Warum sehe ich diesen Hinweis?

Sie sehen diesen Hinweis, weil Sie einen Adblocker eingeschaltet haben oder im privaten Modus surfen. Deaktivieren Sie diesen bitte für schwarzwaelder-bote.de, um unsere Artikel ohne diesen Hinweis lesen zu können.

Mehr zum Thema Adblocker / Privater Modus und wie Sie diesen deaktivieren, finden Sie, indem Sie auf deaktivieren klicken.

Deaktivieren

Freudenstadt Kinder leiden an Sucht der Eltern

Von
Sozialpädagoge Christian Fai informierte über die Angebote der Kinder-und Jugendwerkstatt Eigen-Sinn während der Nacoa-Woche vom 11 bis 14. Februar. Foto: Schwark Foto: Schwarzwälder Bote

Deutschlandweit leiden 2,6 Millionen Kinder dauerhaft oder zeitweise unter der Sucht ihrer Eltern. Auch im Kreis Freudenstadt sind Kinder davon betroffen. Aus diesem Grund findet im Februar eine Aktionswoche statt.

Freudenstadt. Initiiert haben die Aktionswoche drei Vereine unter dem Namen "Nacoa". Für die Kinder- und Jugendwerkstatt Eigen-Sinn ist die "Nacoa"-Woche fester Bestandteil im Jahresplan. So bietet sie heuer vom 11. bis 14. Februar sieben Themen an, die sich mit Auswirkungen der Sucht befassen. Schon seit vielen Jahren arbeitet die Kinderwerkstatt mit diesen Kindern, Jugendlichen und ihren Eltern. Man bietet einen sicheren Ort, verlässliche Bezugspersonen und Unterstützung.

In einem Pressegespräch informierte Diplom-Sozialpädagoge Christian Fai über das Thema, das in der Öffentlichkeit oft immer noch ein Tabuthema ist. Kinder aus suchtbelasteten Familien leiden unter einer Atmosphäre von Unsicherheit und Angst. Ein Damoklesschwert sei dabei, das man über Sucht nicht rede. Durch dieses Tabuthema setze sich das Muster der Sucht oft fort, so Fai.

Betroffene Kinder oft widerstandsfähig

Suchtkranke Eltern liebten zwar ihre Kinder, seien jedoch meistens nicht in der Lage, ihnen Zuwendung und Liebe mit der Beständigkeit und Zuverlässigkeit zu geben, wie sie die Kinder zum gesunden Aufwachsen benötigen. Sucht sei ein gehütetes Familiengeheimnis. "So bleibt das eigene Leid oft unerkannt, weil Kinder es durch ihr Verhalten geschickt verstehen, die Aufmerksamkeit von Problemen zu Hause abzulenken", sagt der Sozialpädagoge. Doch betroffene Kinder seien oft auch extrem widerstandsfähig und hätten viele Begabungen und Kompetenzen. "Mit der richtigen Art von Unterstützung können sie sich zu lebenstüchtigen Erwachsenen entwickeln", ist Fai sicher.

Dass das ganze Thema auch die Psyche betrifft, hätten Studien ergeben. So entwickelten sich bei etwa einem Drittel der Betroffenen selbst eine Suchtstörung. Ein weiteres Drittel zeige psychische und soziale Störungen. Nur ein Drittel gehe einigermaßen unbeschadet aus einer belastenden Familiensituation hervor, betont Christian Fai.

Die Forschung habe inzwischen Faktoren identifiziert, die Kinder in suchtkranken Familien helfen, und ihnen ermöglichen, Widerstandskraft für eine gesunde Entwicklung zu finden. Der wichtigste Schutzfaktor sei das Vorhandensein einer tragenden Beziehung zu einem anderen vertrauenswürdigen Erwachsenen außerhalb der Kernfamilie, erläutert Fai. Dazu gehörten zum Beispiel Großeltern, Verwandte, Paten, Lehrer, Erzieher oder Mitarbeiter der Jugendarbeit. Ein weiterer Schutzfaktor sei die Einsicht, dass die Eltern eine Krankheit haben, an der die Kinder keinerlei Schuld tragen.

In der "Nacoa"-Woche bietet die Kinderwerkstatt Eigen-Sinn folgende Themen an:

  Am Montag, 11. Februar, gibt es einen Sinnparcours im Wald für Kinder von neun bis 14 Jahre.

 Am Dienstag, 12. und Mittwoch, 13. Februar, wird jeweils in der Kinderwerkstatt Eigen-Sinn in Freudenstadt in der Badstraße für Kinder von zwölf bis 14 Jahre ab 15 Uhr der Film "Huckleberry Finn" gezeigt und danach überlegt, welche Stärken und Fähigkeiten er hatte, um ein gutes Leben führen zu können.

 In der Akademie Eigen-Sinn im Gartenweg in Loßburg, werden am Mittwoch, 13. Februar, von 14.30 bis 16.30 Uhr alkoholfreie Cocktails gemixt. Auch wird über die Folgen von Alkohol und Abhängigkeit gesprochen. Teilnehmen können Kinder von zehn bis 14 Jahren.

 "Visualisierung und Parcours" heißt ein Angebot für Mädchen von zwölf bis 14 Jahren ebenfalls am 13. Februar, von 14.30 bis 17 Uhr in der Kinderwerkstatt in Freudenstadt. Vorab setzen sich die Teilnehmer spielerisch mit Übungen zum Thema Alkohol auseinander, um danach einen Parcours mit und ohne Rauschbrille zu absolvieren.

 Parcours und alkoholfreie Cocktails heißt eine Veranstaltung für Kinder von 13 bis 15 Jahren am Donnerstag, 14. Februar von 14.30 bis 16.30 Uhr in Horb bei der Freien evangelischen Gemeinde.

 "Wo die wilden Kerle wohnen" heißt es am Donnerstag, 14. Februar, ab 14.30 Uhr in der Kinderwerkstatt Eigen-Sinn in Freudenstadt. Kinder von acht bis zehn Jahren schauen sich das gleichlautende Buch an und lernen sich selbst wahrzunehmen, um klare Grenzen zu setzen.

Weitere Informationen: www.kinderwerkstatt-eigensinn.de

Top 5

0

Kommentare

Artikel kommentieren

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.