"Feelin‘ groovy" hieß es noch 1980 bei einer Freizeit des Jugendzentrums in den Vogesen, bei der dieses Bild entstand. Foto: Schwarzwälder-Bote

Blick in die 40-jährige Geschichte des Kinder- und Jugendzentrums / Förderverein wichtige Säule der Einrichtung

Freudenstadt. Das Kinder- und Jugendzentrum Freudenstadt (KiJuz) feiert seinen 40. Geburtstag. "In den vier Jahrzehnten hat sich das KiJuz zur unentbehrlichen Einrichtung für die Jugendarbeit in Freudenstadt entwickelt", meint Oberbürgermeister Julian Osswald. Schulen, Vereine, und andere Institutionen haben Kooperationen mit dem KiJuz aufgebaut.

Am kommenden Wochenende, 24. und 25. Februar, lädt das KiJuz zum großen Jubiläums-Programm ein. Los geht es am Freitagabend mit einem Ehemaligentreffen. Am Samstag sind ab 10 Uhr die Türen für alle geöffnet.

Der Ursprung des KiJuz geht auf das Jahr 1969 zurück. Der damalige Bürgermeister Gerhard Wolf äußerte den Wunsch nach einem Jugendhaus für sinnvolle Freitzeitgestaltung. Der Vorschlag Wolfs fand eine Mehrheit im Gemeinderat, und so wurde das ehemalige Hotel Murgtäler Hof erworben.

Partner der städtischen Jugendarbeit war der Kreisjugendring (KJR). Ihm überließ die Stadt die Immobilie kostenlos. Die offizielle Einweihung des Jugendhauses fand am 22. Februar 1972 statt. Bereits im März 1973 gründete sich der Förderkreis Jugendzentrum. Dieser verstand sich ganz bewusst als Gegenpol zum Kreisjugendring. Das Ziel des Förderkreises war, das Haus für alle Jugendlichen zu öffnen. Von da an war das Jugendhaus allen zugänglich, auch denjenigen, die nicht verbandlich oder kirchlich organisiert waren. Im gleichen Jahr nahm Harry Imhof seine Arbeit als Kreisjugendpfleger beim Landratsamt auf. Ihm wurde die Leitung des damaligen Jugendzentrums (JUZ) übertragen. Zehn Jahre später ging das Haus in die Trägerschaft der Stadtverwaltung über.

In den frühen 1980er-Jahren war das JUZ die Anlaufstelle von politisch und kulturell engagierten Jugendlichen. Fahrten zu großen Demonstrationen wurden organisiert. 1986 entwickelte sich ein eigenes Angebot für Kinder. Ende der 1980er-Jahre wurde das JUZ zur Plattform für Schauspiel, Kunst und Kultur. Die Kulturinitiative sowie verschiedene Laienschauspiel- und Künstlergruppen nutzten das Haus. Anfang der 1990er-Jahre hielt auch die Punk-Szene Einzug ins JUZ. Die Punks organisierten unter anderem Demonstrationen und Veranstaltungen gegen Ausländerfeindlichkeit. 1993 wurde der Verein Freies Radio Freudenstadt gegründet. Diesem stellte die Stadtverwaltung einen Raum im JUZ zur Verfügung.

1996 wurde die Tigerbande ins Leben gerufen. Bis heute treffen sich regelmäßig Kinder der ersten bis vierten Klassen. Seit Anfang des neuen Jahrtausends ist die Jugendarbeit fester Bestandteil des Zusammenlebens in Freudenstadt. Der damalige Oberbürgermeister Erwin Reichert lud im März 2000 zu einer Sitzung mit dem Thema Jugendarbeit ein. Die Vernetzung der einzelnen Bereiche stand auf der Agenda. Um dies voranzutreiben, stellte die Stadt einen Jugendreferenten im JUZ ein. Das Ziel der Stelle war und ist bis heute, nicht nur das JUZ zu führen, sondern die gesamte Zuständigkeit für die Jugendarbeit in Freudenstadt zu bündeln. In den folgenden Jahren wurde die Kinder- und Jugendarbeit neu konzipiert. Im Erdgeschoss des JUZ entstand eine Jugendagentur.

2001 bot das JUZ das erste Sommerferienprogramm an. In den kommenden Jahren wurden die Teeny- und die Mädchenarbeit ausgebaut. Das Jugendzentrum wurde dann 2007 zum Kinder- und Jugendzentrum und das Stadtjugendreferat zum Kinder- und Jugendreferat. Im Jugendkulturbereich stellte die Stadt einen zusätzlichen Mitarbeiter ein. Die Leitung des Kinder- und Jugendreferats zog vom Rathaus ins KiJuz.

In den 40 Jahren erfuhr das KiJuz umfangreiche Unterstützung von Ehrenamtlichen, insbesondere des Förderkreises Jugendzentrum. Dafür ist das Team des KiJuz besonders dankbar.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: