Bei der Ausstellung wurde allerhand geboten: Experten der Interessengemeinschaft Amerikanischer Modelleisenbahnen ließen Modelle künstlich altern. Jung und Alt bestaunten die Schauanlage und manches Schmuckstück aus Liebhaberhänden. Foto: Schwarzwälder-Bote

Ausstellung der Eisenbahnfreunde Freudenstadt bietet viel Sehenswertes. Feldbahnen ein Schwerpunkt.

Freudenstadt - Zu ihrem 25-jährigen Bestehen präsentierten die Eisenbahnfreunde Freudenstadt in der Turn- und Festhalle vielen Gleichgesinnten eine sehenswerte Ausstellung. Einen Schwerpunkt bildeten Feldbahn-Kleinanlagen, die trageleicht in Koffern transportiert werden können. Acht Anlagen zeigten die gesamte Bandbreite dieser Sparte auf. So wurden Feldbahnen einst als Torf-, Steinbruch- oder Industriebahn genutzt. Die IG Feldbahn Niefern-Öschelbronn hatte zu diesem Thema in der Turn- und Festhalle allerhand zu bieten. "Auch in der ehemaligen Ziegelei Bacher in Freudenstadt wurde eine Feldbahn genutzt", wusste der Vorsitzende der Eisenbahnfreunde Freudenstadt, Stefan Braun, zu berichten. Für zahlreiche Besucher, darunter viele Familien mit Kindern, war dies eines der spannendsten Themen.

Workshop: Wie man Modelle altern lässt

Als echter Hingucker präsentierte sich die große Märklin-Schauanlage der Gebrüder Fischer aus Mühringen. Bis zu sechs Modellzüge rollten durch Miniatur-Bahnhöfe und -Industrieanlagen – vom Dampfzug bis zur Regional-Privatbahn war alles vertreten. Daneben wurden unter anderem Modellbahnen von Wolfgang Martin, Frank Krone und dem Modelleisenbahnclub Filderstadt gezeigt, die ländliche Nebenbahnen oder die Spur N präsentierten. Als kleines Meisterwerk war auch die nachgebaute Oberpostdirektion in Tübingen in der Turn- und Festhalle zu betrachten. Das Ehepaar Scholz aus Gültstein stellte eine Spur- O-Nebenbahnanlage nach französischen Vorbild vor. Deren Besonderheit: Die detailgetreuen Modellgebäude wurden aus Pappe gefertigt.

Bei einem Workshop zeigten zwei Mitglieder der Interessengemeinschaft Amerikanischer Modelleisenbahner, wie man Modelle künstlich altern lassen kann. Nach Originalbildern wurden USA-Modellwagen mit Graffiti versehen. Die Gruppe ist Modelleisenbahnfans bundesweit durch ihre "City Limits"-Anlage ein Begriff.

Beim Publikum kam auch die Bastelecke für Kinder gut an. Auf der Bühne der Festhalle war die "My World"-Anlage von Märklin im Einsatz. Die robuste Modellanlage wird mit batteriebetrieben Zügen betrieben und mit Ultraschall gesteuert. Beim großen Flohmarkt boten zehn Anbieter aus der Region eine breite Auswahl aller Fabrikate. Modellsammler konnten selbst Lokomotiven aus den 50er-Jahren erwerben. Manche Zuggarnitur zeigte die Entwicklung der guten alten Deutschen Bundesbahn auf. Aktuell sind aber die digitalen Modelle auf dem Vormarsch. Sowohl die digitale Modellsteuerung als auch Original-Sounds der Lokomotiven finden immer mehr Anhänger. Selbst wechselndes Licht in den Zügen, Bremsgeräusche oder Rauch in Intervallen können nahezu perfekt nachgeahmt werden. In einer Sonderausstellung wurde der Bahnhof Eutingen mit Bildern und Zeichnungen gezeigt.

Der stellvertretende Vorsitzende der Eisenbahnfreunde Freudenstadt Ingo Grabow und Beisitzer Herbert Braun waren mit dem Besucheraufkommen sehr zufrieden. Nach wie vor lebt die Faszination Modellbahn bei den Erwachsenen weiter.

Wer sich für dieses Hobby interessiert, ist bei den Eisenbahnfreunden Freudenstadt willkommen. Diese treffen sich jeden Freitag ab 20 Uhr im Vereinsheim in der Murgtalstraße 182 in Klosterreichenbach. Am Freitag, 13. Dezember, findet dort ab 19 Uhr ein Märklin-Reparatur-Abend statt. Am Samstag, 28. Dezember, können Interessierte von 14 bis 18 Uhr das Vereinsheim und die Anlagen beim Tag der offenen Tür besichtigen.

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