Gesamter Vorstand will bei Hauptversammlung nicht mehr kandidieren / Bislang keine Interessenten für Posten

Von Ingeborg Högemann

Freudenstadt. Nach 43 Jahren steht der Ortsverband Freudenstadt des Kinderschutzbunds vor dem Aus. Der gesamte Vorstand will bei der nächsten Mitgliederversammlung nicht mehr kandidieren.Fehlende Zeit aus beruflichen Gründen und zu wenig Unterstützung durch die Mitglieder gibt Vorsitzende Dagmar Lorenz als Begründung an. "Es mangelt an aktiven Mitgliedern, die bereit sind, sich zu engagieren", bedauert sie.

Gegründet wurde der Ortsverband Freudenstadt des Kinderschutzbunds im April 1968 von Wilhelm Schmidt, der damals auch den Vorsitz des gemeinnützigen Vereins übernahm. Durch seine intensiven Bemühungen hatte der Verein bereits nach kurzer Zeit 146 Mitglieder. Heute hat der Kinderschutzbund noch 64 Mitglieder. Seit 2009 ist der Kinderschutzbund in einer Umbruchsituation. Nach dem Umzug von der Bahnhofstraße in die Räumlichkeiten im Atrium konnten schon einige Projekte wegen mangelnder Kapazität nicht mehr umgesetzt werden. Die Lage hat sich inzwischen verschärft. Der gesamte Vorstand will nicht mehr weitermachen. Der Mietvertrag für die angemieteten Räume wurde bereits gekündigt. Bis zur nächsten Mitgliederversammlung am 13. September haben die Mitglieder nun noch Gelegenheit, das Blatt zu wenden. Doch wenn sich bis dahin keine neuen Amtsanwärter finden, gibt es kein Pardon mehr und der Verein soll aufgelöst werden.

Der Vorstand will sich auf keinen Fall umstimmen lassen und hat seinen Rückzug bereits vor vier Wochen den Mitgliedern angekündigt. "Wir haben die Mitglieder bereits schriftlich aufgerufen, sich für den Kinderschutzbund einzusetzen, aber bisher hat sich keiner gemeldet", bedauert Kassierer Oliver Kranefeld.

Nun folgt ein zweiter schriftlicher Hilferuf, und der Vorstand hofft, doch noch interessierte Bürger für die Mitarbeit im Vorstand zu gewinnen. Um bei der nächsten Mitgliederversammlung nicht das Aus bekannt geben zu müssen, sind die Posten der Vorsitzenden, ihrer Stellvertreterin, des Kassierers und der Schriftführerin zu besetzten. Wenn im September Schluss sein sollte, wären davon viele Kinder und auch Eltern betroffen: Die seit über 20 Jahren bestehende Hausaufgabenbetreuung in Pfalzgrafenweiler und der betreute Umgang bei Scheidungsfamilien stehen dann nicht mehr zur Verfügung. Auch die jährlich stattfindende Kinderferienfreizeit entfällt künftig. In diesem Jahr wird der Kinderschutzbund diese Freizeit auf jeden Fall noch anbieten. "Auch auf dem Stadtfest werden wir am gewohnten Ort an der Loßburger Straße in Höhe der Stadtkirche, die Stellung halten", verspricht Dagmar Lorenz.

Interessenten, die an einer Mitarbeit interessiert sind, können sich mit der Vorsitzenden, Telefon 07443/ 96 05 06 oder per E-Mail an Kinderschutzbundfds@gmx.de mit dem Verein in Verbindung setzen.

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