So soll das neue Gebäude aussehen, in dem zwei Kindergartengruppen Platz finden. Foto: Bauamt

Einrichtung im Baugebiet Kohlstätter Hardt. Wichtiger Standortfaktor für Stadt. Trägerschaft noch offen.

Freudenstadt - Kinderkrippenplätze gelten heutzutage als wichtiger Standortfaktor. Dies hat die Stadt Freudenstadt erkannt und baut im Neubaugebiet Kohlstätter Hardt ein neues Gebäude für zwei Krippengruppen mit Erweiterungsmöglichkeiten.

Der Gemeinderat fasste in seiner Sitzung am Dienstag bei drei Enthaltungen von der Bürgeraktion den Baubeschluss für das Projekt, das im Frühjahr nächsten Jahres fertig sein soll. Ein Wohngebiet wie Kohlstätter Hardt, in dem nach Abschluss der Bebauung rund 1000 Einwohner leben werden, brauche eine Einrichtung zur Betreuung unter Dreijähriger, machte Oberbürgermeister Julian Osswald klar.

Reinhold Beck, Leiter des Amts für Familie, Bildung und Sport, erläuterte, dass in Freudenstadt derzeit insgesamt 179 Plätze für die Betreuung unter Dreijähriger zur Verfügung stehen. 20 Plätze sollen in dem neuen Gebäude im Kohlstätter Hardt in einer Gruppe mit verlängerter Öffnungszeit von 7 bis 13 Uhr und in einer Ganztagsgruppe von 7 bis 16 Uhr dazu kommen. Wenn die Lebenshilfe – wie geplant – ebenfalls noch fünf bis zehn Betreuungsplätze schafft, rechnet der Amtsleiter im nächsten Jahr mit einer Betreuungsquote für unter Dreijährige von 38 Prozent.

Der Amtsleiter ging auch auf den Antrag der Bürgeraktion ein, die alternativ zum Neubau der Kinderkrippe gefordert hatte, Raumressourcen aller Kindergartenträger aufzuzeigen und zu prüfen, ob in leer stehenden Räumen ein bis zwei Halbtags-Krippengruppen untergebracht werden können.

Beck erläuterte, dass eine Umfrage bei den freien Trägern der Kinderbetreuung ergeben habe, dass es keine Raumressourcen gibt. Ferner gebe es Mindestrahmenbedingungen für Krippenkinder, wie beispielsweise ein eigener Schlafraum oder niedrigere Möbel, die in bestehenden Räumen nicht so einfach erfüllt werden könnten.

Stadträtin Bärbel Altendorf-Jehle von der Bürgeraktion zeigte sich mit dem Projekt der Stadt einverstanden, betonte jedoch, den Antrag ihrer Fraktion in abgeänderter Form beizubehalten. Und zwar solle geprüft werden, ob nachmittags leer stehende Kindergartenräume für die Nachmittagsbetreuung genutzt werden können. Auf eine Frage von Stadträtin Kerstin Forster (Freie Wähler) nach der Trägerschaft der neuen Kinderkrippe antwortete Beck, dass die Stadt zwar mit Trägern verhandelt, aber kein großes Interesse gefunden habe und somit die Trägerschaft selbst übernehmen wolle.

Über die Trägerschaft werde jedoch noch nicht beschlossen, ergänzte OB Osswald auf eine weitere Nachfrage von Stadträtin Elisabeth Gebele (Bürgeraktion). Flexible Öffnungszeiten waren Stadträtin Beate Gaiser (Freie Wähler) wichtig. Stadträtin Daniela Sabjan fragte in diesem Zusammenhang, ob es schon Gespräche mit der Krankenhausleitung gegeben habe, da das Krankenhaus ein Belegungsrecht von fünf Plätzen erhalten soll. Von Seiten des Krankenhauses gebe es bislang noch keinen Bedarf, erklärte Reinhold Beck, so dass man die Öffnungszeiten wie geplant belassen wolle. Änderungen seien aber möglich, versprach der OB, der zudem darauf hinwies, dass der Tageselternverein spezielle Betreuungszeiten anbieten könne.