Verwaltung soll zunächst Finanzierungsmodelle vorlegen

Von Jürgen Lück Kreis Freudenstadt. Braucht der Landkreis einen Jugendreferenten? Darüber gab es eine intensive Diskussion im Jugendhilfeausschuss des Kreistags. Jugendamtsleiterin Charlotte Orzschig: "Die Aufgabengebiete sind vorhanden. Dazu gehört die bessere Akquisition von Projektmitteln und die Vertretung in Ausschüssen mit Autorität." Landrat Klaus Michael Rückert hielt sich neutral: "Wir sehen den Bedarf schon. Ein Kreisjugendereferent ist sicherlich mehr als ›nice to have‹, aber keine Pflichtaufgabe."

Birgit Bihler von der Polizeidirektion Freudenstadt hob hervor, dass im Jugendschutz viel zu wenig laufe. Und das, was laufe, sei schlecht koordiniert. "Es wäre besser, wenn ein Kreisjugendreferent die verschiedenen Hilfen und Maßnahmen koordinieren würde." CDU-Kreistagsfraktionschef Heinz Hornberger zitierte Winston Churchill: "Ich habe für alles Verständnis, nur kein Geld. Angesichts der Personalkosten-Senkungsdiskussion im Landkreis sehe ich uns nicht in der Lage, das zu finanzieren." Horbs Jugendreferent Markus Guse hielt entgegen, dass in der Jugendhilfe keine Nachhaltigkeit sichtbar sei.

"Kostentopf hateinen Deckel"

Freudenstadts Bürgermeister Gerhard Link (CDU) forderte, dass sich die Jugendreferenten der Kommunen untereinander besser vernetzen. Er fügte hinzu: "Der Kostentopf hat einen Deckel. Bei der bisherigen Förderung durch den Landkreis weiß ich, dass das Geld, welches reinfließt, direkt bei den Jugendlichen ankommt. Dieser Euro ist mir lieber als der für mehr Personal."

Kreisrat Wolf Hoffmann (Grüne) stellte dann den Antrag auf eine halbe Stelle für den Kreis-Jugendreferenten. Hoffmann: "Dabei soll die Kreisverwaltung zur Kreistagssitzung am 16. Dezember auflisten, wie hoch die finanzielle Belastung bei einer Vollfinanzierung oder bei einer anteiligen Finanzierung durch die Kürzung bei den Landkreis-Zuschüssen für die kommunalen Jugendreferenten sind." Der Landkreis unterstützt derzeit acht Jugendreferenten mit jährlich 197 000 Euro. Hoffmann: "Es kann nicht nur darum gehen, Personalkosten zu reduzieren, sondern die Effektivität zu erhöhen." Kreisrat Holger Korneffel (Freie Wähler): "Für mich ist es wichtig, dass wir eine gute Lösung für den Landkreis hinbekommen. Bei uns in Alpirsbach mussten wir bei der kommunalen Jugendarbeit abspecken und kooperieren jetzt mit Schiltach. Wir werden das sehr ausführlich in unserer Fraktion besprechen."

Der von Hoffmann formulierte Antrag wurde knapp mit sechs Ja-Stimmen, fünf Gegenstimmen und drei Enthaltungen beschlossen.