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Freudenstadt Krankenhäuser haben hohe Potenziale

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Gerald Hellstern, Kim Stäublin und Eva-Maria Henkel (von links) stellen das "Jumbokids"-Programm vor. Foto: VHS Foto: Schwarzwälder-Bote

Kreis Freudenstadt. "Unsere Krankenhäuser haben noch hohe Potenziale", ist Peter Mast (51), Geschäftsführer der KLF (Krankenhäuser Landkreis Freudenstadt) überzeugt. Mast hatte Anfang April die Stelle als Geschäftsführer angetreten, nachdem sich der Landkreis als Träger der KLF zuvor kurzfristig von seinem Vorgänger Christian Roppelt getrennt hatte. Peter Mast will die Transparenz der beiden Krankenhäuser in Freudenstadt und Horb nach innen und außen sowie das Marketing für beide Häuser verbessern. Dazu äußert sich der Geschäftsführer in einem Interview.

Wie haben Sie das Krankenhaus Freudenstadt angetroffen?

Das Haus war mir durch meine Tätigkeit in Pforzheim durchaus bekannt, ich hatte seit zwei Jahren Kontakte zur KLF, wusste also, was mich in etwa erwartet. Der Wechsel von einem wirtschaftlich gut gehenden Klinikum in Pforzheim mit direkter Konkurrenz zu anderen Kliniken hin zu einem wirtschaftlich nicht sehr gut gehenden kommunalen Krankenhaus ohne direkte Konkurrenz im Landkreis Freudenstadt war auch der Wechsel von einem Extrem ins andere.

Was gefällt Ihnen am besten an Ihrer neuen Aufgabe?

Kranken Menschen zu helfen ist zunächst eine sinnvolle Aufgabe. Die Aufgabe hier ist sehr abwechslungsreich: Bauen, Verbesserung des Betriebsergebnisses, Personalmanagement, neue OP-Techniken und anderes mehr. Die Krankenhäuser sind breit aufgestellt, die Aufgaben facettenreich und individuell. Da gibt es keine schablonenhaften Abläufe wie in manchen so genannten großen Häusern.

Und was gefällt Ihnen am wenigsten?

Es gibt nicht viel, was mir nicht gefällt – zum Beispiel die wirtschaftliche Lage. An deren Verbesserung müssen wir schrittweise arbeiten. Da wurde in der Vergangenheit verpasst, wichtige Netzwerke zu schaffen.

Die Konzentration auf dem bundesdeutschen Krankenhausmarkt wird immer stärker. Haben "kleine" kommunale Häuser noch eine Chance?

Da muss man differenzieren. Durch das einheitliche Abrechnungssystem DRG bekommen alle Häuser das gleiche Entgelt. Die kommunalen Häuser sind jedoch bei ihren Personalkosten an die zentrale Tarifentwicklung gebunden. Statistisch kann ein kommunales Haus mit etwa 400 Betten wirtschaftlich geführt werden. Da liegen wir mit unseren 360 Betten in Freudenstadt gar nicht so schlecht.

Wie wollen Sie das erreichen?

Einige Punkte habe ich schon genannt. Die Krankenhäuser haben ein hohes Potenzial, auch durch die engagierten Chefärzte. Wir müssen einerseits die Zahl der längerfristig planbaren Operationen erhöhen, andererseits auch immer wieder sagen, was wir an guten Leistungen bieten. Das ist eine Frage des Marketings.

Gibt es medizinische Spezialgebiete, die dem Krankenhaus noch fehlen?

Zunächst haben wir einen Grundversorgungsauftrag zu erfüllen. Dann untersuchen wir derzeit die Möglichkeiten, innerhalb der Disziplinen, die wir haben, Zentren zu bilden: Wir haben steigende Patientenzahlen in mehreren Bereichen. Das Brustzentrum steht vor seiner zweiten Zertifizierung, ein Gefäßzentrum ist denkbar. Das alles sind Aufgaben, die wir noch stärker angehen wollen.

Was bringt die Zusammenarbeit mit den Unikliniken in Tübingen?

Sie steht noch am Anfang, aber erste Erfolge gibt es schon. Unser Ziel muss es sein, Patientenwege zu bahnen und Patienten effektiv auf diesen Wegen zu behandeln. Wir prüfen derzeit, ob es eine Kooperation im operativen Bereich geben kann, das heißt, ob ein Teil der Operationen mit den Unikliniken auch in Freudenstadt und Horb vorgenommen werden kann. Angelaufen ist der Experten-Austausch und in Horb werden voraussichtlich Spezialsprechstunden der Unikliniken angeboten. Eine Vision ist es noch, die EDV so zu vernetzen, dass Patientendaten schnell ausgetauscht werden können. Das würde Doppeluntersuchungen und damit erhebliche Kosten sparen.

u Peter Mast (51) studierte Mathematik und Physik in Tübingen und legte sein Diplom als Mathematiker ab. Er arbeitete als Software-Ingenieur und Trainer für Bürokommunikationssysteme, war Berater für medizinische Einrichtungen und von 2001 bis 2010 bei der berufsgenossenschaftlichen Klinik in Tübingen unter anderem als Projektleiter bei der DRG-Einführung tätig. Bis 2012 war er Geschäftsführer des Klinikums Pforzheim. Peter Mast ist verheiratet und Vater einer 16-jährigen Tochter und eines 13-jährigen Sohns. Er lebt mit seiner Familie in Tübingen. Seine Hobbys sind "Familie, Haus und Garten, und wenn dann noch Zeit bleibt, ein bisschen Sport".

Kreis Freudenstadt. Zu einem Informationsabend über das ambulante Therapieprogramm für übergewichtige Kinder "Jumbokids" laden Kreisvolkshochschule und Kinderklinik am Krankenhaus Freudenstadt für Montag, 25. Juni, ab 18.30 Uhr ein.

In der Cafeteria des Krankenhauses Freudenstadt geben Ernährungstherapeutin Kim Stäublin, die das Programm entwickelt hat, und Ernährungsberaterin Eva-Maria Henkel, die Programmleiterin in Freudenstadt, Informationen zu Inhalten und Zielen von "Jumbokids".

Sie stellen auch die Voraussetzungen vor, die zur Kostenübernahme durch die Krankenkassen gegeben sein müssen. Ein Einstieg in das Jahresprogramm ist jederzeit möglich. Die Kurszeiten sind freitags im Kreishaus in Freudenstadt.

Eine Anmeldung zum Info-Abend ist erforderlich unter Telefon 07032/37 25 52 oder 0172/7 1723 12.

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