Der Startschuss zum Pilotprojekt "Herzsicheres Freudenstadt" ist gemacht. Die erste Station mit einem AED-Herzdruckmassagegerät wurde im Panoramabad eingeweiht. Das Bild zeigt (von links) Bürgermeister a.D. Gerhard Link, Julia Müller-Herzog vom Amt für Stadtentwicklung, Christoph Gerber, Landrat Klaus Michael Rückert, Michael Müller von der Björn-Steiger-Stiftung und Bernd Keppler für die Erstsponsoren Lions-Club und Irene-Kaufmann-Stiftung. Foto: Blaich

Pilotprojekt: "Herzsicheres Freudenstadt" startet. 150 Defibrillatoren für Kreis. Sponsoren gesucht.

Freudenstadt - Die Aktion "Herzsicheres Freudenstadt" ist gestartet. Bei dem Pilotprojekt wird der ganze Landkreis mit so genannten stationären Laien-Defibrillatorgeräten ausgestattet.

Ziel der Aktion ist es, einer der häufigsten Todesursachen in Deutschland entgegenzutreten: dem plötzlichen Herztod. Jedes Jahr sterben in Deutschland laut einer Statistik über 100 000 Menschen daran. Viele Leben könnten gerettet werden, wenn sofort mit einer Herzdruckmassage begonnen werden würde und ein Automatisierter Externer Defibrillator (AED) zum Einsatz käme.

Einsatz ist "narrensicher"

Im Rahmen des Projekts "100 000 Leben retten" stattet die Björn-Steiger-Stiftung mit Sitz in Winnenden öffentlich stark frequentierte Orte mit AED-Säulen aus. Das in der Säule befindliche AED-Gerät spricht und gibt nach dem Einschalten alle notwendigen Schritte vor, so dass auch der Laie in einem Notfall praktisch nichts falsch machen kann. Die Stiftung baut das Projekt nun weiter aus, um einen ganzen Landkreis flächendeckend mit Säulen auszustatten. Durch Schulungen der Bevölkerung, die vom Deutschen Roten Kreuz in naher Zukunft angeboten werden, sollen Freudenstadt und der ganze Landkreis so "herzsicher" werden.

Einer der ersten AED-Standorte ist der untere Eingang des Panoramabads und der Sporthalle. Landrat Klaus Michael Rückert weitere Verantwortliche und Unterstützer kamen zum offiziellen Startschuss und Projektbeginn. Seit Anfang Oktober wurden bereits neun solcher AED-Säulen aufgestellt, unter anderem im Kepler-Gymnasium, im Kreishaus, im Landratsamt, aber auch in der Zulassungsstelle in Horb, in der Erwin-Hils-Halle in Wittlensweiler und auf der Mülldeponie Bengelbruck, so der Landrat, selbst ehemaliger Rettungssantitäter. Bis zu 150 Standorte im Landkreis seien geplant. Um die Säulen finanzieren zu können, werden Unterstützer gesucht. Mit dem Lions-Club und der Irene-Kaufmann-Stiftung seien bereits Sponsoren für die ersten Herzdruckmassagegeräte gefunden worden.

Schulungen mit dem DRK

Seitens der Stiftung informierte Projektmanager Michael Müller über die Idee, den Kreis flächendeckend auszustatten. Die Geräte seien für jeden geeignet, man müsse und solle sich in einem Notfall nur trauen. Froh sei die Stiftung, dass für Schulungen der Bevölkerung das Rote Kreuz mit im Boot sei. Laut Anna Eberchart von der Steiger-Stiftung könnten Ersthelfern nichts falsch machen, das AED-Gerät sei "praktisch narrensicher". Seitens der Stadt gab Christoph Gerber, Leiter des Baurechts- und Ordnungsamts, Auskunft. Der Gemeinderat habe in den aktuellen Haushaltsplan der Stadt 25 000 Euro für das Projekt eingestellt. Aufklärung über die Laien-Defibrillatoren sei auch an Schulen vorgesehen. Es sei möglich, ein Testgerät und 15 Übungspuppen hierfür der Schule zur Verfügung zu stellen. Die Wartung der Geräte übernimmt die Steiger-Stiftung. Jede Station kostet rund 2400 Euro.

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