimlichen Seite. Foto: Mirror Maze

Freudenstadt - Wenn am Donnerstag ab 20 Uhr im Kienbergsaal des Freudenstädter Kurhauses das Licht ausgeht, wird es dem Premierenpublikum des Gruselstreifens »Bela Kiss« eiskalt den Rücken hinunter laufen – vor allem, weil ein Großteil der Szenen vor der eigenen Haustür gedreht wurde.

Auch ohne Nebel und schummriges Licht ist das Hotel Waldlust ein unheimlicher Ort. Nach dem Dreh des Horror-Films verstärkt sich dieser Eindruck natürlich noch ein bisschen mehr. »Imposant und ein bisschen abgewetzt«, so hatte sich das Film-Team den Drehort seines Streifens vorgestellt. Mit dem ehemaligen Hotel Waldlust in der Lauterbadstraße war also der perfekte Drehort gefunden.

Mit den jungen Nachwuchstalenten Kristian Klebe, Fabian Stumm, Julia Horvath, Rudolf Martin sowie Moderatorin Collien Ulmen-Fernandes in einer Gastrolle ist das ehemalige Hotel eineinhalb Jahre nach dem Dreh in Freudenstadt also bundesweit in den Kinos zu sehen.

Vorlage ist die Geschichte des grausamen Serienmörders Bela Kiss. Zu Beginn des Ersten Weltkriegs tötete er mehr als 20 junge Frauen. Die Leichen wurden, in Alkohol eingelegt, in Metallfässern auf seinem Anwesen in der Nähe von Budapest aufgefunden. Die Körper waren blutleer. Gerüchten zufolge wurde Bela Kiss noch Jahrzehnte später rund um den Globus gesehen. Allerdings wurde er nie gefasst, und so ist sein Verbleib bis heute ungewiss.

Kampf um Leben und Tod

Dieser ungewisse Ausgang der Geschichte beflügelte die Fantasie der Filmemacher, die den Stoff ins 21. Jahrhundert transportieren: Fast ein Jahrhundert nach den grausamen Morden versteckt sich in einem abgelegenen Hotel mitten im Wald eine Gruppe von fünf jungen Bankräubern vor der Polizei. Unter falschem Namen genießen sie zunächst die Anonymität dieses Ortes, der Unterschlupf für den diskreten Ehebruch bietet. Doch mit jedem Tag steigert sich das Unbehagen der Gesuchten: Im Haus gehen merkwürdige Dinge vor sich. Hier, fernab von der Zivilisation, schnappt die Falle zu. Binnen kürzester Zeit entwickelt sich der vermeintlich sichere Ort zu einem tödlichen Albtraum – ein Kampf um Leben und Tod beginnt, in dem ein längst Totgeglaubter höhere Ziele verfolgt. Ist Bela Kiss zurück?

Der Film ist das Debüt von Regisseur Lucien Förstner, Produzentin Sylvia Günthner, Steven Weber (Visual Effects Supervisor) und Eric Kazak (Casting Director and Editor). Die Vier sind Absolventen der Lazi Akademie in Esslingen. Bereits 2009 wurden sie in den Bann des Serienmörders gezogen, und die Idee, einen Film über Bela Kiss zu drehen, war geboren.

»Als Hauptlocation des Films war es uns wichtig, dass auch hier eine Premiere stattfindet«, sagt Wirtschaftsförderer Ralf Heinzelmann und verweist auf die eigentliche Premiere des Films in Esslingen. Und weil das Central-Kino durch den Umbau noch gehandicapt sei, habe sich das Subiaco-Kino bereit erklärt, die Premiere des Films im Kurhaus zu organisieren. Dort wird sich auch der Denkmalverein Freudenstadt präsentieren, der das »Waldlust« unter seinen Fittichen hat.

Bereits in der Vergangenheit war Freudenstadt immer wieder Ort verschiedener Fernsehproduktionen. Schon Heinz Erhardt drehte in den 60ern auf dem Marktplatz (»Der letzte Fußgänger«), und das Hotel Palmenwald stand 2010 im Mittelpunkt der ARD-Serie »Schwarzwaldhof«. »Die Filmminuten, die in Freudenstadt entstanden sind, sind nicht zu verachten«, sagt Heinzelmann und fügt schmunzelnd hinzu: »Wir sind das Hollywood des Schwarzwalds«.

Dass nun auch das »Waldlust« zurück ins Bewusstsein findet, hofft Tourismusdirektor Michael Krause. »Vielleicht macht der Film Interessenten neugierig auf das Hotel. Es wäre mein Wunsch, dass sich jemand für das Hotel findet.«

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