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Freudenstadt Im Reich der Elfen und Wassergeister

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Aus dem Ellbachsee sollen einst Elfen gestiegen sein. Foto: Duval

Freudenstadt - Um den Ellbachsee renkt sich eine finstere Legende. Wer ihn erwandert, braucht aber keine Angst zu haben. Ist der schweißtreibende Abstieg geschafft, stößt man auf eine magische Oase der Ruhe.

Unsere Entdecker-Tour zum Ellbachsee startet am Wanderparkplatz beim Kniebis (Kreis Freudenstadt). Bald haben die dichten Tannenwälder den Straßenlärm geschluckt. Nach knapp zwei Kilometern erreichen wir den Ellbachsee-Blick mit der barrierefreien Aussichtsplattform. Von der hölzernen Plattform, die wie ein Adlernest hoch über dem Ellbachsee thront, öffnet sich ein spektakulärer Blick auf den Karsee und die umliegenden Wälder und Täler. Von hier oben sieht es aus, als öffne der See seine Arme, gar als wehre er sich, vollends eingenommen zu werden von diesem moosigen Teppich, der gierig von dem See Besitz ergreift. Nahezu 80 Prozent seiner Oberfläche sind bereits verlandet.

Direkt neben der Aussichtsplattform führt ein knapp ein Kilometer langer Pfad hinab zum See. Doch Vorsicht: Der Weg ist steil und steinig und sollte nur mit entsprechendem Schuhwerk von trittsicheren Wanderern begangen werden. Das gilt besonders bei Regenwetter. Dann ist der Fußpfad ausgewaschen, Wurzeln werden spiegelglatt.

Heute ist jedoch einer der heißesten Tage des Sommers. Trotz Schattens steht die Luft, der Abstieg erfordert Konzentration. Ein wilder, ein rauer Pfad ist das, mit losen Steinen, treppenartigen Absätzen und armdicken Wurzeln, die schnell zur Stolperfalle werden. Doch diese Wege sind es, die das Wanderherz höher schlagen lassen.

Das leuchtende Gewässer strahlt eine nahezu magische Ruhe aus

Als wir den Talkessel erreichen, verstehen wir, warum der Ellbachsee den Elfen zugeschrieben wird. Er leuchtet blau, Bäumein spiegeln sich im Wasser. Ein märchenhafter Anblick. Dieser Ort strahlt eine wohltuende Ruhe aus und lädt zum Verweilen ein. Wir streifen die Rucksäcke ab. Es ist, als würde mit ihnen der Alltag von unseren Schultern fallen. Wir genießen die Ruhe und blicken auf den See, der uns in seinen Bann zieht. In der Mulde des ehemaligen Gletschers scheint die Zeit eingefroren.

Automatisch müssen wir an die Sage denken, die vom Ellbachsee erzählt wird: Vor langer Zeit wohnte ein alter Köhler am Ufer des Ellbachsees. In lauen Sommernächten zogen die Burschen des Dorfes zum See und spielten auf der Mundharmonika und sangen Lieder. Dann stiegen die Wasserelfen aus dem See, um mit den Burschen zu tanzen. Doch der Vater der Elfen erlaubte ihnen nur kurze Zeit zu den Menschen hinauf zu gehen. Das gefiel den jungen Männern nicht. Aus Frust streuten sie Ruß vom abgebrannten Kohlenmeilerplatz in den See. Dann marschierten sie zurück ins Dorf. Plötzlich zog ein schlimmes Gewitter auf. Der See lief dadurch über, der kleine Bach schwoll zu einem Strom an und riss alles mit sich. Seither gehen die Burschen nicht mehr zum See, die Elfen hat man nie mehr tanzen sehen.

Zurück im Hier und Jetzt setzen wir unsere Wanderung in Richtung Mitteltal fort und folgen der blauen Raute. Kurze Zeit später finden wir einen Brunnen am Wegesrand. Das frische Quellwasser ist herrlich erfrischend und schmeckt köstlich. Gestärkt wandern wir weiter bis wir das Schild »Seensteig Abenteuerpfad« erreichen. Ein schmaler Pfad führt direkt in das Dickicht des Waldes hinein. Auf diesem Abschnitt ist voller Körpereinsatz gefragt. Stellenweise gleicht der Pfad einem Tunnel, der uns durch dicht bewachsenen Wald führt. Unsere Arme streifen an Tannengeäst, wir steigen über Felsen und Wurzeln, balancieren auf Steinen über Bachläufe. Viele der Steine entpuppen sich als rutschig, wir müssen mit Händen und Füßen über unwegsames Gelände steigen. Ein Pfad, der seinen Namen zu Recht trägt.

Der Abenteuerpfad endet auf der Forststraße, die weiter nach Mittelbach führt. Wir wandern weitere 250 Meter bis zur großen Ellbachtanne. Wie ein hölzerner Leuchtturm ragt sie 45 Meter kerzengerade in den Himmel. 270 Jahre hat sie bislang unversehrt überdauert und misst 4,35 Meter im Umfang.

Wir folgen schließlich dem Forstweg zurück zum Ellbachsee und gehen von dort denselben Weg zurück zu unserem Ausgangspunkt, dem Parkplatz am Kniebis.

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