Kunstvolles und Ungewöhnliches gab es auf dem Töpfermarkt in Freudenstadt zu bestaunen. Fotos: Hopp Foto: Schwarzwälder-Bote

Aussteller präsentieren an knapp 80 Ständen Töpferwaren / Plattform für junge Kunsthandwerker

Von Regina Schwenk Freudenstadt. Von klassisch bis modern, pastellig-zart bis knallig-bunt, ornamental bis puristisch – auch ein Jahr vor seinem 20-jährigen Bestehen präsentierte der Freudenstädter Töpfermarkt wieder eine breite Palette der fragilen Handwerkskunst.Fernab der industriellen Massenware ließ sich beim Schlendern über den größten Marktplatz Deutschlands an knapp 80 Ständen der Facettenreichtum des traditionsreichen Töpferhandwerks entdecken. Aus ganz Deutschland waren die Aussteller gekommen, aber auch Töpfer und Kunsthandwerker aus dem benachbarten Ausland, aus Österreich und Frankreich, boten ihre Waren feil.

 

Für Eberhard Jagdmann, Organisator des Markts und Inhaber der Freudenstädter Töpferei "Die Töpferstube", gilt bei der Wahl der Aussteller das Motto "Klasse statt Masse". "Wir versuchen, die Qualität immer anzuheben", so Jagdmann. Sein besonderes Augenmerk liegt dabei auf dem Nachwuchs. Der Töpfermarkt solle immer auch eine Plattform für junge Kunsthandwerker sein, die den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt haben. Gerade die könnten sich nämlich kaum ein eigenes Ladengeschäft leisten, beschreibt der Organisator ein in der Kunsthandwerkerszene weit verbreitetes Phänomen. Für viele Töpfer sind Märkte die einzige Absatzmöglichkeit für ihre Produkte, eigene Ladengeschäfte sind für sie schlicht nicht finanzierbar.

Umso wichtiger, dass dann auch das Wetter mitspielt. Und das entsprach wenigstens am Samstag weitgehend dem, was eine Ausstellerin als "optimal" bezeichnete: trocken und nicht zu heiß. So konnten Interessierte, Liebhaber und Kenner aus Nah und Fern in Ruhe das umfangreiche Angebot erkunden. Gebrauchskeramik für Küche und Tisch war in ebenso großer Auswahl vorhanden wie schmückende Dekorationselemente für Haus, Terrasse und Garten. Mosaiktische für den Innen- und Außenbereich buhlten in leuchtend bunten Farben um die Gunst der Kunden. Vom Klassiker mit Blümchendekor über reich verzierte Ornamentik bis hin zu fast schon skulptural anmutenden, puristischen Designs dürfte für jeden Geschmack die passende Schale, Blumenvase oder direkt ein ganzes Service dabei gewesen sein. Abgesehen von den Klassikern bot der Töpfermarkt Raum für das Besondere. So war für die detailverliebt gefertigten, moderne Schalen zierenden Echsen und Frösche der Begriff "lebensecht" schon fast eine Untertreibung. Getöpferte Wandleuchten, Stelen mit Pharaonenköpfen und diverse Schmuckstücke bestachen durch ihre Kunstfertigkeit und Individualität.

Liebhaber des Töpferhandwerks schätzen Atmosphäre und Angebot des Markts. Der lockte wieder Besucher aus dem gesamten Bundesgebiet, der Schweiz und Luxemburg nach Freudenstadt. Wo Kenner aufeinandertreffen, lässt es sich bestens fachsimpeln. Und so konnte man an manchem Stand lebhaften Debatten über Brenn- und Glasurtechnik lauschen.