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Freudenstadt Kreißsaal-Verbot für Väter stößt auf Unverständnis

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Werdende Mütter dürfen in Freudenstadt nicht mehr von ihren Partnern in den Kreißsaal begleitet werden - wegen der Corona-Gefahr. (Symbolfoto) Foto: dpa

Freudenstadt - Auf Unverständnis und Verärgerung stößt die Mitteilung des Krankenhauses Freudenstadt, Väter nicht mehr mit in den Kreißsaal zu lassen, auf Facebook. Unter dem Beitrag zu der Meldung des Schwarzwälder Boten machten insbesondere Leserinnen ihrem Ärger Luft.

"Das geht gar nicht", schreibt eine Leserin. "Die Eltern leben zusammen, somit könnte die Mutter angesteckt sein und das Personal ebenso gefährden. Also ist die Regel ›Vater darf nicht dabei sein‹ sinnlos", so eine andere. "Es wird immer dümmer... Die Väter sind doch eh bei den Müttern. Wenn Ansteckungsgefahr besteht, ist es eh schon passiert", urteilt eine weitere Leserin.

Aber auch Vorschläge, wie man zu einer anderen Regelung finden kann, steuern die Nutzer bei. Eine Frau schreibt: "Viele Familien erleben sowas nur einmal im Leben, und jetzt sind die zwangsgetrennt." Das finde sie traurig. Die Väter könnten doch Handschuhe und Masken tragen sowie weitere Schutzvorkehrungen treffen, um die Hebammen nicht zu gefährden. "Wieso testet man nicht einfach werdende Eltern, und wenn sie negativ sind und keine Symptome haben, darf der Vater mit?", postet eine weitere Nutzerin. Sie verstehe, dass man die Angestellten schützen müsse, aber es sei auch wichtig, dass man als werdende Mutter Unterstützung vom Vater habe. "Es ist so grausam, wenn man da alleine durch müsste... Abgesehen davon, dass dem Vater der größte Moment seines Lebens genommen wird", lautet ein weiterer Post.

"Sorry, aber meine Toleranzgrenze ist hier bei dieser Entscheidung absolut vorbei. Wir können uns in allem einschränken und gewisse Dinge nachholen, kein Thema. Doch eine Geburt, einer der emotionalsten Momente im Leben, den manche vielleicht nur einmal erleben, ist für mich so überhaupt nicht zu akzeptieren. Beide leben in einem Haushalt, und wenn, dann haben es eh schon beide, und das Personal ist damit nicht weniger gefährdet. Ich finde: Keine Besuche auf der Wochenbettstation anschließend ist vertretbar. Aber ein Vater gehört in den Kreißsaal. Ich hoffe, das alles wird noch mal überdacht. Man kann es den werdenden Eltern so definitiv nicht antun", schreibt eine weitere Nutzerin.

"Die Frauen werden in einer hochsensiblen und intimen Phase ihres Lebens im Stich gelassen! Was das auslösen kann... Wir Hebammen (Ich arbeite nicht in FDS!) haben doch gar keine Zeit mehr für die Frauen unter der Geburt. Sie werden oft alleine gelassen, weil man total überlastet ist als Hebamme. Und jetzt wird den Frauen noch die wichtigste Stütze entzogen!?", schreibt eine Leserin.

"Mir tun die Schwangeren leid. Jeder, der schon ein Kind bekommen hat, weiß, dass man nicht gerne alleine in dem kleinen Zimmer ist. Die Frauen haben Schmerzen, und selbstverständlich kann die Hebamme nicht rund um die Uhr bei der Patientin sein. Darum sollte doch wenigstens der Vater/Begleitperson dabei sein dürfen, um auch die Gebärenden von den Schmerzen abzulenken oder beizustehen", heißt es in einem weiteren Post. Nur vereinzelt in dieser Vielzahl von Posts drücken Leser Verständnis für diesen Entschluss des Krankenhauses aus. Einige Nutzer empfehlen werdenden Eltern, sich nach anderen Häusern umzuschauen. Doch das dürfte sich schwierig gestalten. Denn viele Krankenhäuser in der Region schließen die Begleitpersonen bei der Geburt inzwischen aus. Manche Häuser verweisen aber auch darauf, dass sie nicht auf diese Weise in die Familien eingreifen wollen – zumindest nicht so lange, bis eine entsprechende Anweisung der Behörden ergeht.

Das Krankenhaus Freudenstadt wollte am Donnerstag keine genauere Erklärung mehr zu der Entscheidung, die Väter nicht mehr in den Kreißsaal zu lassen, abgeben. Sie soll am heutigen Freitag folgen. In Bonn haben Kliniken diese Entscheidung wieder zurückgenommen. In Bayern schaltete sich sogar die Gesundheitsministerin in einen ähnlichen Fall ein. Dort dürfen Väter unter Sicherheitsvorkehrungen wieder bei der Geburt dabei sein.

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