Warum sehe ich diesen Hinweis?

Sie sehen diesen Hinweis, weil Sie einen Adblocker eingeschaltet haben oder im privaten Modus surfen. Deaktivieren Sie diesen bitte für schwarzwaelder-bote.de, um unsere Artikel ohne diesen Hinweis lesen zu können.

Mehr zum Thema Adblocker / Privater Modus und wie Sie diesen deaktivieren, finden Sie, indem Sie auf deaktivieren klicken.

Deaktivieren

Freudenstadt Leidenschaft für das Tanzen prägt die Ehe

Von
Horst und Sieglinde Bäuerle haben ihren 60. Hochzeitstag gefeiert. Foto: mos Foto: Schwarzwälder Bote

Freudenstadt (mos). "Treue üben ist Tugend, Treue erfahren ist Glück." Mit diesem Zitat von Marie von Ebner-Eschenbach eröffnete der Landtagsabgeordnete Timm Kern seine Laudatio anlässlich der diamantenen Hochzeit von Horst und Sieglinde Bäuerle. Deren Sohn Matthias hatte Kern dazu eingeladen. "Wenn zwei Menschen diamantene Hochzeit feiern, kann ich als Theologe nur von Gnade sprechen", sagte Kern, als er auf das abwechslungsreiche und außergewöhnliche Leben der beiden zurückblickte.

Kennengelernt haben sich die beiden in Stuttgart bei einem Tanzkurs. Das Tanzen prägte ihre gesamte Ehe. Kurz nach dem Abschlussball hatte sich Sieglinde Bäuerle entschieden, ein Jahr in England zu verbringen. Der Beziehung geschadet hat das nicht, Horst Bäuerle hat seine spätere Frau während dieser Zeit besucht. Gerne erinnern sie sich an den gemeinsamen Urlaub in London und Mittelengland, die zufällige Begegnung mit der königlichen Familie und die Tänze in den so genannten "Ballrooms".

Als Sieglinde allerdings plante, auch noch ein Jahr nach Frankreich zu gehen, geriet Horst Bäuerle kurzzeitig ins Wanken, was die Beziehung anbelangte. Am Ende entschied er sich für ein Studium in München und für Sieglinde. Die Alternative wäre eine Ausbildung zum Tanzlehrer gewesen.

Steile berufliche Karriere

Sieglinde hatte in jener Zeit beruflich bereits in die BASF-Geschäftsstelle in Stuttgart gewechselt, wo Horst sie regelmäßig besuchte. Er reiste nicht selten per Anhalter an. Nach der Verlobung im Jahr 1959 heirateten die beiden am 30. September in Stuttgart standesamtlich. Die für beide bedeutsamere kirchliche Trauung folgte am Tag darauf.

1960 begann Bäuerle seinen Vorbereitungsdienst für den gehobenen vermessungstechnischen Verwaltungsdienst beim staatlichen Vermessungsamt in Freudenstadt, wohin die junge Familie im Jahr 1962 zog. Sohn Hans-Jörg kam 1961 auf die Welt, Sohn Matthias drei Jahre später. Beide haben die Leidenschaft der Eltern für das Bergsteigen geerbt.

Deren Leidenschaft für das Tanzen wurde in Freudenstadt noch einmal intensiviert und führte im Jahr 1979 zur Gründung des Tanzsportclubs. Das Ehepaar hat in der Folge alle Medaillenkurse für ADTV-Tanzschulen bis zum "Goldstar" erfolgreich absolviert. 1997 übernahm Bäuerle den Vorsitz des TSC und brachte – gemeinsam mit dem damaligen Bürgermeister Hans Greschner – nicht nur den legendären Blumenball nach Freudenstadt, sondern ausgezeichnete Tanzpaare und Formationen mit Weltklasseformat.

Während Sieglinde Bäuerle sich in jener Zeit verstärkt um die Erziehung der beiden Kinder kümmerte, schritt die berufliche und gesellschaftliche Karriere ihres Mannes steil voran. 1969 wurde er zum stellvertretenden Vorsitzenden des Bundes Deutscher Vermessungsbeamter gewählt, im Jahr darauf zum Bezirkspersonalrat beim Landesvermessungsamt.

Es folgte die Funktion des Hauptpersonalrats beim Innenministerium mit späterem Vorsitz in beiden Gremien. 1979 schließlich wurde Bäuerle erstmals stellvertretender Vorsitzender des Beamtenbunds und damit ein Mitglied des Bundeshauptstadtvorstands. Als das Gremium in den 80er-Jahren in Freudenstadt tagte, wurde die "Nachsitzung" kurzerhand zu Bäuerles nach Hause verlegt. Die spontane Cha-Cha-Cha-Formation der Gäste morgens um 5 Uhr bleibt so unvergesslich wie die zahlreichen geselligen Abende, die seither viele namhafte Persönlichkeiten im Haus verbracht haben.

Sieglinde Bäuerle arbeitete sei 1980 wieder bis zu ihrem Ruhestand bei der Firma Oest. Trotz der zahlreichen weiteren Funktionen Bäuerles – unter anderem als Vizepräsident der Ingenieurskammer Baden-Württemberg, als hauptamtlicher Vorsitzender des Beamtenbunds in Baden-Württemberg und als Mitglied im Rundfunkrat des Süddeutschen Rundfunks – sind beide ihrem Hobby, dem Tanzen, bis vor zwei Jahren treu geblieben.

Großen medialen Eindruck hat zudem Bäuerles einzigartige Grenzsteinsammlung hinterlassen. Dass Bäuerle für sein vielfältiges Engagement im Laufe der Jahre das Verdienstkreuz am Bande, das Bundesverdienstkreuz erster Klasse und den Verdienstorden des Landes Baden-Württemberg erhalten hat, sei auch das Verdienst seiner Frau, sagt Bäuerle.

Geprägt waren die Ehejahre auch von zahlreichen Reisen. "Wunderbar, dass Sie die schönen Dinge des Lebens nicht außer Acht gelassen haben", sagte Kern dazu. Gefeiert wurde das Ehejubiläum im Kreise der Familie im Kurhotel Lauterbad.

Artikel bewerten
2
loading
0

Kommentare

Artikel kommentieren

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.