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Freudenstadt Landkreis will fixes Internet

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Leider sei der Bürger im Moment nicht bereit, die hohen Gebühren, die die Verlegung von Glasfaserkabeln in dünn besiedelten Gebieten kosten würde, zu bezahlen. Foto: dpa

Kreis Freudenstadt - Jetzt will der Kreis Freudenstadt das schnelle Internet in Eigenregie ausbauen. Klaus-Ulrich Röber, erster Landesbeamter des Landkreises: "Wir prüfen gerade, ob wir den kreisweiten Ausbau einer leistungsfähigen Glasfaser-Infrastruktur selbst in die Hand nehmen.

"Das heißt: Der Landkreis plant, selbst auf seine Kosten Breitbandkabel zu legen. Vorbild soll dabei laut Röber der Ostalbkreis sein. Dabei sollen die Kabel von einem Zweckverband verlegt und an private Betreiber vermietet werden.

Im Ostalbkreis müssen alle Kommunen ihre Förderanträge für den Bau eines schnellen Kabelnetzes über den Landkreis stellen. Das ist nötig, damit der Landkreis in einem Modellprojekt einfacher Fördermittel von der baden-württembergischen Landesregierung bekommt.

Der Grund: Laut der neuen Förderrichtinie gibt es zehn Prozent mehr Zuschuss für den Ausbau des schnellen Internets, wenn der Landkreis die Ausbauplanung übernimmt. Statt 25 Prozent gibt es dann 35 Prozent Förderung der Investitionskosten.

Hintergrund: Laut einer Karte des Bundeswirtschaftsministerium (Stand: Ende 2011) sieht es beim schnellen Internet über Kabel im Landkreis Freudenstadt recht düster aus. In Waldachtal, Grömbach und Wörnersberg sind maximal zehn Prozent der Haushalt mit einer schnellen Internet-Verbindung mit über 16 MBit pro Sekunde versorgt.

In Alpirsbach und Dornstetten haben zwischen zehn und 50 Prozent aller Haushalte eine schnelle Internetverbindung. Doch warum soll der Steuerzahler jetzt für das schnelle Internet per Kabel bezahlen?

Der Verband kommunaler Unternehmen (vku) ist der Spitzenverband der Stadtwerke in Deutschland – also kommunaler Unternehmen, die sich um Strom, Wasser, Abwasser und die Abfallentsorgung kümmern.

Hans-Joachim Reck: Breitbandversorgung fast so wichtig wieStrom und Wasser

Hauptgeschäftsführer Hans-Joachim Reck zum Schwarzwälder Boten: "Die Breitbandversorgung hat für die Kommunen inzwischen fast den Rang der Wichtigkeit von Strom, Wasser, Abwasser und Abfallentsorgung erreicht." Dies diene einmal der Standortsicherung für Unternehmen, bei denen es ohne blitzschnelle Datenleitungen im weltweiten Wettbewerb nicht mehr geht, so der vku. Reck: "Bürgermeister klagen zunehmend über das Problem, dass sie Baugebiete ohne eine schnelle Internet-Verbindung nicht mehr vermarktet bekommen." Denn nur so gibt es schnelles Internet mit Fernsehen und 3D-Angeboten. Bei der neuesten TV-Generation auf der IFA in Berlin sei das schnelle Internet ein fixer Bestandteil, damit die neuen Unterhaltungsangebote genutzt werden können.

Leider sei der Bürger im Moment nicht bereit, die hohen Gebühren, die die Verlegung von Glasfaserkabeln in dünn besiedelten Gebieten kosten würde, zu bezahlen, so der vku. Reck: "Aber auch für kommunale Unternehmen muss sich der Breitbandausbau rechnen, wenn auch nicht mit so hohen Renditeerwartungen wie bei börsennotierten Unternehmen."

Das Problem dabei – auch für den Landkreis Freudenstadt: Die Förderprogramme, die es gibt, werden über die Kfw vergeben. Dabei muss die Hausbank mit in die Haftung. Reck: "Da Glasfaserkabel als Sicherheit selten akzeptiert werden, sind diese Kredite relativ teuer." Zudem kommen generell wirtschaftliche Rahmenbedingungen, die Investitionen möglich machen.

Auch die kommunalen Stadtwerke fallen als Investor für die Breitbandversorgung aus. Die Stadtwerke Horb dürften kaum die Investitionen in einen kompletten Breitband-Ausbau alleine stemmen können.

Auch die Tübinger swt, die gemeinsam mit der Stadt Horb die Energie Horb betreiben, lehnen die Investition ins Horber Breitband ab. Reck: "Die meisten kommunalen Unternehmen sind nur in ihrem Versorgungsgebiet unterwegs. Ausnahmen bestätigen die Regel."

Da muss dann wohl der Landkreis Freudenstadt einspringen.

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