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Freudenstadt Kommunalwahl: CDU sucht nach Erklärungen

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Um den Einzug ins Rathaus haben sich insgesamt 101 Kandidaten beworben. Foto: Weber

Freudenstadt - Zeit zum Durchatmen. Zwei Tage nach der Kommunalwahl hat sich die erste Aufregung gelegt. Die Freude bei der Freien Wählervereinigung über den Wahlerfolg ist nach wie vor groß. Die CDU sucht indes nach Erklärungen.

Die Kommunalwahl hat die Machtverhältnisse im Freudenstädter Gemeinderat ganz schön durcheinandergewirbelt. Freie Wähler und CDU sowie SPD und Bürgeraktion haben jeweils den Platz getauscht. Nicht zuletzt, weil bei der BA und den Christdemokraten Urgesteine wie Walter Trefz und Kurt Breuer (beide BA) sowie Hubertus Jörg, Karl Bässler, Rolf Lautenschlager und Herbert Igel (alle CDU) nicht mehr zur Wahl standen. "Einen Aderlass" nennt das Eberhard Haug, seit 25 Jahren für die SPD im Stadtrat. Und einen solchen kennen die Sozialdemokraten nur zu gut. Als vor zehn Jahren Altgediente wie Fritz Fischer, Wolfgang Neher und Gerhard Hertel aufhörten, kostete das die Freudenstädter SPD einen Sitz. Einen Sitz, den sie nun zurückgewonnen haben. "Wir hatten hervorragende Kandidaten", sagt Haug und kann sich einen kleinen Stupser gegen die Kreistags-Frauenliste nicht verkneifen. Eine solche brauche die SPD nämlich nicht. Und die Wahl hat ihm Recht gegeben. Mit drei Männern und drei Frauen ist die Faktion künftig paritätisch besetzt. Zuletzt hatte Haug sogar hellseherische Fähigkeiten bewiesen. "Die Wahl ging genauso aus, wie ich sie vor zwei Wochen vorhergesagt habe", sagt Haug.

Für CDU-Stadtrat Andreas Bombel ist die wahl Anlass zu grübeln. Zwei Sitze hat seine Partei verloren – und das schmerzt natürlich. Die Liste sei gut gewesen, nur mit 19 Kandidaten etwas zu kurz. Dann standen vier Stimmencatcher nicht mehr zu Wahl, und das Verhältniswahlrecht trug schließlich noch seinen Teil dazu bei, das nicht mehr die CDU, sondern nun die FWV stärkste Stimme am Ratstisch ist. "Wir haben zum Schluss viele Absagen bekommen", erklärt Bombel. Dennoch stehen die Kandidaten mit ihren Stimmen nach der Wahl recht gut da. Bombel und Fraktionskollegin Carola Broermann rangieren stimmenmäßig auf Platz drei und zwei. Neun weitere CDU-Kandidaten erhielten mehr als 2000 Stimmen – "das heißt auch, die Kandidaten kamen bei den Wählern gut an". Traurig sei, dass es Uwe Alf für Wittlensweiler trotz 2307 Stimmen – dem zweitbesten Wahlergebnis in Wittlensweiler – nicht in den Gemeinderat schaffte. "Da hat uns das Verhältniswahlrecht bestraft."

Auf die Arbeit im Gemeinderat wirken sich das Minus wohl nicht aus, meint Bombel. "Wir müssen Mehrheiten finden. Es wird sich zeigen, ob die Freien Wähler eine Vorreiterrolle übernehmen", ist Bombel gespannt.

Darauf wird auch die Bürgeraktion ein Auge haben. Sprecherin Bärbel Altendorf-Jehle ist trotz eines Sitzes weniger mit der Wahl im "großen und ganzen" zufrieden. Die Wiederwahl der drei bereits im Gremium vertretenen Mitglieder sein ein großer Vertrauensbeweis. "Darüber freuen wir uns riesig." Dass darüber hinaus mit Bernd Wetzel und Esther Kießling zwei neue hinzukommen, wertet Altendorf-Jehle als Erfolg und Beweis dafür, dass die Liste gerade bei der kritischen Diskussion um den Nationalpark glaubwürdig geblieben sei.

Nationalpark und Freibad – zwei Themen, die im vergangenen Jahr in zwei Bürgerbefragungen mündeten und deren Ergebnis in den Fraktionen lange Zeit heiß diskutiert wurden. Man darf Spekulieren, ob diese Themen zuletzt den Freien Wählern bei der Kommunalwahl in die Hände spielten. "Möglich", sagt Beate Gaiser, nicht nur Stimmenkönigin bei den Freien Wählern, sondern der gesamten Gemeinderatswahl, gestern auf Nachfrage. Die Freien Wähler hatten sich in beiden Fällen hinter die Mehrheit gestellt. Populistisch nennen das die einen, Gaiser erklärt: "Wenn man schon die Bürger fragt, sollte man diese Stimme auch berücksichtigen." Da könne man nicht, wenn einem das Ergebnis nicht passt, sagen, es handle sich ja nicht um einen Bürgerentscheid.

Den Erfolg der FWV sieht Gaiser auf mehrere Pfeiler gestützt. "Wir haben gute an Kandidaten geboten, die alle Sparten der Bevölkerung repräsentieren." Das sei auch Fraktionskollege Hermann John zu verdanken. Ihren eigenen Rekord mit 6081 Wählerstimmen führt Gaiser auf ihr soziales Engagement zurück, und nicht zuletzt darauf, dass sie sich nicht verbiegen lasse. Gerechnet habe sie damit aber nicht. "Ich war schon wahnsinnig platt", gesteht sie. Schade sei allerdings, dass es außer ihr und Beate Gernsheimer nicht noch eine Frau für die Freien Wähler in den Gemeinderat geschafft habe.

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