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Freudenstadt Mit einem Liter Sprit in den Süden

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Faszinierend war es für den Piloten, die Bergriesen der Seealpen abzufliegen. Foto:s Rothfuß Foto: Schwarzwälder Bote

Wer mit seinem Auto im Urlaub Südfrankreich oder Spanien anpeilt, muss viele Stunden Fahrt, Mautgebühren und oft lange Staus in Kauf nehmen. Hansjörg Rothfuß schaffte dies ohne Stau und nur mit einem Liter Sprit.

Freudenstadt-Musbach. Hansjörg Rothfuß ist Mitglied der Fliegergruppe Freudenstadt und schaffte mit seinem Motorsegler DG 800B/18 m die Strecke von Musbach nach Sisteron im reinen Segelflug. Den Liter Sprit brauchte er nur zum Start in Musbach, um einen ersten Aufwind anzufliegen.

Direktflüge nach Südfrankreich sind selbst für erfahrene Segelflieger nur ganz selten möglich. Rothfuß verfolgte genau die Segelflug-Wettervorhersage, die für das bevorstehende Wochenende gute Bedingungen für den Alpenraum versprachen. "Für mich die Gelegenheit, mit drei freien Tagen, wieder einmal einen Segelflug-Trip in die Alpen, vielleicht selbst bis Südfrankreich zu unternehmen", schildert der Pilot. Falls es klappen sollte, war bei Freunden in Sisteron eine Übernachtung gesichert.

Anhand der Wetterdaten spielte Rothfuß mögliche Routen nach Süden auf den Flugkarten durch. "Jede Strecke hat seine Tücken, seien es die unterschiedlichen thermischen Bedingungen, die zu überwindenden Berge und die zivilen und militärischen Luftraumbeschränkungen", so Rothfuß. Im Prinzip gab es zwei Möglichkeiten mit dem Segelflugzeug nach Südfrankreich zu kommen. Entweder entlang dem Schweizer Jura westlich am Luftraum des Flughafens Genf vorbei und dann in Richtung Grenoble, oder mit einem Sprung von der Mitte des Jura über das Schweizer Mittelland den Einstieg in den Bereich des Berner Oberlandes zu schaffen und von dort über das Wallis, das Aosta-Tal in die Haute Provence zu fliegen.

Unter dem Deckel des Basler Luftraums

Die thermischen Bedingungen im Schwarzwald waren hervorragend, so dass Rothfuß ohne Probleme den Sprung in den Schweizer Jura schaffte. Mit viel Geduld kämpfte er sich im nördlichen Jura unter dem Deckel des Basler Luftraums sehr niedrig im hügeligen Gelände über zahlreichen Bauernhöfen in Richtung Süden vor. Immer wieder wurden, kurz bevor der Motor gestartet werden musste oder eine Außenlandung drohte, die Bedingungen ab dem Chasseral, einem markanten Gipfel des Jura, besser.

Hansjörg Rothfuß entschied sich für die Route nach Osten über das Mittelland in Richtung westliche Voralpen. Die war zwar anspruchsvoller, bot dafür aber eindrucksvolle Ausblicke. Nach einem rund 40 Kilometer langen Gleitflug über das Mittelland fand er in der Region Gruyères wieder Aufwinde. Geduld war gefragt, um den langsam zahlreicher werdenden Cumuluswolken näher zu kommen. Das war auch unbedingt erforderlich, um den Weiterflug ins Wallis mit Bergen, die weit über 4000 Meter hinauftragen, zu ermöglichen. Nach einem Sprung über das große Rhonetal half knapp über einem Kamm eine starke Thermikblase dem Piloten weiter. Der Einsatz von Sauerstoff war notwendig. Der Alpenhauptkamm mit den Berggiganten Monte Rosa, Matterhorn und Grand Combin lag unmittelbar vor Rothfuß.

Da die Flugbedingungen im Aostatal sehr gut schienen, setzte er den Flug nach Süden in Richtung Seealpen/Haute Provence fort. Die Region war ihm von einigen Urlaubsaufenthalten mit Flügen über dieser grandiosen Bergwelt gut vertraut. Nach einem kleinen Abstecher zum Glacier Blanc flog Rothfuß auf der klassischen Route, dem sogenannten "Parcours" in Richtung Sisteron. Nach acht Stunden Flugzeit wurde er von seinen Freunden Jörg und Jutta begrüßt. Am nächsten Tag ging die Reise nach Musbach zurück. Doch dabei musste Rothfuß zwei Mal kurz den Motor seines Flugzeugs starten.

 
 

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