Sperrvermerk über Zuschussmittel im Haushalt aufgehoben / Wachsende Bürokratie lähmt Landwirtschaftsamt

Von Hartmut Breitenreuter

Kreis Freudenstadt. Da die Landwirtschaft einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Kulturlandschaft leistet, unterstützt der Landkreis Freudenstadt den Kreisbauernverband weiterhin mit einem Zuschuss von 15 339 Euro pro Jahr. Mit diesem Geld wird vor allem das Beratungsangebot finanziert.

Der Kreistag stimmte bei einer Enthaltung der Aufhebung des Sperrvermerks im laufenden Haushalt zu. Dieser Sperrvermerk war mit der Forderung verhängt worden, der Kreisbauernverband möge in der AG Aufgaben und Finanzen des Kreistags zunächst über die Verwendung des Zuschusses berichten.

Wie Landrat Klaus Michael Rückert in der jüngsten Kreistagssitzung betonte, seien die Aufgaben und die Finanzlage des Bauernverbands inzwischen von dessen Vorsitzendem Gerhard Faßnacht und Geschäftsführer Karl-Friedrich Günther dargelegt worden. Dabei sei deutlich geworden, dass der Kreisbauernverband für die Landwirte ein umfassendes Beratungsangebot vorhält. "Der Bauernverband hat die AG Aufgaben und Finanzen überzeugt" und habe die Aufhebung des Sperrvermerks empfohlen, so der Landrat weiter.

"Mir ist das zu wenig", meldete sich Kreisrat Dieter Bischoff (Freie Wählervereinigung) zu Wort. Nahezu jeder Verband könne von sich sagen, er haben hohe Beratungsleistungen. Dies sah der Landrat anders. Durch seine wichtige Funktion hebe sich der Kreisbauernverband mit seiner Leistung für die Landwirte von anderen Verbänden ab. Außerdem, so stellte der Landrat klar, "ersäuft das Landwirtschaftsamt des Kreises in Bürokratie" durch immer mehr EU-Verordnungen und könne für die Bauern immer weniger Beratung bieten.

Kreisrat Peter Rosenberger (CDU) erinnerte, dass in der AG Aufgaben und Finanzen alle Fraktionen des Kreistags vertreten sind und diese AG sich ausführlich mit dem Thema befasst habe. "Wenn wir jetzt alles nochmal aufdröseln, brauchen wir diese AG nicht mehr." Für die Unterstützung der Landwirte hatte auch Kreisrat Wolfgang Mieckley (FDP) Verständnis, denn niemand wolle, dass die Höfe verwaisen und die Landschaft verkommt. Doch man müsse sich dann im nächsten Jahr überlegen, ob man nicht auch den Kreisärzteverband unterstützt, der sich gegen das Aussterben der Landärzte stark mache. Dafür erntete der Kreisrat allerdings nur etwas Gelächter aus den Fraktionen.

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