In der Kreissporthalle beim Panoramabad werden Flüchtlinge untergebracht. (Archivfoto) Foto: Breitenreuter

Nicht nur aus der Ukraine, sondern auch aus anderen Ländern kommen immer mehr Flüchtlinge im Kreis Freudenstadt an. Sie sollen bald in der Kreissporthalle unterkommen.

Kreis Freudenstadt - Abseits der öffentlichen Wahrnehmung wird der Zustrom von Flüchtlingen immer mehr zur Herausforderung für die zuständigen Behörden – so auch im Kreis Freudenstadt. Längst kommen viele der Schutzsuchenden auch aus anderen Ländern als der Ukraine. Die Zahl der ukrainischen Flüchtlinge stagniere derzeit, berichtete Landrat Klaus Michael Rückert in der jüngsten Sitzung des Kreistags. Doch die Zahl der Flüchtlinge aus anderen Staaten steige immer weiter an.

Deshalb muss das Landratsamt nun handeln. "Wir werden beginnen, die Kreissporthalle am Panoramabad mit Flüchtlingen zu belegen", kündigte Rückert an und betonte: "Das werden Menschen aus anderen Ländern als der Ukraine sein."

Rückkehr vorerst unwahrscheinlich

Martin Zerrinius (SPD) wollte während der Sitzung wissen, wie sich die Lage in Zukunft entwickeln könnte: "Was passiert, wenn dieser Krieg endlich mal aufhört, mit den Flüchtlingen aus der Ukraine? Gibt es da Umfragen, ob die bleiben oder zurückkehren wollen?"

Eindeutig konnte Rückert diese Frage nicht beantworten. Entsprechende Zahlen habe er nicht. "Mein Eindruck ist, dass die Rückkehrhoffnung groß ist", vermutete Rückert. Derzeit rieten aber die ukrainischen Energieunternehmen angesichts der unsicheren Versorgungslage zur Flucht.

Partnerschaft mit ukrainischem Landkreis im Gespräch

Auch der polnische Partnerlandkreis Tomaszowski bereite sich darauf vor, dass mit dem Frost eine neue Flüchtlingswelle eintreffen werde. "Mir wurde gesagt, dass sie jetzt Industriehallen mit Kachelöfen ausstatten." Dementsprechend schlecht sei derzeit die Aussicht auf eine Rückkehr.

Gleichzeitig sei es langfristig denkbar, dass der Landkreis den Flüchtlingen Rückkehrhilfe leiste und sich auch am Wiederaufbau der Ukraine beteilige, berichtete Rückert. Naheliegend sei es, im ukrainischen Partnerlandkreis des Landkreises Tomaszowski zu helfen. Es sei sogar denkbar, eine offizielle Partnerschaft zum Landkreis in der Ukraine aufzubauen.