Warum sehe ich diesen Hinweis?

Sie sehen diesen Hinweis, weil Sie einen Adblocker eingeschaltet haben oder im privaten Modus surfen. Deaktivieren Sie diesen bitte für schwarzwaelder-bote.de, um unsere Artikel ohne diesen Hinweis lesen zu können.

Mehr zum Thema Adblocker / Privater Modus und wie Sie diesen deaktivieren, finden Sie, indem Sie auf deaktivieren klicken.

Deaktivieren

Freudenstadt Landratsamt und Schulen sind die Energiefresser im Kreis

Von
Anna Neumann von der Energieagentur in Horb stellte die Energiebilanz des Kreises vor. Foto: Schwarz Foto: Schwarzwälder Bote

Freudenstadt (mos). Die Energiebilanz des Landkreises Freudenstadt hat sich im Vergleich zum Vorjahr verbessert. Anna Neumann von der Energieagentur in Horb präsentierte die Auswertung der Verbrauchsdaten im Technischen Ausschuss für insgesamt zwölf kreiseigene Gebäude.

Acht Prozent der Kosten insgesamt entfallen demnach auf den Wasserverbrauch, 46 Prozent jeweils auf Wärme und Strom. Im Vergleich zum Vorjahr zeigten sich sowohl beim Kohlendioxid-Ausstoß als auch bei Wärme-Witterungsbereich und beim Stromverbrauch eine verbesserte Bilanz. Der prozentuale Anteil der regenerativen Energien für die Wärmeversorgung der zwölf Liegenschaften lag laut Neumann bei 49 Prozent.

Bei der Einzelbetrachtung zeigt sich, dass nach wie vor das Landratsamt, das Freudenstädter Berufsschulzentrum und die gewerbliche und hauswirtschaftliche Schule in Horb zu den Großverbrauchern gehören. Im Horber Schulzentrum habe vor allem der Ausfall des Blockheizkraftwerks für die Erhöhung des Gesamtenergieverbrauchs geführt, erläuterte Neumann. Seit November 2019 seien die Schule wie auch die Tauchsteinhalle aber an die Nahwärmeleitung angeschlossen, was deutliche Einsparungen ermögliche.

Beim Stromverbrauch gehören sowohl das Landratsamt als auch das Berufsschulzentrum in Freudenstadt zu den Großverbrauchern. Weil man festgestellt habe, dass ein Drittel des Stromverbrauchs im Landratsamt auf EDV-Server und Klimageräte zurückzuführen ist, habe man diese zwischenzeitlich durch energiesparende Geräte ersetzt. Den Stromverbrauch habe man allein dadurch signifikant gesenkt.

Bei den Wasserverbräuchen belegt zudem die Eichenäcker-Schule in Dornstetten wegen des dortigen Schwimmbads einen Spitzenplatz.

In der Gewerblichen und Hauswirtschaftlichen Schule in Horb, ebenfalls ein Großvebraucher, müssten die Leitungen der dazugehörigen Tauchsteinhalle aufgrund gestiegener Anforderungen an die Trinkwasserhygiene intensiver gespült werden, erklärte Neumann den dortigen erhöhten Wasserverbrauch. Insgesamt betrachtet lägen die kreiseigenen Liegenschaften aber innerhalb der Vergleichswerte. Differenzen zwischen den einzelnen Gebäuden seien nicht nur auf unterschiedliche Sanierungsgrade zurückzuführen, sondern auch nutzungsbedingt. Zur strategischen Zielplanung gehöre eine Erhöhung der jährlichen Aufwendungen für energetische Maßnahmen (2015: 160 000 Euro, 2020: zwei Millionen Euro, 2021: 2,3 Millionen Euro) ebenso wie die Erstellung von Sanierungsfahrplänen mit einer Förderquote von 80 Prozent.

Der Erste Landesbeamte Reinhard Geiser informierte darüber, dass der Bericht der Firma, die die Gebäude im Hinblick auf mögliche Optimierungen untersucht habe, im Frühjahr fertiggestellt werde. Sobald das Ergebnis vorliege, werde man dem Kreistag Vorschläge über die künftige Vorgehensweise unterbreiten.

Kreisrat Uwe Hellstern hegte erhebliche Zweifel an der vorgerechneten Kohlendioxid-Bilanz. Die Bilanz einer Hackschnitzel-Heizanlage, wie im Berufsschulzentrum vorhanden, sei aufgrund des nachwachsenden Rohstoffs Holz sowieso schon bei Null und könne deshalb nicht verbessert werden. Ferner lasse die Berechnung der Einsparung durch Erneuerung der EDV völlig den Kohlendioxid-Verbrauch bei der Herstellung dieser Geräte außer Acht. Die einzige Einsparung, die der Kreis in den letzten Jahren tatsächlich erzielt habe sei deshalb diejenige, die man durch den Einkauf von inzwischen 75 Prozent Ökostrom erreicht habe. "Man gibt hier Unsummen von Steuergeldern aus, um eigentlich nichts zu erreichen", so Hellstern.

Geiser widersprach ihm nicht, wehrte sich aber gegen den Vorwurf, dass man Gelder verschleudere. Man repariere sehr viel in den alten Gebäuden, sofern das möglich sei. Zudem optimiere man stetig, auch wenn das im Grunde immer nur "Stückwerk" sei. Auch deshalb wolle man das Thema im nächsten Jahr diskutieren und angehen, um die CO2-Bilanz "ehrlich" zu verbessern.

Artikel bewerten
1
loading

Top 5

0

Kommentare

Artikel kommentieren

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.