Das sieht noch nicht fertig aus. Die Bauarbeiten auf dem Marktplatz dauern an. Foto: Breitenreuter

Arbeiten in Innenstadt verzögern sich. Fünf Millionen Euro teures Großprojekt erst 2019 fertig.

Freudenstadt - Ende Mai sollten die Straßenbauarbeiten auf dem Marktplatz und in der Murgtalstraße eigentlich abgeschlossen sein. Dieser Termin ist verstrichen – die Baustelle ist noch da. Und bereits ab der übernächsten Woche geht es in der Stuttgarter Straße weiter.

"Wir sind schon relativ weit", sagt Rudolf Müller, Leiter des Amts für Stadtentwicklung. Doch nicht so weit wie geplant. Zurzeit wird noch kräftig an dem roten Plattenbelag für die Gehwege gearbeitet. Bis Ende nächster Woche soll die Murgtalstraße wieder geöffnet werden, die Straßenmarkierungen sind schon angebracht. Auch bei der neuen Fußgänger-Drückerampel beim Polizeirevier "sind wir in den letzten Zügen", so Müller.

Die Bauarbeiten in der Murgtalstraße haben sich verzögert, weil der gesamte Straßenunterbau erneuert werden musste. Das sei so nicht geplant und auch nicht vorhersehbar gewesen, erläutert Müller. Es fehlt aber noch der Lückenschluss von der Einmündung der Murgtalstraße bis zum Technischen Rathaus. An dieser Stelle muss noch der alte Straßenbelag abgefräst werden, erläutert Müller. Dann wird vom Ende der Loßburger Straße bis zur Einmündung der Murgtalstraße die neue Straßendecke eingebaut. Parallel werden noch die Fundamente für die Ampeln gegossen. Denn die gesamte Ampelanlage in der Innenstadt wird erneuert und auf die Ampelschaltung der Kreuzung Ringstraße abgestimmt. Den Gästen, die über den Marktplatz schlendern, bleiben die Bauarbeiten über den gesamten Sommer erhalten.

In der Stuttgarter Straße gibt es für die Bauarbeiter einige Unwägbarkeiten. Hohlräume könnten ihnen das Leben schwer machen. Es sind Relikte aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg. An einigen Gebäuden, beispielsweise dem Amtsgericht, der evangelisch-methodistischen Kirche oder dem Gebäude der Stadtwerke, gibt es Keller, die über die Gebäudekanten in den Straßenraum ragen. "Wir hoffen, dass die so tief liegen, damit wir problemlos drüberkommen, erläutert Rudolf Müller. In der Stuttgarter Straße werden teilweise Gas- und Wasserleitungen erneuert sowie Kanalschächte saniert.

Mit Georadarsystem wurden die Hohlräume lokalisiert

Mit einem Georadarsystem wurden bereits die Hohlräume unter der Stuttgarter Straße lokalisiert. Dennoch sind noch Schürfungen mit dem Bagger notwendig, um nähere Erkenntnisse über die Hohlräume zu gewinnen, denn "die sind noch nicht klar definiert", weiß Müller.

Am 18. Juni beginnen ab der "Venus" bis zur Einmündung der Bahnhofstraße die Fräsarbeiten auf der Stuttgarter Straße, die dann nur noch in eine Richtung befahrbar ist. Wieder müssen Umleitungsstrecken ausgewiesen werden. "Das wird bis Ende des Jahres dauern", kündigt Rudolf Müller an.

Im nächsten Jahr ist dann die Martin-Luther Straße bis zum Stadtbahnhof an der Reihe. Dort werden allerdings nicht die Gehwege neu belegt, sondern es wird nur der Straßenbelag erneuert. Ferner wird ein Angebotsstreifen für Radfahrer wie in der Loßburger Straße geschaffen. Auf den großen Bauschildern vor der Innenstadt, auf denen die Sanierung der Ortsdurchfahrt angekündigt wird, steht als Fertigstellungstermin noch August 2018 drauf. Dass dieser Termin nicht zu halten ist, wird jedem klar, der in diesen Tagen durch die Innenstadt läuft oder fährt. August 2019 ist jetzt das Ziel, also genau ein Jahr später. Die Zahl 2018 soll auf den Schildern noch mit 2019 überklebt werden, damit nicht jeder gleich merkt, wie lange sich das Großprojekt, das fast fünf Millionen Euro kostet, verzögert.