Für manche war der "Kuckuck" in Freudenstadt wie ein zweites Wohnzimmer. Foto: Schwarz

Café und Laden war für viele wie ein Wohnzimmer. Coronavirus hat nichts damit zu tun.

Freudenstadt - Das Café- und Ladengeschäft Kuckuck am Marktplatz schließt zum 31. Mai seine Pforten. Derzeit wird bereits geräumt und ausgebaut.

An den liebevoll eingerichteten Gastraum und die gemütlichen Ecken zum Verweilen erinnert derzeit nur noch wenig. Die Möbel des schnuckeligen Ladencafés sind zum großen Teil bereits geräumt oder ausgebaut, übrig gebliebene Getränkekisten stehen zum Abholen bereit. Wer einen Gutschein besitzt, hat die Möglichkeit, diesen noch bis zum Monatsende einzulösen. Die Bewirtung wurde coronabedingt aber schon vor Längerem eingestellt.

Fokus lag auf individuellen Wünschen

Für die beiden Betreiber Michaela Matt und Stephan Voegeli, die den "Kuckuck" knapp vier Jahre lang gemeinsam als GbR betrieben haben, geht damit ein Kapitel mit "Wehmut" zu Ende. Für die zahlreichen Gäste und Stammgäste des Lokals sowieso.

Los ging alles im Jahr 2016 mit einer zunächst "vagen Idee" oder "Liebelei", die durch ein außergewöhnliches Konzept in Form gebracht worden ist. Entstanden ist ein charmanter und individueller Laden mit Café, in dem man neben der Tasse Kaffee selbst gebackene Kuchen sowie regionale und hochwertige Gerichte genießen konnte - stets liebevoll angerichtet und individuell dekoriert.

Das Augenmerk wurde dabei auch auf diejenigen Gäste gelegt, die unter Unverträglichkeiten leiden oder eine vegane Ernährung bevorzugen. Individuelle Kundenwünsche stießen bei Michaela Matt und Stephan Voegeli stets auf offene Ohren und wurden realisiert.

Auch Familienfeste fanden dort statt

Zum individuellen und nicht ganz alltäglichen kulinarischen Angebot passte auch das Ambiente im Lokal. Gemütliche Sitzecken am Fenster oder an den Tischen im Hinterzimmer luden zum Verweilen ein. So mancher blieb deshalb länger als geplant und betrachtete das Umfeld gar als zweites Wohnzimmer - erzählt Voegeli mit Blick zurück.

Beliebt waren auch die einmal im Monat stattfindenden Frühstücksbüfetts, bei denen immer etwas Besonderes kredenzt wurde, zum Beispiel schwedischer Haferbrei, russische Dorschkaviar-Eier und Kiefernzapfenmarmelade aus dem Schwarzwald. Viele Gäste entschieden sich deshalb, auch ihre Geburtstage und Familienfeste im "Kuckuck" zu feiern und dabei das kulinarische Angebot, zu dem die zum Anlass passende Tischdeko kam, zu genießen.

Corona nicht Schuld an Schließung

Die Gründe für die Schließung sind vielfältiger Natur und für beide unterschiedlich, betont Voegeli. Mit Corona hätten sie allerdings nichts zu tun, der Entschluss zu diesem Schritt habe schon davor festgestanden.

Er möchte sich als gelernter Grafiker aus dem Marketingbereich künftig wieder stärker seinem eigentlichen Beruf widmen und vielleicht auch im Bildungsbereich als Dozent arbeiten. Als Gastronom im eigentlichen Sinne habe er sich sowieso nie gesehen, weshalb die Fortführung des Lokals für ihn allein auch nie in Frage gekommen sei, so Voegeli.

Missen möchten er und Matt die Zeit im "Kuckuck" aber trotzdem nicht. "Ich bin froh, dass ich das gemacht habe, weil ich dort sehr viele nette und auch neue Leute kennengelernt habe", sagt er.   Wer noch einen Gutschein einzulösen hat, kann telefonisch bei Stephan Voegeli unter 07441/932 67 36 einen Termin vereinbaren und vorbeischauen.

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