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Freudenstadt Masterplan ist weit fortgeschritten

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Teilnehmer des Bürgerforums beschäftigen sich mit dem Plan für die Gartenschau, der in der Laborhalle des Campus in Freudenstadt ausgelegt war. Foto: Stadler Foto: Schwarzwälder Bote

Die Gartenschau zwischen Freudenstadt und Baiersbronn im Jahr 2025 nimmt konkretere Formen an. Ideen, die in den Masterplan eingeflossen sind, wurden jetzt bei einem Bürgerforum vorgestellt.

Freudenstadt/Baiersbronn. Die Konferenzhalle des Campus Schwarzwald in Freudenstadt platzte förmlich aus allen Nähten. Das Interesse am Bürgerforum war mit rund 250 Gästen groß. Vorgestellt wurde der aktuelle Stand des Masterplans mit den eingearbeiteten Ideen und Wünschen vorangegangener Bürgerveranstaltungen. Zum Jahresende soll er verabschiedet werden.

Der Masterplan zur Gartenschau Freudenstadt/Baiersbronn befindet sich mittlerweile in einem weit fortgeschrittenen Entwurfsstadium, in dem Ideen von Bürgern zu 85 Prozent eingeflossen sind. Neun Prozent werden noch geprüft und nur sechs Prozent wurden durch das Büro Planstatt Senner aus Überlingen, das den Masterplan erstellt, als nicht umsetzbar eingestuft.

Bürgerbeteiligung wichtiger Bestandteil

Oberbürgermeister Julian Osswald aus Freudenstadt und Bürgermeister Michael Ruf aus Baiersbronn begrüßten die interessierten Bürger. "Das Projekt Gartenschau 2025 wird die beiden Kommunen in den kommenden Jahren sowohl inhaltlich als auch finanziell stark beschäftigen", so Julian Osswald. Sein Kollege Michael Ruf betonte, dass die Bürgerbeteiligung bei dieser Herzensangelegenheit sehr wichtig sei. Er verdeutlichte, dass mit der Gartenschau nachhaltige Projekte finanzierbar würden, die sonst nicht realisiert werden könnten.

Keine Gespräche mit Grundstückseigentümern

Landschaftsarchitekt Johann Senner, Inhaber des Büros Planstatt Senner, und seine Mitarbeiterin Aliena Döll präsentierten den aktuellen Stand des Masterplans. Auf dem Boden der Konferenzhalle war eine große begehbare Plankarte ausgelegt, die den sieben Kilometer umfassenden Bereich der Gartenschau von Freudenstadt bis Baiersbronn darstellte. Zunächst wechselten sich Senner und Döll mit der Vorstellung der verschiedenen Schwerpunktbereiche der Gartenschau 2025 ab, bei denen viele Anregungen aus dem "legendären Winterspaziergang" zur Bestandsaufnahme eingearbeitet worden seien. Allerdings hätten noch keine Gespräche mit den betreffenden Grundstückseigentümern stattgefunden, betonten sie. Präsentiert wurden die Vorschläge zur sogenannten Daueranlage, wie Radwege, Fußwege oder Spielplätze. Je fünf Schwerpunktbereiche entfallen auf das Gebiet von Freudenstadt und von Baiersbronn. Darüber hinaus gibt es einen überschneidenden Bereich. In Freudenstadt befinden sich diese Stellen beim Stadtbahnhof, beim Marktplatz, im naturnahen Talraum und dem historischen Industrieensemble in Christophstal. In Baiersbronn erstrecken sich die Schwerpunkte auf das Zentrum, den Bahnhof, im Süden auf das Gewerbegebiet, Friedrichstal und auf das Seenland/Feuchtwiesen. Sogenannte zusammenhaltende Projekte beziehen sich auf den Bereich Forbach, beinhalten die Offenhaltung des Talraums, die Altlastensanierung und die Mobilität.

Kosten etwa bei 17 Millionen Euro

Die vom 1. Mai bis 30. September 2025 laufende Gartenschau Baiersbronn/Freudenstadt kostet laut Budgetierung in Freudenstadt 8,82 Millionen und in Baiersbronn 8,3 Millionen Euro. Im Dezember findet die Fördermittelkonferenz statt, bei der die Zuschusshöhen festgelegt werden. Im sich anschließenden Fragenteil der Veranstaltung wollten einige Bürger bereits Informationen zur Detailplanung, die aber erst zu einem späteren Zeitpunkt beginnt, nachdem der Masterplan abgesegnet ist. Auch die Frage nach der geschätzten Besucherzahl kam auf. Die Planer gehen von etwa einer halben Million Besuchern aus. Da die Schau dezentral auf einer Länge von sieben Kilometern zu sehen sein wird und das Tal nicht eingezäunt werden soll, gehen die Planer von einem einfachen "Ticketing" aus, beispielsweise mit Transpondern.

Auch Sicherheitskonzept wird thematisiert

Ein Sicherheitskonzept wurde ebenso thematisiert wie der Erhalt alter Gebäude und die Einbeziehung der Kirchen. Dekan Werner Trick sprach dabei über die Stadtkirche Freudenstadt und die Michaelskirche in Friedrichstal. Aufgrund des großen Interesses an dem Bürgerforum wurde die Fortsetzung der Veranstaltung in die große Laborhalle verlegt. Dort konnten sich die Bürger an vier Thementischen mit weiteren Ideen einbringen, die im Anschluss in einer kurzen Ergebniszusammenfassung an der großen Plankarte vorgestellt wurden.

Die nächsten anstehenden Termine sind eine Klausurtagung in Baiersbronn am 12. Oktober und die Fördermittelkonferenz am 18. Dezember. Bis zum Jahresende soll der Masterplan verabschiedet werden. Im nächsten Jahr stehen Ausführungs-, Umsetzungs- und Detailplanung an. 2021 erfolgen die Ausschreibung, Auftragsvergaben und die Werkplanung. Ab 2022 werden die Daueranlagen gebaut. Danach folgt die Konkretisierung des Durchführungskonzepts und die Aufarbeitung des Veranstaltungsprogramms.

(bine). Einige Ideen, die bislang für den Masterplan erarbeitet wurden, stellte das Ingenieurbüro Planstatt Senner aus Überlingen im Bürgerforum vor.

Die Bahnhöfe in Freudenstadt und Baiersbronn wurden als Ankunftsbereiche deklariert. Dafür sind Parkierungskonzepte vorgesehen. Ein sogenannter Mountain-Climber, eine Art Glaskabinen-Aufzug auf Schienen, soll die Adlersteige von Freudenstadt ins Forbachtal überwinden. Der historische Treppenweg soll dennoch erhalten werden. Im Bereich "historisches Industrieensemble" befinden sich Gebäude wie das Bärenschlössle oder die ehemalige Tuchfabrik Hoyler. Dort soll ein Wassergarten mit Zugang zum Forbach entstehen. Das Wildtiergehege wird vergrößert, und eine Röhrenrutsche soll über die ehemalige Skischanze führen. Auf dem Bürkle-Areal sollen Altlasten saniert und renaturiert werden. Dort ist ein Amphitheater mit Veranstaltungsinseln geplant. Angedacht sind außerdem eine Fischzuchtanlage und ein Lehrpfad zu Entwicklungsstadien bei Fischen.

In Christophstal steht Wasserkunst in Anlehnung an den Bergbau im Vordergrund. Wasserspiele und Matschbecken sehen die Pläne neben Flächenrodung zur Belebung des dortigen Kanals ebenso vor wie ein Wildtierkorridor und eine Aussichtsplattform.

Im Baiersbronner Teil der Gartenschau ist kein Individual-Anreiseverkehr vorgesehen. Ein Loren-Spielplatz an der Grube Untere Sophia wurde in der Planung für Friedrichstal verankert. Das Thema Bergbau wird dort spielerisch aufgenommen. Eine Doppel-Murmelbahn soll ebenfalls angelegt werden. Die Firma SHW wird eingebunden und will Führungen anbieten.

Für einen barrierefreien Aufgang zum Bahnhaltepunkt Friedrichstal wurde bislang noch keine Lösung gefunden. Denkbar wären Stegvarianten in Kombination mit einem Aufzug. Sitzstufen am Forbach sollen als Jugendaktivflächen zum Klettern, Hüttenbauen oder in einen Irrgarten einladen, aber auch als Entspannungspark dienen.

Im Bereich Baiersbronn Süd, mit Integration des Gewerbegebiets, entsteht ein Pocket-Park als Pausenhof für Mitarbeiter, und darüber hinaus wird es am Kanal Wasserspiele geben. Der Stöckerkopf soll mit einer Seilbahn erschlossen werden, die nicht nur zur Glasmännlehütte führt. Dort soll ein Schaufenster der Gewerberegion entstehen.

Ein Gartendorf mit Wohnen für junge Familien ist beim Bahnhof angedacht. Im Zentrum von Baiersbronn ist eine Aufwertung des Rosenplatzes vorgesehen. Bei der Schelklewiese sind Wasserspiele ebenso geplant, wie ein Weiher mit Sitzgelegenheiten. Im Bereich des Forbachs sollen die Durchgängigkeit ermöglicht und zur Erhaltung der Artenvielfalt Fischtreppen angelegt werden. Die meisten Hangbereiche sollen in Niederwald mit sechs bis zehn Meter hohen Bäumen umgewandelt werden. Im Talraum sollen Fichten neuen Wiesen weichen.

Anhand eines noch zu erstellenden Mobilitätskonzepts sollen Rad- und Fußwege auf der gesamten Strecke voneinander getrennt werden. An mehreren Stellen sollen Hunderte von Parkplätzen – teils temporär – eingerichtet werden.

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