Der Quark macht’s: (von links) Dastin Pogoda und Julian Hahn haben etwas übrig für schmackhafte Farbe. Foto: Geideck

Julian Hahn und Dastin Pogoda von der Eduard-Spranger-Schule beteiligen sich an "Jugend forscht".

Nagold/Freudenstadt - Für "Jugend forscht" machten sich die beiden Freudenstädter Schüler Julian Hahn (17) und Dastin Pogoda (19) auf die Suche nach einer kostengünstigen Wandfarbe – und begaben sich dabei auf die Spuren der alten Römer.Glaubt man den beiden Nachwuchsforschern, könnten aufgrund ihres Experiments die Tage des Klebebands zumindest im Schulalltag bald gezählt sein. Kaum ein Unterrichtstag vergeht, an dem nichts an die Wand geheftet wird. Das Problem: Selten lassen sich die Klebestreifen ohne Rückstände entfernen. "Ganz davon abgesehen, dass sie oft nicht halten, was sie versprechen", formulierten es Julian Hahn und Dastin Pogoda süffisant in ihrer Versuchsbeschreibung. Die Lösung: Magnete. Nur sind die Wände in kaum einem Klassenzimmer magnetisch. Das soll sich ändern.

Vor einem Monat starteten die beiden Schüler der Eduard-Spranger-Schule ihr Forschungsprojekt. Gesucht wurde eine Wandfarbe, die magnetisch, aber auch kostengünstig ist. Dabei landeten Julian Hahn und Dastin Pogoda im antiken Rom. Dort wurde einst mit Kasein-Farbe gestrichen. Kasein ist Hauptbestandteil der Milcheiweiße. Kurzerhand mischten die beiden Jugendlichen Quark und Milch zusammen, dazu Eisenpulver und – damit die Wände im Klassenzimmer im nicht ganz so tristen Grau erstrahlen – etwas Abtönfarbe. "Das ist auf jeden Fall nicht teurer als Wandfarbe aus dem Baumarkt", rechneten sie beim Regionalwettbewerb von "Jugend forscht" in der Nagolder Stadthalle vor.

Entscheidender Effekt: Durch das Eiweiß rostet das Eisenpulver nicht, die Farbe bleibt aber dennoch magnetisch. Künftig könnten also die Wände in der Eduard-Spranger-Schule mit ihrer Errungenschaft gestrichen und Blätter somit mit Magneten statt mit Klebestreifen an die Wand geheftet werden. Bleibt die Frage: Schimmelt die Quark-Milch-Mixtur nicht? Die beiden Nachwuchsforscher winken ab. Zwar läuft der Versuch erst seit einem Monat, noch sei aber kein strenger Geruch zu vernehmen. Und überhaupt: "Sonst hätten die Römer die Farbe ja nicht verwendet", ist sich Dastin Pogoda sicher. So ganz schien die Jury in Nagold davon nicht überzeugt: Einen Preis konnten die Jugendlichen nicht mit nach Hause nehmen. Als Trost bleiben ihnen die Reste ihres Experiments, denn auch das sei laut Dastin Pogoda ein großer Vorteil von Kasein-Farbe: "Wenn etwas übrig bleibt, kann man den Quark dann essen."